Vor dem Oberligaspiel zwischen dem Karlsruher SC II und dem SSV Reutlingen kam es am Samstagnachmittag rund um das Badenia-Stadion zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans und der Polizei.

Vor dem Oberligaspiel zwischen dem Karlsruher SC II und dem SSV Reutlingen ist es am Samstag, 16. Mai, in Karlsruhe zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Vereine gekommen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Karlsruhe wurden dabei mehrere Personen verletzt, darunter auch eine Polizeibeamtin.

Nach bisherigen Erkenntnissen versammelten sich gegen 15.20 Uhr rund 150 Angehörige der Karlsruher Fanszene im Bereich des Badenia-Stadions. Die Gruppe bewegte sich anschließend geschlossen in Richtung des Gästeparkplatzes P5.

Laut Polizei überwanden dort etwa 50 teilweise vermummte KSC-Anhänger die Gittertrennung zwischen den beiden Fanlagern und sammelten sich im Eingangsbereich der Gästefans. Gleichzeitig versuchten weitere Karlsruher Anhänger über den Adenauerring zur Zufahrt des Gästeparkplatzes zu gelangen.

In der Folge verließen rund 150 Anhänger des SSV Reutlingen den Gästebereich und bewegten sich ebenfalls in Richtung des Eingangsbereichs. Auch auf Reutlinger Seite hätten sich mehrere Personen vermummt. Anschließend kam es nach bisherigen Erkenntnissen zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Gruppen sowie zu Angriffen gegen Polizeikräfte.


Polizei setzt Pfefferspray, Schlagstöcke und Pferde ein

Nur durch das schnelle Zusammenziehen zahlreicher Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Karlsruhe, des Polizeipräsidiums Einsatz sowie der Bundespolizei konnten die beiden Fanlager voneinander getrennt werden. Nach Angaben der Polizei mussten die Beamten dabei mehrfach unmittelbaren Zwang anwenden. Zum Einsatz kamen unter anderem Pfefferspray, Schlagstöcke sowie Polizeipferde.

Mindestens zwei Karlsruher Fans und ein Anhänger des SSV Reutlingen wurden verletzt. Eine Polizeibeamtin erlitt eine Handverletzung und musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.


36 Tatverdächtige vorläufig festgenommen

Im Rahmen der polizeilichen Maßnahmen wurden insgesamt 36 Tatverdächtige vorläufig festgenommen. Gegen die Betroffenen wird unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs sowie wegen Körperverletzungsdelikten ermittelt.

Die Ermittlungen zum genauen Ablauf der Vorfälle sowie zu weiteren möglichen Beteiligten dauern derzeit an.

Die Polizei weist bei größeren Sportveranstaltungen regelmäßig auf die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen rund um Stadien hin. Besucher sollten Anweisungen der Einsatzkräfte beachten und größere Menschenansammlungen im Umfeld von Fanbereichen möglichst meiden.