
Die Sportgemeinschaft Essen-Schönebeck hat furios gekämpft, kam im Saisonfinale gegen den SC Freiburg aber nicht über ein 1:1 (0:0)-Remis hinaus.
Ein Fußballwunder war der Traum, ein Sieg im letzten Heimspiel gegen den Sportclub Freiburg das Minimalziel. Beides blieb der SGS beim 1:1 (0:0) verwehrt.
Essenerinnen überzeugen kämpferisch
Der Klassenerhalt war nach dem 0:3 im Kellerduell beim 1. FC Nürnberg am vorletzten Spieltag unwahrscheinlich. Drei Punkte Rückstand und ein um elf Treffer schlechteres Torverhältnis als der Hamburger SV waren kaum aufzuholen. Kämpferisch ließen die Essenerinnen indes nichts unversucht. Ramona Maier setzte in der 7. Minute ein Ausrufezeichen, als sie SC-Keeperin Rebecca Adamczyk im linken Strafraumeck mit einem sehr robustem Einsatz den Ball abknöpfte, mit ihrer Flanke vor dem Tor jedoch keine Abnehmerin fand.
Gleiches galt für die Offensivbemühungen der Freiburgerinnen, deren Flanken in der Anfangsphase genauso ungefährlich blieben wie ein Schuss von Leela Egli, der deutlich am Tor von Kim Sindermann vorbeiflog (12. Minute). Wurde es gefährlich wie in Minute 21, als Lisa Karl mit einem Steilpass von Nicole Ojukwu im Essener Strafraum bedient wurde, war Sindermann zur Stelle und entschärfte die Situation.
Flach mit artistischer Rettungsaktion kurz vor der Pause
Trainerin Heleen Jaques hatte nach der Schlappe in Nürnberg betont, dass in ihrem Team der Wille brenne, „es zum Saisonfinale noch einmal besser zu machen“. Das war auf dem Platz deutlich zu erkennen, wobei es den Essenerinnen zunächst trotz vieler Ballgewinne im Mittelfeld nicht gelang, die für einen Sieg nötigen Chancen zu erzwingen. Kein neues Problem, stellte die SGS Essen vor dem Saisonfinale doch mit 21 Toren die schwächste Offensive der Frauen-Bundesliga.
Spektakel gab es in Durchgang eins trotzdem noch. Als Paula Flach im Freiburger Strafraum zu Boden gegangen war, der Elfmeterpfiff aber ausblieb, prüfte Leonie Köpp Adamczyk mit einem strammen Schuss (41.). Dann bekamen die Zuschauer auf der Gegenseite nach einem Konter Artistisches geboten, als Flach einen Lupfer von Alena Bienz für ihre geschlagene Torhüterin Sindermann im Sprung vor der Linie rausspitzelte (42.). Wer gerade die Eishockey-WM in der Schweiz verfolgt, mag sich an die spektakuläre Rettungsaktion von Moritz Seider bei der 1:3-Niederlage des DEB gegen Finnland erinnert gefühlt haben.
Sindermann hält Hoffnung mit starker Parade am Leben
Das war bis dahin die größte Chance der Partie, wenngleich Jacqueline Meißner für Essen in der Nachspielzeit aus kurzer Distanz noch einmal an Adamczyk scheiterte. Es blieb zur Pause beim 0:0. Da die Partie von Meister Bayern München beim HSV nach 45 Minuten ebenfalls torlos war, deutete nichts auf ein Essener Fußballwunder hin. Die Zeichen standen nach 22 Jahren Erstliga-Fußballs klar auf Abschied.
Direkt nach Wiederanpfiff hielt Sindermann die Hoffnung zunächst am Leben, als sie einen Kopfball von Sophie Nachtigall im rechten unteren Eck stark entschärfte (46.). Die SGS sorgte erst in der 62. Minute wieder für Gefahr, als Beke Sterner nach einer Ecke am Tor vorbeiköpfte. Die Bundesliga-Zeit lief den Essenerinnen davon, als es nach 70 Minuten bei ihnen wie auch beim HSV 0:0 stand.
SGS Essen verpasst zweiten Treffer und kassiert Ausgleich
In der Schlussphase ging es an der Essener Hafenstraße vor einer Rekordkulisse von fast 6.000 Zuschauern mit Blick auf das Torverhältnis im Grunde nur noch um ein Erfolgserlebnis zum Bundesliga-Abschied. Und dem kam die SGS Essen nahe, als Sterner es nach einer weiteren Ecke mit dem Fuß präziser machte und den Ball zur Führung für die Gastgeberinnen in den rechten Winkel spitzelte (71.).
Die SGS hätte nachlegen können – etwa als die eingewechselte Natasha Kowalski sich im Strafraum durchsetzte und Adamczyk zu einer Fußabwehr zwang (80.). Doch trotz starker Schlussoffensive blieb dem Team von Jaques nicht nur ein weiterer Treffer verwehrt, sondern die Esseninnen kassierten durch Svenja Fölmli (86.) noch den Ausgleich. Selbst ein etwas höherer Sieg hätte indes nichts genutzt, da Meister Bayern sein Spiel in Hamburg dank eines späten Treffers von Georgia Stanway nur ganz knapp mit 1:0 gewann.
Für den letzten reinen Frauen-Verein im Fußball geht die sportliche Reise in der nächsten Saison also in der 2. Liga weiter.
Unsere Quellen:
- Partie von SGS Essen gegen SC Freiburg bei Magenta Sport am 17. Mai 2026
Sendung: WDR.de, „SGS Essen aus der Bundesliga der Frauen abgestiegen“, 17.05.2026, 16:54 Uhr