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Den 23. Platz von 25 beim Eurovision Song Contest hat Sarah Engels (33) nicht verdient! Zwölf Punkte von den Jurys, null vom Publikum. Das passt nicht zu dem, was ich in der Wiener Stadthalle erlebt habe.

Zehntausend Menschen standen, jubelten, klatschten. Als Sarah als zweite Künstlerin die Bühne rockte, war Stimmung in der Halle. Auch in den Tagen davor, bei den vielen Veranstaltungen rund um den ESC, wurde Sarah gefeiert und geliebt. In Italien, in Schweden, auf Social Media, auf den Straßen.

Sarah Engels legte auf der Bühne mit ihren Tänzerinnen eine gute Show hin. Die Menschen im Saal waren begeistert

Sarah Engels legte auf der Bühne mit ihren Tänzerinnen eine gute Show hin. Die Menschen im Saal waren begeistert

Foto: nearchos/SplashNews.com

Warum spiegelt sich das jetzt nicht im Ergebnis? „Fire“ wird gestreamt, geteilt, gefeiert. Die Zahlen klettern nach oben, die internationalen Instagram-Follower auch.

Sarah überzeugt mit Stimme, Präsenz, Ausstrahlung. Mit einem Song, der im Kopf bleibt. Genau darum sollte es bei einem Musikwettbewerb doch gehen. Um Musik, Performance, Emotionen.

Sarah Engels mit BILD-Vize Tanja May in Wien

Sarah Engels mit BILD-Vize Tanja May in Wien

Foto: Matthis Kattnig, BILD

Sarah Engels hätte unter die Top 15 gehört

Nicht um taktisches Punkteschieben zwischen Ländern. Nicht um politische Sympathien oder Antipathien. Wenn am Ende solche Faktoren schwerer wiegen als Talent und Leidenschaft, verliert der Wettbewerb sein Herz.

ESC-Aus für Sarah Engels: Der 0-Punkte-Moment im Video

Quelle: Matthis Kattnig, Mark Pittelkau, BILD, Eurovision Song Contest 2026 (ORF)17.05.2026

Ja, es gab starke Auftritte. Australien, Schweden, Finnland, Malta. Sarah hätte es locker in die Top-15 geschafft. Platz 23 wirkt auf mich wie ein Urteil, das mit dem wahren Abend wenig zu tun hatte.

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Wer einmal vor Ort war, merkt schnell, wie groß die Kluft zwischen Bühne und Abstimmung sein kann. Für mich war es der erste ESC live. Meine Euphorie für das Spektakel war echt, meine Enttäuschung danach – für die Künstlerin Sarah Engels – ist es auch.

Die Siegerin Dara (27) aus Bulgarien freut sich über ihre Trophäe beim Eurovision Song Contest (ESC)

Die Siegerin Dara (27) aus Bulgarien freut sich über ihre Trophäe beim Eurovision Song Contest (ESC)

Foto: Helmut Fohringer/APA/dpa

Nächstes Jahr werde ich nicht nach Bulgarien reisen. Ich werde die Show nicht mal mehr vom Sofa aus zu verfolgen. Denn jetzt habe ich endgültig kapiert: Der ESC hat rein gar nichts mehr damit zu tun, wer der oder die Beste ist. Schade.