Zum Internationalen Museumstag locken Karlsruher Museen mit freiem Eintritt. Im Naturkundemuseum staunen Familien über Wolfslaute, Kugelfisch und Oktopus.
Vier Besucher stehen vor einem großen Aquariumfenster, betrachten Fische und eine Person fotografiert mit dem Handy.
Foto: Rake Hora
Wie kommunizieren eigentlich Tiere? Mit dieser Frage beschäftigte sich die gut besuchte Familienführung am Sonntag im Naturkundemuseum Karlsruhe. Das Ganze war ein Angebot im Rahmen des Internationalen Museumstages, bei dem auch Karlsruher Museen bei kostenlosem Eintritt ihre Türen öffneten.
Kinder deuten Wolfslaute bei Führung im Museum
Rund 40 Personen drängten sich zwischen den Vitrinen mit Präparaten von Rehen und Wölfen. „Kinder nach vorn, Erwachsene stehen bitte hinten“, wie Museumsführer Sven Weber mehrfach wiederholte, bevor er mittels Handy Wolfsgeräusche abspielte. Die Kinder sollten entscheiden, ob der Wolf gut gelaunt oder eher zornig war. An der interaktiven Führung beteiligten sich die Kinder lebhaft. Die meisten erkannten bei der nächsten Etappe etwa den größten Fisch im Becken und identifizierten ihn als Kugelfisch. Wie dieser imposante Fisch sich über Körpersprache mitteilt, konnte genau beobachtet werden.
Weiter ging es zu einem Meister der Verwandlung, gemeint war jedoch nicht das Chamäleon. Vielmehr befand sich die Gruppe bald darauf vor einem Becken mit einem Oktopus. Diese Meerestiere sprechen über Farben miteinander: Je dunkler sie sich färben, desto gefährlicher und wütender sind sie. „Und habt ihr gewusst, dass Oktopusse drei Herzen und neun Gehirne haben?“, fragte Weber die gebannt lauschende Menge. Anschließend erfuhr die Truppe noch, dass manche Tiere sogar über Gerüche miteinander kommunizieren.
Mammutbaumscheibe beeindruckt kleine Besucher
Zahlreiche weitere Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen profitierten von dem freien Eintritt am Internationalen Museumstag und standen staunend vor den so lehrreichen wie spannenden Vitrinen. Ein Vater zeigte seinem Sohn die riesige Mammutbaumscheibe an der Wand. Der kleine Besucher raunte beeindruckt, so etwas habe er noch nie gesehen. 703 Jahre alt wurde der Mammutbaum. Exponate der Superlative konnten in aller Ruhe betrachtet werden.
Auch in der oberen Etage bei den Insekten sowie den Tierpräparaten drängten sich Familien und einzelne Besucher. Hitzige Diskussionen führten Freunde vor den Nachbildungen der Frühmenschen im Bereich der Evolution des Menschen. Hier visualisiert eine animierte Weltkarte, wie und wo sich die einzelnen Arten entwickelt haben und wie sich die Gattung Homo ausgehend von Afrika zunächst über Asien und schließlich über alle Kontinente ausbreitete.
Museen vermitteln Wissen und schaffen Begegnungen
Treppe auf und Treppe ab marschierten die Besucher auch im Kunstmuseum (die untere Etage mit der Sonderausstellung wird erst am 22. Mai eröffnet), um die neu gesichteten Sammlungsexponate zu begutachten, darunter Fotos von Candida Höfer und Wandmalereien von Franz Ackermann. Im benachbarten Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) gab es unter anderem eine Gesprächsrunde zum Umgang mit gefährdetem Kulturerbe in Krisen- und Kriegsgebieten. Der Aktionstag verdeutlichte, dass Museen, lebendige Orte der Wissensvermittlung und der Begegnungen zwischen Generationen, Kulturen und unterschiedlichen Lebensrealitäten sind.