Es ist ein Zustand, der Patientinnen und Patienten sowie Verwandte seit Monaten fassungslos macht: Der einzige barrierefreie Zugang zur Poliklinik in Halle-Neustadt ist von tiefen Schlaglöchern und rissigem Asphalt übersät. Wo eigentlich Menschen mit Gehbehinderungen, Rollstühlen oder Kinderwagen einen sicheren Weg zu den zahlreichen Facharztpraxen finden sollten, herrscht akute Unfallgefahr.

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Kritik reißt nicht ab: Erste Stürze bereits gemeldet

Die Kritik an dem maroden Straßenabschnitt ist nicht neu, gewinnt jedoch massiv an Brisanz. Sowohl beim jüngsten Bürgerforum in Neustadt als auch beim „Tag der Begegnung“ wurde die unhaltbare Situation erneut von Bürgerinnen und Bürgern angeprangert.

Besonders dramatisch: Die Behörden wurden nicht erst gestern aufmerksam gemacht. Bereits im August vergangenen Jahres meldete ein Vertreter der regionalen Rheumaliga den desolaten Zustand an die Stadtverwaltung. In seinem Schreiben warnte er eindringlich vor den Gefahren und berichtete sogar von älteren Menschen, die mit ihren Rollatoren in den tiefen Kratern hängengeblieben und gestürzt waren. Passiert ist seither sichtbar wenig.

Stadt kündigt Reparatur an – Kosten rund 31.000 Euro

Auf Nachfrage von dubisthalle.de gibt es nun zumindest ein Signal aus dem Rathaus. Die Verwaltung gelobt Besserung, wenn auch mit spürbarer Verzögerung.

„Eine Reparatur des beschriebenen Bereichs wird vorbereitet“, erklärt ein Stadtsprecher. „Aktuell laufen Abstimmungen mit der Unteren Verkehrsbehörde zu den erforderlichen Sperrungen während der Bauzeit.“

Für die Beseitigung der Gefahrenstelle nimmt die Stadt Geld in die Hand: Rund 31.000 Euro sind für die Sanierungsarbeiten veranschlagt. Wann genau die Bagger anrollen, bleibt vorerst allerdings unklar.

Keine Übergangslösung für Betroffene

Ein großer Wermutstropfen bleibt für die Patientinnen und Patienten bis zum Baustart bestehen: Eine schnelle Alternativlösung – wie etwa das provisorische Schaffen einer ebenen Passage für Rollstuhlfahrer und Rollatoren – ist seitens der Stadt nicht vorgesehen. Bis zur tatsächlichen Reparatur bleibt der Weg zum Arzt für viele Neustädter somit weiterhin ein gefährlicher Spießrutenlauf.

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