- Zweimal hintereinander konnten 2024 und 2025 ein Lied mit Opern-Anleihen den ESC gewinnen
- Frankreich will auf die Erfolgswelle aufspringen und schickt die Sängerin Monroe Rigby nach Wien
- Kann Sie mit „Regarde“ beim Eurovision Song Contest überzeugen?
Mit gerade einmal 17 Jahren steht Monroe Rigby vor dem größten Auftritt ihrer jungen Karriere: Die Sopranistin vertritt Frankreich beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien. France Télévisions setzt erneut auf eine interne Auswahl und bleibt damit seiner Linie der vergangenen Jahre treu.
Monroes Song „Regarde!“ verbindet Oper, Musical und modernen Pop und zielt auf jene großen Gefühle, mit denen Frankreich beim ESC ganz nach vorn will. Dass Monroe aus der Opernwelt kommt, erscheint dabei kaum zufällig: Erst im vergangenen Jahr gewann mit JJ ein Künstler, der ebenfalls klassisch geprägt ist. Im Jahr zuvor setzte die Schweiz mit Nemo ebenfalls auf Opern-Anleihen. „Regarde!“ führt diesen Weg fort, ist als emotionale Liebesbotschaft angelegt, getragen von Ausdruck, Kraft und stimmlicher Präsenz – und wird, Ehrensache, auf Französisch gesungen.
Was über Frankreichs ESC-Hoffnung Monroe Rigby bekannt ist
Frankreich setzt nicht ins Blaue hinein auf Monroe. In der heimischen Musikszene gilt die 17-Jährige schon jetzt als außergewöhnliches Nachwuchstalent. Sie wurde in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah als Tochter einer französischen Mutter und eines amerikanischen Vaters geboren und wuchs zwischen Frankreich und den USA auf.
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Einem größeren Publikum wurde sie 2025 durch ihren Sieg in der Talentshow „Prodiges“ bekannt, mit der France Télévisions seit Jahren gezielt junge Talente aus der klassischen Musik ins Rampenlicht rückt. Dort beeindruckte sie unter anderem mit Mozarts Arie der Königin der Nacht – einem Stück, an dem sich selbst erfahrene Sopranistinnen messen lassen müssen. Es folgten ein Vertrag bei Warner Classics und ihr Debütalbum. Für dieses Jahr war eigentlich bereits eine Tour geplant, doch der ESC in Wien dürfte den Kalender der jungen Sängerin noch einmal neu sortiert haben.

„Regarde!“ soll „den Reichtum und die Vielfalt“ der französischen Musik zeigen
Dass Monroe aus der klassischen Musik kommt, ist „Regarde!“ deutlich anzuhören – doch der Song will mehr sein als ein Ausflug inn die Oper. Der französische ESC-Beitrag verbindet Oper, Musical und moderne Pop-Elemente zu einer Liebesbotschaft, die auf große Gefühle setzt. Monroe selbst sagte zur Veröffentlichung, sie wolle mit dem Titel „den Reichtum und die Vielfalt“ der französischen Musik zeigen und eine universelle Botschaft vermitteln: Liebe sei das, was Menschen verbinde.
Musikalisch setzt der Beitrag dabei nicht auf den schnellen Effekt, sondern auf Steigerung. „Regarde!“ beginnt zurückgenommen und arbeitet sich zu einem größeren, fast theatralen Moment vor. Vor allem die Streicher treiben diesen Aufbau voran. Sie kommen nicht zufällig so prominent zum Einsatz: Mit Violin Phonix war ein französisches Geiger-Duo an der Entstehung des Songs beteiligt, das klassische Violin-Klänge mit Pop verbindet und „Regarde!“ mitgeschrieben hat. Dazu kommen chorische Elemente, die den dramatischen Zug des Beitrags noch verstärken. Auch das Klavier fügt sich schlüssig in dieses Klangbild ein – nicht zuletzt, weil Monroe selbst früh über Gesang und Piano geprägt wurde.
Monroe Rigby mit „Regarde!“: Frankreichs ESC-Beitrag im Video
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Monroe Rigby: Der Songtext von „Regarde!“
Songtext auf Französisch
Quand tout s’illumine
Dans tout Paris,
Que les rues se vident, je reste ici
J’ai cherché ton amour
Dans tous les faubourgs
Je chante tous les jours
Regarde-moi, regarde-toi
C’est ça l’amour, ça te foudroie
Regarde-moi, regarde-toi
C’est ça l’amour
Tu ne seras jamais perdu
Allez viens, je peux t’emmener
Là où c’est fort, fort de s’aimer
Allez viens, tu n’es pas fou
Dans ma poitrine, tu rythmes mon pouls
Allez viens sous la pluie battante
Je dirai aux gens qu’il est présent
Je dirai aux femmes, aux hommes, aux enfants
Je dirai au monde dans chaque chanson
J’ai cherché ton amour
Dans tous les faubourgs
Je chante tous les jours
Regarde-moi, regarde-toi
C’est ça l’amour, ça te foudroie
Regarde-moi, regarde-toi
C’est ça l’amour
Tu ne seras jamais perdu.
C’est ça l’amour
Chuuuuut
Il est partout
Chuuuuut
Il est là, là, là !
Haaaaaa
(Ah, ah, ah, ah)
Regarde-moi, regarde-toi
C’est ça l’amour, ça te foudroie
Regarde-moi.
Wenn alles erstrahlt
In ganz Paris,
Wenn sich die Straßen leeren, bleibe ich hier
Ich habe deine Liebe gesucht
In allen Vororten
Ich singe jeden Tag
Schau mich an, schau dich an
Das ist die Liebe, sie trifft dich wie ein Blitz
Schau mich an, schau dich an
Das ist die Liebe
Du wirst niemals verloren sein
Komm schon, ich kann dich mitnehmen
Dorthin, wo es stark ist, stark, sich zu lieben
Komm schon, du bist nicht verrückt
In meiner Brust gibst du den Takt meines Pulses vor
Komm schon, komm in den strömenden Regen
Ich werde den Menschen sagen, dass er da ist
Ich werde den Frauen, den Männern, den Kindern sagen
Ich werde es der Welt in jedem Lied sagen
Ich habe deine Liebe gesucht
In allen Vororten
Ich singe jeden Tag
Schau mich an, schau dich an
Das ist Liebe, sie trifft dich wie ein Blitz
Schau mich an, schau dich an
Das ist Liebe
Du wirst niemals verloren sein.
Das ist Liebe
Pssst
Sie ist überall
Pssst
Sie ist da, da, da!
Haaaaaa
(Ah, ah, ah, ah)
Schau mich an, schau dich an
Das ist Liebe, sie trifft dich wie ein Blitz
Schau mich an.
So erfolgreich war Frankreich zuletzt beim ESC
Für Frankreich ist „Regarde!“ nicht bloß eine weitere ESC-Nominierung, sondern der Versuch, den jüngsten Aufwärtstrend in etwas Größeres zu verwandeln. Historisch zählt das Land mit fünf Siegen zu den erfolgreicheren ESC-Nationen, doch der letzte Triumph liegt fast ein halbes Jahrhundert zurück: 1977 gewann Frankreich zuletzt. Dass der Blick nun wieder etwas mutiger nach vorn geht, hat auch mit den vergangenen beiden Jahren zu tun. 2024 sprang Platz 4 heraus, 2025 wurde Louane mit „Maman“ Siebte. Monroe soll daran anknüpfen – und im besten Fall dort weitermachen, wo Frankreich zuletzt aufgehört hat.
- 2025: Louane – „Maman“ (Platz 7)
- 2024: Slimane – „Mon amour“ (Platz 4)
- 2023: La Zarra – „Évidemment“ (Platz 16)
- 2022: Alvan & Ahez – „Fulenn“ (Platz 24)
- 2021: Barbara Pravi – „Voilà“ (Platz 2)
Ganz aus der Luft gegriffen ist diese Hoffnung nicht. In den Wettquoten wurde Frankreich im März früh als einer der stärkeren Beiträge gehandelt; besonders bei den Jury-Prognosen zählte Monroe zeitweise sogar zu den aussichtsreichsten Namen des Jahrgangs. Auch in den Top-10-Wetten lag „Regarde!“ zuletzt weit vorn. Solche Quoten entscheiden natürlich keinen ESC. Aber sie zeigen, dass Frankreich in diesem Jahr nicht als bloßer Mitläufer wahrgenommen wird – sondern als Land mit einem Beitrag, dem man einen Sieg zutraut.
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