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Im Zentrum von Modena fährt ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschengruppe. Mehrere Menschen werden verletzt. Der Fahrer wird auf der Flucht gestoppt.
Modena – Update vom 17. Mai, 14:45 Uhr: Der 31-jährige Mann, der am Samstagnachmittag mit einem Citroën C3 mit rund 100 km/h in eine Fußgängergruppe auf der Via Emilia gerast war, hat im Verhör von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Er sitzt derzeit wegen Totschlags und schwerer Körperverletzung in Untersuchungshaft. Sein Anwalt betonte laut der Nachrichtenagentur Ansa, er habe noch keine Akten einsehen können.
Vier Menschen sind nach dem Vorfall schwer verletzt. © Uncredited/LaPresse/AP/dpa
Erste Analysen der in der Wohnung des Fahrers beschlagnahmten Geräte ergaben keine Hinweise auf eine islamistische Radikalisierung oder Verbindungen zu jihadistischen Gruppen. Ermittler gehen derzeit davon aus, dass die Tat auf die psychischen Erkrankungen des Mannes zurückzuführen ist. Er soll nach Angaben der Präfektin von Modena, Fabrizia Triolo bereits 2022 in psychiatrischer Behandlung gewesen sein und an einer schizoiden Persönlichkeitsstörung leiden. Triolo zufolge stand der Fahrer nicht unter dem Einfluss von „psychotropen Substanzen“.
Unterdessen haben Italiens Präsident Sergio Mattarella sowie Ministerpräsidentin Giorgia Meloni das Krankenhaus in Bologna besucht. Hier werden mehrere Verletzte weiterhin versorgt. Drei Verletzte, alle Berichten zufolge Italiener, wurden bereits aus der Notaufnahme der Poliklinik Modena entlassen. Die Politiker bedankten sich bei zwei der vier Personen, die den Angreifer aufgehalten hatten, unter ihnen auch Luca Signorelli. „Ich habe gezeigt, dass Italien nicht tot ist, es ist noch da“, sagte Signorelli. „Mattarella gratulierte mir und sagte, ich hätte eine heldenhafte Geste vollbracht.“
Update vom 17. Mai, 7:23 Uhr: Ein Augenzeuge, selbst mit einer Verletzung im Gesicht und am Kopf, schilderte die fürchterlichen Momente aus Modena unmittelbar danach: „Er hat eine Person voll erwischt, die beide Beine verloren hat“, sagte er bei rainews.it. Als er versuchte, der schwer verletzten Frau zu helfen, floh der Täter aus dem Auto – mit einem Messer in der Hand. „Der Verdächtige ist aus dem Auto, und während ich versuche, der Frau mit den amputierten Beinen zu helfen, rennt er weg. Ich habe ihn sofort verfolgt. Vier oder fünf andere Personen sind hinter mir hergekommen.“ Später stellte er den Täter. Ein Video auf rainews.it soll den Moment zeigen, als sich die Verfolger auf den Täter stürzten.
Deutsche Urlauberin in Modena schwerstverletzt – neue Details zu Opfern
Update vom 17. Mai, 7:23 Uhr: Wie Bürgermeister Massimo Mezzetti nach einer Lagebesprechung mitteilte, befindet sich unter den Schwerverletzten auch eine deutsche Touristin, wie die dpa berichtet. Insgesamt wurden bei dem Vorfall acht Menschen verletzt, vier davon schwer. Eine weitere schwer verletzte Person soll aus Polen stammen.
Laut Rai wurden in der Nacht zwei Patienten in Bologna behandelt: Eine 55-jährige Frau schwebte in Lebensgefahr, während ein 55-jähriger Mann zwar in ernstem, aber stabilem Zustand sei. Drei weitere Personen werden im Krankenhaus in Baggiovara behandelt: eine 69-Jährige, die in kritischem Zustand in einen Operationssaal eingeliefert wurde, eine 53-Jährige in erstem Zustand sowie ein Mann mit einer Handgelenksverletzung. Bei den beiden Frauen, die in Baggiovara behandelt werden, soll es sich um die deutsche Touristin und die Polin handeln.
Ursprungsartikel vom 16. Mai, 18:41 Uhr: Die Sonne scheint, die frühsommerlichen Temperaturen laden zum Schlendern durch das Zentrum ein. Doch plötzlich rast ein Auto in Modena auf der stark frequentierten Via Emilia mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschengruppe. Rund zehn Fußgänger werden erfasst, einige von ihnen schwer verletzt. Die Szenen, die sich danach abspielen, lassen Zeugen fassungslos zurück.
Das Zentrum von Modena. Am Samstagnachmittag raste ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug durch die Via Emilia und erfasste mehrere Personen. (Archivbild/Collage) © Yay Images/IMAGO/Region Emilia-Romagna
Laut einer ersten Rekonstruktion der Behörden, über die ANSA berichtet, steigt der Fahrer nach dem Angriff aus dem Wagen und flieht zu Fuß. Als ein Passant versucht, ihn aufzuhalten, zieht der Mann ein Messer und sticht auf ihn ein. „Ich habe zwei Hiebe abbekommen“, wird der Betroffene vom Corriere della Sera zitiert. Mindestens vier Menschen werden schwer verletzt.
Mann rast durch Modena und erfasst mehrere Fußgänger
Das Fahrzeug, vermutlich ein Citroën C3, kam laut Sky TG24 aus Richtung Largo Garibaldi und fuhr mit hoher Geschwindigkeit in die Menschenmenge. Die Via Emilia und das Zentrum Modenas sind an Samstagnachmittagen besonders belebt – Familien, Touristen, Flaneure. Nach ersten Erkenntnissen hat das Auto mit voller Geschwindigkeit Fußgänger auf dem Largo Porta Bologna überfahren und ist anschließend gegen die Schaufensterscheibe eines Geschäfts geprallt. Bilder in den sozialen Medien zeigen die Momente nach der Fahrt.
Kurz nach der Tat gelingt es den Einsatzkräften, den Verdächtigen zu stellen. Laut Gazzetta del Sud handelt es sich um einen etwa 30-jährigen Mann, der von den Sicherheitskräften festgenommen wird. Er selbst soll bei dem Vorfall ebenfalls verletzt worden sein.
Auto rast in Leipzig in Menschenmenge: Zwei Tote – Bilder zeigen Drama
Fotostrecke ansehen„Haben gesehen, wie die Menschen durch die Luft flogen“ – Hintergründe unklar
Die gesamte Zone rund um den Tatort wird weiträumig abgesperrt. Rot-weißes Absperrband, mehrere Krankenwagen, Carabinieri, Finanzpolizei und Polizei sind im Einsatz. Die Verletzten werden noch an Ort und Stelle versorgt – mindestens zwei von ihnen in kritischem Zustand. Medienberichten zufolge könnte eine verletzte Frau beide Beine verloren haben.
„Wir haben das Auto kommen sehen, es steuerte auf den Bürgersteig zu. Es gab plötzlich Gas. Es fuhr mindestens hundert Kilometer pro Stunde, wir haben gesehen, wie die Menschen durch die Luft flogen“, so der Bericht eines Zeugen gegenüber dem Corriere della Sera. Die Ermittler in Modena prüfen noch das genaue Motiv des Täters. Über das Motiv der Raserfahrt ist bislang nichts bekannt.
„Man muss die Hintergründe klären, aber es ist ein dramatischer Vorfall. Ich bin zutiefst erschüttert; unabhängig von den Hintergründen ist es ein äußerst schwerwiegender Vorfall. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, wäre es noch schwerwiegender“, wird der Bürgermeister von Modena, Massimo Mezzetti, unmittelbar nach dem Unfall vom Corriere zitiert. Erst Anfang Mai raste in Leipzig ein Fahrzeug in eine Menschenmenge. (Quellen: Corriere della Sera, Ansa, SkyTG24, Gazzetta del Sud, Vivo Modena) (jm)