War Chefscout bei BVB & Bayern 

Werder Bremen holt Markus Pilawa als Kaderplaner – War bei BVB & FC Bayern

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Dieser Artikel erschien in einer ersten Version um 13:31 Uhr und wurde nach der Fixmeldung aktualisiert.

Die Kaderplanung sorgte bei Werder Bremen in der zurückliegenden Saison für viele Diskussionen, am letzten Bundesliga-Spieltag forderten die Fans mit Plakaten Konsequenzen in der sportlichen Führung. Diese folgen keine 24 Stunden später: Markus Pilawa übernimmt ab der kommenden Transferphase die Verantwortung für den Kader bei den Grün-Weißen. Die offizielle Verkündung erfolgte am Sonntag.

Pilawa war von 2012 bis 2022 als Scout und Chefscout bei Borussia Dortmund tätig, anschließend übernahm er diese Rolle bis 2024 beim FC Bayern. In Bremen ist der 48-Jährige an der Seite von Geschäftsführer Clemens Fritz und Lizenzleiter Peter Niemeyer für die Kaderplanung verantwortlich. Johannes Jahns, der seit Sommer 2023 an der Weser tätig war, wurde in diesem Zuge freigestellt.

So begründet Werders Fritz die Pilawa-Entscheidung

„Wir sind sehr froh, dass wir Markus für Werder gewinnen konnten. Markus bringt aus seiner Zeit bei Bayern München und Borussia Dortmund eine große Expertise, Erfahrung und ein großes Netzwerk mit. Wir sind überzeugt, dass er dem Bereich Scouting und Kaderplanung neue Impulse zur Weiterentwicklung geben wird. Wir wollen mit Markus den Weg, den wir im letzten Jahr mit der strategischen Neuausrichtung begonnen haben, weiter gehen. Ziel ist es eine Mannschaft zusammenzustellen, die eine gute Mischung aus jungen, entwicklungsfähigen Spielern und erfahrenen Profis ist. Markus wird am kommenden Mittwoch seine neue Aufgabe starten“, erklärte Fritz.

„Im Zuge unserer Saisonanalyse haben wir die Entscheidung getroffen, uns in der Leitung dieses Bereichs neu aufzustellen. Wir danken Johannes für seinen Einsatz in den letzten Jahren. Er genießt im Verein auch menschlich eine hohe Wertschätzung. Er hat mit großem Engagement und hoher Professionalität für Werder gearbeitet. Gerade auch in den letzten Wochen, die für den Verein und auch ihn nicht einfach waren, war er mit vollem Einsatz für Werder tätig. Für seine Zukunft wünschen wir ihm alles Gute“, so Fritz weiter.


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In Dortmund half Pilawa dabei, dass der BVB während seiner Zeit im Klub ein Transferplus von knapp 120 Millionen Euro erwirtschaftete – höher als jeder andere Bundesligist in diesem Zeitraum. Beim FC Bayern wird ihm laut „Sky“ eine gewisse Rolle bei der Verpflichtung von Michael Olise zugeschrieben, der 2024 für 53 Millionen Euro von Crystal Palace kam und heute mit einem Marktwert von 140 Millionen Euro zu den zehn wertvollsten Spielern weltweit gehört.

Werder vor richtungsweisendem Transfersommer: Stage fordert Änderungen

In Bremen soll Pilawa mithelfen, einen Kader auf die Beine zu stellen, der mehr als die 32 Punkte in dieser Saison holen kann. Gleichzeitig müssen aber auch Einnahmen durch Spielerverkäufe generiert werden. Ein Kandidat dabei ist Mittelfeldmotor Jens Stage, der zur Auswahl als Spieler der Saison bei Transfermarkt steht. Mit zehn Toren war der Däne bester Torschütze bei Werder und könnte mit 29 Jahren die Chance auf einen Wechsel zu einem größeren Verein wahrnehmen.


„Ich bin hier glücklich, es ist ein richtig geiler Verein. Aber im Fußball weiß man nie, was passiert“, sagte Stage nach dem Dortmund-Spiel (0:2) am Samstag. Mit einem Marktwert von 14 Millionen Euro ist der Rechtsfuß hinter Karim Coulibaly (22 Mio. €) und Romano Schmid (15 Mio. €) der wertvollste Werder-Profi. „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder ich bleibe hier noch ein paar Jahre oder ich probiere im Sommer vielleicht noch einmal etwas Neues aus.“

Entscheidend dafür dürfte auch die Art und Weise sein, mit welchen Ambitionen die Werder-Chefs in die Zukunft schauen. Schon mit Ex-Trainer Ole Werner hatte es im vergangenen Jahr unterschiedliche Auffassungen gegeben, wie risikoreich auf dem Transfermarkt agiert werden soll – was letztlich zur Trennung führte. Auch Stage deutete nun an, Änderungen sehen zu wollen. „Das fängt bei den Verantwortlichen an und damit, was passiert, während wir im Urlaub sind“, so Stage vielsagend. „Wichtig ist natürlich auch, dass die Richtung des Klubs wieder stimmt.“ Fritz konterte, angesprochen auf die Aussagen von Stage: „Ich sehe mich nicht in der Bringschuld, den Spielern von unserer Kaderplanung zu berichten. Das besprechen wir intern.“

Muss Werder Bremen Mio Backhaus verkaufen?

Offene Baustellen gibt es im Bremer Kader genug, unter anderem ist die Situation bei vielen Leihspielern unklar. Während Victor Boniface, Maximilian Wöber und Isaac Schmidt am Samstag offiziell verabschiedet wurden, gibt es bei Cameron Puertas, Yukinari Sugawara und Karl Hein, für die jeweils Kaufoptionen bestehen, sowie bei Winterzugang Jovan Milosevic noch die Möglichkeit auf einen Verbleib. „Es gibt noch Rede- und Verhandlungsbedarf. Es gibt keine Garantie, dass alle vier in der kommenden Saison hier für uns spielen“, sagte Fritz bei „Radio Bremen“.

Gleiches gilt für Torhüter Mio Backhaus, der in den vergangenen zwölf Monaten eine steile Entwicklung nahm und nach dem Abpfiff am Samstag sichtlich emotional wirkte. War es das letzte Spiel für das Eigengewächs, das seit 2018 im Verein ist? Fritz deutete einen möglichen Verkauf bereits an: „Mio Backhaus hat eine herausragende Saison gespielt, wovon man nicht ausgehen konnte. Wir sind auf Transfereinnahmen angewiesen. Wir müssen schauen, was in den nächsten Wochen passiert.“ Interesse gibt es unter anderem aus der Bundesliga, Serie A und Premier League.

Gerücht

Mio Backhaus
M. Backhaus SV Werder Bremen Torwart Werder Bremen SV Werder Bremen

 

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