Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Drohnenangriff auf Moskau

Aktualisiert am 17.05.2026 – 05:19 UhrLesedauer: 28 Min.

Ukraine-Krieg - ukrainische DrohnenVergrößern des Bildes

Nacht für Nacht greifen Russland und die Ukraine einander mit Drohnen an. (Archivbild) (Quelle: Evgeniy Maloletka/AP/dpa/dpa-bilder)

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Selenskyj macht westlichen Firmen Vorhaltungen. Ukrainische Drohnen greifen Moskau an. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Ukrainische Drohnen greifen Krim und Moskau an

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russisch besetzte Marinestadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim sind nach Behördenangaben in der Nacht mehrere Wohnblocks und Häuser beschädigt worden. Zudem hätten Trümmer einer abgeschossenen Drohne eine Hochspannungsleitung getroffen, wodurch Stromausfälle verursacht worden seien, schrieb der Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschajew, auf der Plattform Telegram. Das Kraftwerk der Stadt sei aber nicht getroffen worden.

Insgesamt seien 25 Drohnen über mehreren Stadtteilen und dem Schwarzen Meer abgeschossen worden, schrieb Raswoschajew weiter. Verletzt worden sei nach vorläufigen Informationen niemand. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Darüber hinaus meldete Russland ukrainische Drohnenangriffe auf die Hauptstadt Moskau. Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete auf Telegram, von Mitternacht bis zum frühen Morgen seien 64 Drohnen abgeschossen worden.

Scharfer Raketenkopf auf rumänischen Hof entdeckt

Das rumänische Verteidigungsministerium hat am Samstag mitgeteilt, dass auf einem Grundstück nahe der ukrainischen Grenze ein nicht explodiertes Geschoss entdeckt wurde. Das Projektil wurde im Hof eines unbewohnten Hauses im Dorf Pardina im rumänischen Kreis Tulcea gefunden, erklärte das Ministerium in einer Stellungnahme. Rumänien teilt eine 650 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine.

Das Ministerium beschrieb den Gegenstand als ein „ungelenktes Raketenprojektil“, machte jedoch keine Angaben zu dessen vermuteter Herkunft. „Technische Untersuchungen bestätigten das Vorhandensein von zwei Kilogramm Sprengstoff im Projektilkörper“, hieß es in der Mitteilung weiter. Zudem hätten die Behörden das Gebiet abgesichert.

Später bestätigte das rumänische Verteidigungsministerium, dass „das Projektil kontrolliert gesprengt wurde“.

Seit Russland 2022 seine großangelegte Invasion der Ukraine begann, hat Rumänien mehrfach Vorfälle mit Trümmerteilen und Verletzungen seines Luftraums gemeldet, die mit Angriffen in Grenznähe in Verbindung stehen.

Selenskyj: Westliche Firmen umgehen Russland-Sanktionen

Nach den jüngsten schweren russischen Raketenangriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Einhaltung der Techniksanktionen gegen den Aggressor gefordert. „Bei dem Angriff auf Kiew in dieser Woche haben die Russen Raketen eingesetzt, die in diesem Jahr hergestellt wurden“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew.

„Ohne Komponenten von Unternehmen aus Europa, Japan und den Vereinigten Staaten hätten die Russen diese Raketen einfach nicht herstellen können.“ Gleiches gelte für andere Waffen der russischen Armee bei ihren Angriffen auf ukrainische Städte. „Russlands Verbindungen zur Welt, die dem Krieg dienen, sind eine direkte Bedrohung für das Leben“, sagte der ukrainische Präsident. Die „Financial Times“ berichtete unter Berufung auf das ukrainische Präsidialamt: Aufgefundene Raketenbruchteile „enthielten Chips von US-amerikanischen Marken wie Texas Instruments, AMD und Kyocera AVX sowie von der deutschen Harting Technology Group, dem niederländischen Unternehmen Nexperia und anderen“.