EU CO2-Ziele: Batterieindustrie droht Produktionsverlust
00:30 17-05-2026
EU CO2-Lockerung gefährdet Batterieindustrie: T&E warnt vor Produktionshalbierung und höheren Ölkosten. E-Auto-Markt wächst dennoch.
Die europäische Debatte über die Zukunft von Benzin- und Dieselfahrzeugen hat nicht nur mit Umweltschutz zu tun. Die Umweltschutzorganisation Transport & Environment (T&E) warnt, dass Europa einen erheblichen Teil der künftigen Batterieindustrie verlieren könnte, wenn die EU die CO2-Ziele für Pkw abschwächt. Das Risiko betrifft Kapazitäten, die 34 Fabriken in der Größe von Northvolt entsprechen.
Eine Lockerung der Vorschriften würde die Produktion von Elektroautos in Europa bis 2030 im Vergleich zu den aktuellen Prognosen halbieren, so die Organisation. Zudem würden die Ölimportkosten um rund 50 Milliarden Euro höher ausfallen als bei Beibehaltung der derzeitigen CO2-Standards. Die Zahlen stammen aus T&E-Modellrechnungen, nicht aus einer offiziellen Bewertung der Europäischen Kommission.
T&E führt vor allem die Vorhersehbarkeit der Regulierung ins Feld. Batteriefabriken, Elektroauto-Plattformen und Lieferketten lassen sich nicht in wenigen Monaten aufbauen. Werden die Vorgaben ständig geändert, suchen Investoren womöglich die USA oder China, wo die Industriepolitik stabiler erscheint. Vor diesem Hintergrund ist das Beispiel Northvolt zu einem warnenden Symbol geworden: Europas Batterieindustrie kämpft bereits mit hohen Produktionskosten, technischen Schwierigkeiten und starker Konkurrenz aus Asien.
Politisch ist der Zeitpunkt dieser Analyse heikel. Die EU ringt weiterhin um die Regelung, die den Verkauf neuer Fahrzeuge mit CO2-Ausstoß ab 2035 verbietet. Europas Spitzenpolitiker und Autobauer erwägen eine flexiblere Linie, die etwa Hybride und synthetische Kraftstoffe einschließen könnte. Kritiker befürchten, dass zu viel Flexibilität die Investitionen in E-Autos und Batterien gefährdet.
Derweil tut sich auf dem europäischen Markt für Elektroautos einiges. In Deutschland kamen im April 2026 genau 64.350 reine Stromer neu auf die Straßen – ein Marktanteil von 25,8 Prozent und ein Plus von 41,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das löst zwar nicht die Probleme bei Preisen und Ladeinfrastruktur, macht aber deutlich: Die Nachfrage nach Stromern wächst trotz aller politischen Querelen weiter.
northvolt.com