Nach einer perfekten Saison zieht der VfB Stuttgart zum zweiten Mal in drei Jahren in die Champions League ein und spielt damit zum dritten Mal in Folge europäisch. Und der ganz große Coup kann dabei noch folgen: Am 23. Mai steht der Titelverteidiger im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München. Was besonders auffällt: Die Schwaben zeigten in den entscheidenden Saison-Momenten eine besondere Widerstandskraft.

Schwieriger Saisonstart nach Abgang von Woltemade

Zum Saisonstart gab es eine 1:2-Niederlage gegen Union Berlin. In der ersten Pokalrunde reichte es nur mit Mühe zu einem 8:7-Erfolg nach Elfmeterschießen in Braunschweig. Doch der eigentliche „Schock“ folgte kurz vor Spieltag zwei: Nick Woltemade, der zuvor schon mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wurde, wechselte (doch noch) nach Newcastle. „Wir haben uns im Sommer letzten Jahres ein paar Dinge vorgenommen, die wir umsetzen wollten. Und ich muss ganz deutlich sagen, dass es auch, bevor der Nick jetzt transferiert wurde, noch nicht ganz gelungen ist, diese Dinge umzusetzen,“ so kritisch hatte man Sebastian Hoeneß in seiner Zeit beim VfB Stuttgart bisher nie vernommen. Ein Bruch zwischen Trainer und Klubführung der das Team belasten wird? Offenbar nicht: Nach 18 Punkten aus den ersten acht Spielen schoben sich die Schwaben bis auf Tabellenplatz drei.

Dreifachbelastung – Die Auswärtsschwäche in der Europa League

Mit viel Vorfreude ging es für die Schwaben in die Europa League. Nachdem im Jahr zuvor die Playoffs in der Champions League hauchdünn verpasst wurden, war nun eine Platzierung in den Top 8 das Ziel. Doch der VfB zeigte europäisch eine außerordentliche Auswärtsschwäche: Außer einem 4:0-Erfolg im niederländischen Deventer gegen die Go Ahead Eagles gab es in der Liga-Phase in der Fremde ausschließlich Niederlagen: 0:2 in Basel, 0:1 in Istanbul, 0:2 in Rom. Aber: In der Bundesliga folgte anschließend immer einen Sieg!

Herausfordernder Februar: Dämpfer bei St. Pauli

Nach sieben Bundesligaspielen ohne Niederlage (darunter ein herausragendes 4:1 bei Bayer Leverkusen zum Jahresbeginn) und dem erfolgreichen Einzug ins Pokal-Halbfinale (3:0 in Kiel) verlor der VfB am 21. Spieltag beim FC St. Pauli nach einer schlechten Leistung mit 1:2 und drohte in der Tabelle aus den europäischen Plätzen zu fallen. In der Europa League reichte es mit Platz elf nicht für den direkten Einzug ins Achtelfinale.

In den Playoffs wartete Celtic Glasgow. Mit einem deutlichen 4:1-Auswärtserfolg legten die Schwaben den Grundstein fürs Weiterkommen (0:1 im Rückspiel). In der Liga stand, nach weiteren sieben Punkten aus drei Spielen (3:1 gegen Köln, 3:3 in Heidenheim, 4:0 gegen Wolfsburg) Platz vier – mit 13 Punkten Vorsprung auf Tabellenplatz sieben. Europa war bereits frühzeitig sicher!

März: Europa-League-Aus – wie geht es weiter?

Im Achtelfinale der Europa League war Schluss. Der VfB verlor gegen den FC Porto sowohl im Hinspiel (1:2) als auch auswärts (0:2) und schied aus. In der Bundesliga gelang ein 1:0-Sieg gegen einen direkten Konkurrenten im Rennen um die Champions League Plätze (RB Leipzig), der durch einen eindrucksvollen 5:2-Erfolg beim FC Augsburg auf Rang drei in der Tabelle endete. Kurs: Champions League!

Saisonfinish: Last-Minute-Treffer bringen Selbstvertrauen

Der Saisonendspurt begann für den VfB mit zwei Niederlagen aus drei Spielen: 0:2 zu Hause gegen Borussia Dortmund und 2:4 beim neuen deutschen Meister Bayern München. Ging dem VfB im Schlussspurt die Luft aus? Nein!

Im darauffolgenden DFB-Pokal-Halbfinale zeigten die Schwaben wieder einmal Moral und gewannen gegen den SC Freiburg durch einen Last-Minute-Treffer. Gleiches gelang beim 3:3 in Hoffenheim, in einem eigentlichen schon verloren geglaubten Spiel. Auch einen Blitzstart der Gäste im Champions-League-Showdown gegen Leverkusen verkraftete die Hoeneß-Elf und entschied die Partie am Ende mit 3:1 souverän für sich.

Stuttgart, Freiburg, Hoffenheim, Mainz, Heidenheim, Karlsruhe, Kaiserslautern

VfB-Legende Hansi Müller


SWR Sport | 17. Mai ab 21:45 Uhr
SWR Sport mit dem Bundesligafinale und VfB-Legende Hansi Müller

Schafft Heidenheim die Relegation? Kommt Stuttgart oder Hoffenheim in die Champions League? Bleibt Freiburg auf dem Conference-League-Platz? Der letzte Bundesliga-Spieltag bietet auch in SWR Sport viel Spannung und Emotionen.

Gelingt die unmögliche Titelverteidigung gegen den FC Bayern?

Eine perfekte Saison also. Am Samstag (20:00 Uhr, live in der ARD und im sportschau.de-Stream) kann der VfB Stuttgart diese noch veredeln und hat die Chance gegen den FC Bayern seinen Titel zu verteidigen.