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Uns auf Google folgenFußball, Männer, Bundesliga, Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart, 34. Spieltag, Deutsche Bank Park. Trainer Sebastian Hoeneß (l, VfB Stuttgart) jubelt mit Deniz Undav (VfB Stuttgart) nach Spielende. Das Spiel endete 2:2. (zu dpa: „Party vor Pokalfinale: Stuttgarts Königsklassen.-Rückkehr“)In Bierlaune: Trainer Sebastian Hoeneß (links) mit Stürmer Deniz Undav. © Uwe Anspach/dpa

Trainer Sebastian Hoeneß lässt sein Team ausgiebig feiern. Vor dem Pokalfinale gegen Bayern wartet nun die Champions League auf den VfB Stuttgart.

Eine große Brauerei mit Hauptsitz in Frankfurt-Sachsenhausen ist seit drei Jahren der offizielle Bierpartner von Eintracht Frankfurt. Dieser Gerstenhaft gehört ohnehin seit Ewigkeiten zur Grundversorgung vieler Heimfans. Ungewöhnlich nur, dass die grünen Kisten wie am Samstag auch in die Gästekabine geschleppt werden müssen. Doch beim VfB Stuttgart war nach dem letzten Bundesligaspiel (2:2) der Durst groß.

Zumal Trainer Sebastian Hoeneß nach dem erneuten Einzug in die Champions League nicht die geringste Neigung verspürte, eine Feier mit gebremstem Schaum zu befehlen. Bloß, weil nächsten Samstag noch das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern wartet? „Wer bin ich,“ fragte der 44-Jährige rhetorisch, „dass ich die Jungs jetzt nicht feiern lasse? Sie dürfen machen, was sie wollen. Champions League ist was ganz Besonderes. Alle Leinen los“. Kurz darauf verabschiedete er sich selbst mit den Worten aus dem Waldstadion: „Schöne Sommerpause. Ich gehe jetzt feiern.“

Sein hochkonzentriertes Ensemble hatte durch einen Kopfball von Chema (10.) und den von Deniz Undav glänzend bedienten Nikolas Nartey (45.+4) früh die Hausaufgaben abgearbeitet. Als sich herumgesprochen hatte, dass selbst eine Niederlage den vierten Platz nicht mehr gefährden konnte, ließen die Schwaben ein bisschen nach. Hoeneß lobte seine Mannschaft, die es trotz des „mit Abstand schwersten Restprogramms“ wieder geschafft habe, „noch mal einen draufzusetzen“.

Vizemeister 2024, Pokalsieger 2025, Champions-League-Qualifikation und Pokalendspiel 2026: Besser geht es für einen ambitionierten Traditionsverein kaum, der bei Amtsübernahme des gebürtigen Münchners im April 2023 bekanntlich Tabellenletzter war. Nach den Relegationsspielen gegen den Hamburger SV vor drei Jahren will die Erfolgsstory mit dem roten Brustring einfach nicht enden. „Diesen Hunger müssen wir uns fürs Endspiel in Berlin unbedingt behalten“, merkte der VfB-Coach noch an, der nach Schlusspfiff wilde Freudensprünge auf dem Rasen hingelegt hatte.

Sportvorstand Fabian Wohlgemuth wirkte nur äußerlich zurückhaltender. „Die Superlative gehen nicht aus“, erklärte der besonnene Baumeister mit breitem Grinsen. Die zweite Zulassung binnen drei Jahren für die größte Geldvermehrungsmaschinerie im Klubfußball sei ein Glücksfall: „Sportlich und wirtschaftlich ergeben sich andere Möglichkeiten. Wir können ein paar Entwicklungsthemen beschleunigen.“

Plädoyer für Führich

Manager und Trainer warben dafür, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann als Augenzeuge gesehen haben müsste, was ihre WM-Kandidaten unter Druck leisten können. Während sich Hoeneß durch die „VfB-Brille“ einfach einen „großen Block“ wünschte („Jeder sieht, dass die Jungs in Form sind“), hielt Wohlgemuth explizit ein Plädoyer für die Nominierung von Außenspieler Chris Führich („ein Spielertyp, den es nicht so oft gibt“) und Torwart Alexander Nübel („gehört zu den Toptorhütern in der Bundesliga“). Beide sollten aus seiner Sicht zwingend mit zur WM fahren.