Nachdem im Kölner Stadtteil Bickendorf der Hauptsitz der „Wilden Horde“ in Flammen aufging, zeigten sich die Erzrivalen von Borussia Mönchengladbach schadenfroh. Beim 4:0-Sieg ihres Teams gegen die TSG Hoffenheim präsentierten die Fohlen-Fans ein Banner, das bei den FC-Anhängern für Kopfschütteln sorgte: „Auf der Asche tanzt der VfL.“

Die klare Provokation, eine Zeile aus einem Spottlied gegen den „FC“, heizte die ohnehin seit Jahrzehnten angespannte Rivalität zwischen den Fanszenen der beiden NRW-Vereine weiter an.

📌 Die Feindschaft zwischen Köln und Gladbach

  • Es begann mit Hennes Weisweiler: Der Trainer prägte erst den FC, machte dann Gladbach groß — und kehrte später nach Köln zurück. Diese Personalie gab der Rivalität früh richtig Feuer.
  • 1978 wurde es historisch bitter: Köln und Gladbach lieferten sich ein irres Meisterrennen. Am Ende wurde der FC trotz Gladbachs legendärem 12:0 gegen Dortmund Meister — für Borussia ein Trauma-Kapitel.
  • Fanlager mit klaren Fronten: Für viele Kölner ist Gladbach der größte Rivale überhaupt — noch vor Leverkusen oder Düsseldorf. Umgekehrt lebt die Borussia-Szene das Derby ebenfalls als Prestigeduell mit besonderer Schärfe.

Borussia Mönchengladbach: Seitenhieb auf den 1. FC Köln

Die Botschaft der Gladbacher Unterstützung während des Ligaspiels am Samstag war unmissverständlich: Die jüngste Tragödie des 1. FC Köln geriet zur Zielscheibe für Hohn und Spott. Mit ihrem Transparent in der Nordkurve spielte die Gladbacher Fanszene auf einen populären Fangesang ihrer Anhänger an. Der provokative Song, der die Rivalität zwischen beiden Klubs berüchtigt gemacht hat, enthält die Zeile: „Sieben Tage brennt der Kölner Dom“.

Die Gladbacher Ultras geizten auch gegenüber vereinseigenen Gesichtern nicht mit Kritik. Deutlich zeigte sich dies im Fall von Mittelfeldspieler und Ex-Kapitän Rocco Reitz, der bei Borussia Mönchengladbach ausgebildet wurde und mit seiner Rolle als Eigengewächs und Spielführer eigentlich eine Vorbildfunktion innehat. Doch der 23-Jährige sorgte mit seinem Wechsel zu RB Leipzig und der Abwesenheit während seiner Verabschiedung aufgrund einer Erkrankung für Unmut bei den Fans.

Gladbach-Fans teilen gegen Rocco Reitz aus

Wieder war es ein Banner in der Nordkurve, das die Meinung der Gladbacher laut und unverblümt deutlich machte: „Im Abstiegskampf und der Derbywoche als Kapitän die Segel streichen – sicherlich wirst du bei RB menschlich reifen.“ Klare Worte, die die Enttäuschung der Anhänger über ihren ehemaligen Liebling unterstreichen.

Die Gladbacher Fanszene hat sich am Wochenende nicht nur gegen den Rivalen 1. FC Köln, sondern auch gegen Rocco Reitz positioniert. Mit scharfen Worten auf ihren Bannern traten die Anhänger der Fohlen eindeutig ihren Frust heraus.

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