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RSV-Akteur Julian Lammering (14) setzt sich allein gegen die Wiesbadener Kei Akita (25) und Mojtaba Kamali (10) durch. © Diekmann
Der RSV Lahn-Dill hat die Rhine River Rhinos in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga herausgekegelt und steht im Finale. Das besondere: Die Mannschaft konnte am Sonntag kein einziges Mal auswechseln.
Einst sang Schlager-Ikone Katja Eppstein „Wunder gibt es immer wieder“ – und in genau diesen Hit von 1970 kann aktuell der RSV Lahn-Dill einstimmen. Am Ende einer bemerkenswerten Halbfinalserie bezwang der Rekordmeister aus Wetzlar nicht nur die Rhine River Rhinos am Sonntag in Spiel drei der Playoffserie mit 62:52 (15:13/32:28/46:37), sondern auch die Hypothek, ohne Lowpointer Jannik Blair und damit auch ohne das Center-Quartett Erskine, Gail, Güntner und Higgins antreten zu können. Nun stehen die Mittelhessen in der Endspielserie und erwarten am kommenden Sonntag in der Buderus-Arena Wetzlar die Thuringia Bulls.
Lowpointer Jannik Blair muss bei RSV Lahn-DIll erneut aussetzen
Noch am Vortag probierte es der australische Nationalspieler zumindest kurz, doch dieser Versuch endete schließlich im kompletten Ausfall des Lowpointers im dritten und entscheidenden Halbfinalduell der „Best-of-three“-Serie. Und dies schienen die gastgebenden Wiesbadener in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit gleich zu Beginn eiskalt ausnutzen zu wollen. Der Iraner Mojtaba Kamali, Nationalspieler Nico Dreimüller und der britische Kapitän Jim Plamer sorgten schnell für das 8:2 (3.) für ihre Farben, ehe sich die verbleibende „Fünf“ des RSV auf dem Parkett der Landeshauptstadt so richtig eingerichtet hatte.
Die Mittelhessen nutzen in der Folge die Chance, die sie eigentlich nicht hatten. Das Quintett Thomas Böhme, Rose Hollermann, Julian Lammering, Spielertrainer Michael Paye und Quinten Zantinge kämpfte in der Defensive aufopferungsvoll und zeigte vorn Vollstrecker-Qualitäten. Während die Rhinos viel zu zaghaft agierten, schlossen aus RSV-Sicht US-Girl Hollermann per Dreier zum 7:8 (4.), Julian Lammering zum 25:20 (14.) oder Michael Paye selbst zum 30:24 (19.) erfolgreich ab.
RSV Lahn-Dill baut Führung nach der Pause aus
Und auch nach dem Seitenwechsel zeigten die verbleibenden RSV-Akteure ihre Qualitäten, trotzten der durchgehend hohen Belastung ohne Wechselmöglichkeit ebenso wie der Gefahr, in Foulprobleme zu geraten. So konnten die Gäste aus Wetzlar in Viertel Nummer drei ihren Vorsprung sogar noch ausbauen, als die spätere Topscorerin Rose Hollermann aus der Mitteldistanz das 42:34 (25.) oder zu Beginn des letzten Spielabschnitts Kapitän Böhme das 52:39 (32.) markieren konnte. Den Rhinos ihrerseits lief die Zeit davon, auch wenn sie sich in eigener Halle nie gänzlich abhängen ließen, während der RSV angesichts des durchaus als sportliche Sensation zu bezeichnenden Auftritts über sich hinauswuchs.
Nach der Schlusssirene brachen dann alle Dämme beim Hauptrundendritten und seinen mitgereisten Fans, der in einer fast aussichtslosen personellen Lage gegen den RBBL-Zweiten das Unmögliche möglich machte. Mit dem Finalticket in der Tasche, warten nun bereits am kommenden Sonntag in der Wetzlarer Buderus-Arena die Thuringia Bulls im ersten von maximal drei Endspielen im Modus „Best-of-three“. Hochball zu dieser Partie, die zugleich das definitiv letzte Heimspiel des RSV Lahn-Dill in der jetzt ablaufenden Spielzeit 2025/2026 ist, ist um 16 Uhr.
Rhine Rive Rhinos Wiesbaden: Nico Dreimüller (19/1 Dreier), Kei Akita (9/1), Mojtaba Kamali (8), Steven Elliott (6), Tim Diedrich (4), James Palmer (4), Hannah Dodd (2), Takuya Furusawa, Simon Dornieden (n.e.), Mehran Hosseini (n.e.), Paul Nikolaus (n.e.).
RSV Lahn-Dill: Rose Hollermann (21/1), Michael Paye (16), Thomas Böhme (14), Julian Lammering (9), Quinten Zantinge (2), Finlay Erskine (n.e.), Fabian Gail (n.e.), Matthias Güntner (n.e.), Colin Higgins (n.e.).