Nach vier Niederlagen in Folge musste der HTC SW Neuss im Abstiegskampf der 2. Hockey-Bundesliga-Nord einfach liefern – und das tat er: Mit dem 5:4-Heimsieg (Halbzeit 1:2) im Derby über den Düsseldorfer HC überholten die Schützlinge von Trainer Matthias Gräber sogar den nun punktgleichen, aber im Torverhältnis schlechteren Braunschweiger THC. Die Jungs aus der Löwenstadt unterlagen am Samstag beim Großflottbeker THGC mit 1:2. Damit kommt es nach der Pfingstpause am 6. Juni in Niedersachsen zum Showdown um Platz acht, der am Ende, unabhängig vom Ausgang der Play-downs in der 1. Liga, auf jeden Fall den Klassenverbleib bringt.
So weit mochte Gräber indes nach der Schlusssirene gar nicht denken. „Jetzt genießen wir das erst mal“, sagt er sichtlich erleichtert. Er freute sich nicht nur über die drei Punkte, sondern auch darüber, dass seine Mannschaft endlich mal die Früchte einer guten Leistung einzubringen vermochte. Danach hatte es nach Treffern von Tyler Gaddes (Strafecke/11.) und Paul Kramer (13.) zur 2:0-Führung für den DHC, bei dem der von September 2013 bis Mai 2016 in Neuss tätige Niederländer Omar Schlingemann mit Dominic Giskes ein Trainerduo bildet, freilich gar nicht ausgesehen.
Aber der 58 Sekunden vor Ende des ersten Viertels von Krystian Sudol erzielte Anschlusstreffer machte etwas mit dem HTC. Plötzlich war vor allem im Angriff die so lange vermisste Entschlossenheit zurück. Durch zwei von Oleksandr Solomianyi mit Überzeugung verwandelte Strafecken und das Tor von Robert Schmalohr aus spitzem Winkel durch die Hosenträger von DHC-Keeper Magnus Turowski ging Schwarz-Weiß mit 4:2 in Front – und knickte auch nicht mehr ein, als Felix Waffenschmidt in Unterzahl per Strafecke auf 3:4 (45.) verkürzte.
Jacob Eimer hämmerte den Ball lustvoll zum 5:3 (51.) ins Netz. Danach brachte der DHC für Turowski den elften Feldspieler, kam aber durch Jonas Cofalla (Strafecke/56.) nur noch zum 4:5. Die Pause überbrückt der HTC mit Testspielen in Venlo (2. Liga) am 28. Mai und gegen Schwarz-Weiß Köln am 2. Juni.