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Die deutsche Jury und das deutsche Publikum sind sich beim ESC 2026 uneins. Die Experten sehen Polen ganz vorne, während die Fans Israel favorisieren.

Wien – Polen statt Bulgarien ganz vorne – die deutsche Jury beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien lag mit ihren Favoriten weit daneben. Das Publikum hinter den Bildschirmen sah das komplett anders. Ein Blick auf das Abstimmungsverhalten zeigt: Jury und Zuschauer lebten in zwei völlig verschiedenen ESC-Welten.

Polens Alicja überzeugte die deutsche Jury.Polens Alicja überzeugte die deutsche Jury. © Jens Büttner / dpa picture alliance

Die sieben deutschen Jury-Mitglieder vergaben ihre 12 Punkte laut ESC kompakt an Polen, 10 an Italien und 8 an Finnland – den von Wettbüros wochenlang als Sieger gehandelten Favoriten. Den späteren Gewinner Bulgarien stufte die Jury mit nur 7 Punkten auf Rang vier ein, Israel bekam sogar nur 3 Punkte. Der Zweitplatzierte des deutschen Vorentscheids, wavvyboi, verlas die Jury-Punkte live in der Finalshow. Das Muster war schon im Halbfinale erkennbar: Auch dort setzte die deutsche Jury auf Polen (12 Punkte) und Finnland (10 Punkte) – Israel landete nur auf Platz vier.

Finale des ESC: Deutsches Voting im Vergleich

Polen 12 4 Italien 10 6 Finnland 8 0 Bulgarien 7 10 Frankreich 6 0 Australien 5 0 Dänemark 4 0 Israel 3 12 Kroatien 2 7 Schweden 1 0 Griechenland 0 8 Österreich 0 5 Moldau 0 3 Ukraine 0 2 Rumänien 0 1

Beim deutschen Televoting sah die Welt völlig anders aus. Die Zuschauer trafen eher den Geschmack der europäischen Musikszene und gaben dem insgesamt Zweitplatzierten Israel die vollen 12 Punkte, gefolgt von Sieger Bulgarien (10) und Griechenland (8). Finnland etwa bekam vom Publikum null Punkte. Auch im Halbfinale hatte das deutsche Publikum Israel bereits auf Platz eins gewählt – während die Jury die Finnen bevorzugte. Die Jury bestand aus Bela Marton, Jules Kalmbacher, Len Clare, Udo Dahmen, Alina Stiegler, Hajat Joy Berhanu und Sophia Gruber.

Für Deutschlands Beitrag selbst lief es erneut schlecht: Sarah Engels, der ein Handy-Malheur passierte, holte mit „Fire“ nur 12 Punkte, ausschließlich von der Jury, vom Publikum null – Platz 23 von 25. Engels selbst nahm es gelassen: „Für Deutschland beim weltweit größten Musikwettbewerb zu singen, ist eine Ehre – ganz unabhängig davon, wie am Ende die Platzierungen ausfallen“, erklärte sie laut der Nachrichtenagentur AFP in einem SWR-Statement.

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Programmdirektor Clemens Bratzler zeigte sich frustriert: „Trotzdem sind wir natürlich enttäuscht über die Platzierung, auch wenn für uns diese eine Zahl nicht im Fokus stand.“ Siegerin Dana aus Bulgarien gewann mit 516 Punkten – laut AFP der größte Vorsprung auf einen Zweitplatzierten in der 70-jährigen ESC-Geschichte. Zumindest hier waren sich die deutschen Experten und die Fans weitgehend einig: Der bulgarische Titel lieferte mit insgesamt 17 Punkten auch die größte Überschneidung der deutschen Publikumswertung (10 Punkte) und des Urteils der Jury (7). Die Fans wunderten sich indes über den deutschen Moderator. Verwendete Quellen: ARD/„Eurovision Song Contest 2026 – Das Finale aus Wien“ vom 16. Mai 2026, ESC kompakt, AFP, dpa (cgsc)