Dresden (dpa) – In Dresden entlud sich nach den 90 Schlussminuten dieser Saison ein Jubelorkan. Nicht nur wegen des 2:1 (2:0)-Sieges der Dynamos gegen Holstein Kiel. Vor allem wegen des gesicherten Klassenverbleibes des Aufsteigers, der vor der Winterpause noch auf dem letzten Platz gelegen hatte. Eine furiose Rückrunde katapultierte das Team von Trainer Thomas Stamm noch auf den 11. Platz der 2. Fußball-Bundesliga. Die Spieler tanzten im Mittelkreis und herzten ein letztes Mal Stefan Kutschke, der seine Karriere gebührend beendete.
Matchwinner am letzten Spieltag war Vincent Vermeij. Zweimal (15. Minute, 37.) stand der Niederländer dort, wo ein Mittelstürmer stehen muss und nahm seinen Teamkollegen die Angst, vielleicht doch noch auf den Relegationsplatz abrutschen zu können.
Vincent Vermeij (Dynamo Dresden) jubelt nach seinem Tor zum 1:0. Robert Michael/dpa
„Wir wollten gern den Klassenverbleib früher erreichen. Ich bin unheimlich stolz, wie die Mannschaft allen Widerständen zum Trotz das erreicht hat. Wir sind bei uns geblieben“, sagte Cheftrainer Stamm. Vor der Rückrunden-Vorbereitung hatte er Zweifel, ob die Mission Klassenverbleib noch gelingen kann. Mit den Neuzugängen, der Arbeit im Trainingslager und der Stimmung im Team seien die Zweifel aber verflogen.
Dynamo von Beginn an hellwach
Anders als zuletzt begann Dynamo nicht abwartend, sondern setzte Angstgegner Kiel mit forschen Attacken unter Druck. Aus einer solchen Balleroberung von Niklas Hauptmann (7.) entstand auch die erste Großchance. Vermeij stand mit dem Rücken zum Tor allein im Strafraum, suchte aber nicht selbst den Abschluss, sondern versuchte, Robert Wagner ins Spiel zu bringen, der aber geblockt wurde.
Nach 15 Minuten machte er es besser. Der erste Dynamo-Eckball von Alexander Rossipal landete im Fünfmeterraum irgendwie vor den Füßen des Niederländers, der blitzschnell einschob.
Dynamo gibt Spielregie ab
Kiel fand erst nach gut 20 Minuten ins Spiel, dann aber sehr dominant. Man schnürte die Sachsen minutenlang vor dem eigenen Tor ein. Die Dresdner versuchten, sich immer wieder spielerisch zu lösen, vertändelten aber oft den Ball, so dass es kaum Entlastung gab. Echte Chancen für Kiel aber auch nicht.
Stattdessen schlug wieder Dynamo zu. In einen verunglückten Schuss von Kofi Amoako flog zur Überraschung aller erneut Vermeij und versenkte den Ball zum 2:0 per Kopf. Es war sein elfter Saisontreffer. Und Dynamo nutzte die psychologische Überlegenheit. Tim Schreiber hielt in der Nachspielzeit der ersten Hälfte einen zweifelhaften Foulelfmeter von Alexander Bernhardsson.
Nicht mehr viel los nach der Pause
Halbzeit zwei ist schnell erzählt. Das Geschehen spielte sich zwischen den Strafräumen ab, Chancen waren Mangelware. Dass Holstein dennoch zum Anschluss kam, lag an einer schlecht verteidigten Ecke. Der frühere Dresdner Phil Harres versenkte den Ball im Winkel.
Die Fans im K-Block zeigen für Stefan Kutschke (Dynamo Dresden) zur Verabschiedung eine Choreographie. Robert Michael/dpaZehn Spieler wurden verabschiedet
Zehn Spieler wurden nach der Partie von Dynamo verabschiedet. Stefan Kutschke, der seine Laufbahn beendet, bekam von den Fans bereits vor dem Spiel eine beeindruckende Choreographie. Keinen neuen Vertrag bekommen Claudio Kammerknecht und Jan-Hendrik Marx. Auch alle Leihspieler – Thomas Keller, Jonas Sterner, Julian Pauly, Robert Wagner, Konrad Faber, Ben Bobzien und Jason Ceka – müssen zurück zu ihren Stammvereinen. Sport-Geschäftsführer Sören Gonther kündigte jedoch an, man werde versuchen, den einen oder anderen wieder nach Dresden zu holen.
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