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Einzug zum Sirtaki der Tanzgruppe des Tanzclubs Blau-Gelb Hungen. © Thomas Wißner/Thomas Wißner, Leihgestern
Die Hungener Europawoche startet mit Griechenland als Gastland. Eine 36-köpfige Delegation aus der Partnerstadt feiert mit.
Hungen – „Wenn Menschen aus Deutschland, Griechenland und Frankreich heute zusammenkommen, um zu feiern, sich auszutauschen, zu lachen und voneinander zu lernen, erwacht Europa zum Leben. Wir zeigen, dass Europa nicht nur eine politische Frage ist – Europa ist eine Gemeinschaft. Nutzen wir die Europawoche, um Beziehungen zu knüpfen, unsere Freundschaften zu stärken und der europäischen Idee neues Leben einzuhauchen“, so Bürgermeister Rainer Wengorsch (FWG) in seiner Rede zur Eröffnung der 33. Hungener Europawoche. Im Dorfgemeinschaftshaus Rodheim begrüßte das Stadtoberhaupt unter den 130 Gästen ganz besonders eine 36-köpfige Delegation aus der französischen Partnerstadt Saint-Bonnet de Mure mit dem neuen Bürgermeister Thierry Dubuis an der Spitze. Ulrike Haupt führte durchs Programm, das passend zum diesjährigen Gastland Griechenland musikalisch das griechische Duo „Panta Rei“ mit Kostas Tsapakidis (Bouzouki und Gesang) und Janis Karis (Gitarre und Gesang) mit authentischer griechischer Musik eröffnete und auch durch den Abend begleitete. Despina Aslanidou vom Griechischen Verein in der Wetterau stellte in ihrem Vortrag „Griechenland – ein Land verwurzelt wie ein Olivenbaum“, die Hellenische Republik als ein Land mit tiefen kulturellen Wurzeln vor, die sinnbildlich im Olivenbaum verkörpert werden. Der Olivenbaum als Symbol für Frieden, Weisheit, Beständigkeit und Wohlstand ziehe sich durch die gesamte griechische Geschichte – von der Antike über die Mythologie bis in die Gegenwart. Ihre Präsentation beleuchtete Griechenlands Geografie, Geschichte, Sprache, Musik und Küche sowie die wirtschaftliche Bedeutung des Olivenanbaus. Besonders hervorgehoben wurden die mediterrane Lebensweise, die griechische Gastfreundschaft („Filoxenia“) und die Bedeutung gemeinsamer Traditionen wie der Olivenernte.
Das Duo Panta Rei in Aktion. © Thomas Wißner/Thomas Wißner, LeihgesternSirtaki steht für Griechenland
Auch Musikstile wie Rembetiko sowie die Verbindung von Natur, Kultur und Identität spielten eine wichtige Rolle. Wenn auch ein reiner Filmtanz, stehe der Sirtaki wie kein anderer Tanz für Griechenland – und diesen präsentierten dann die fünf Tänzerinnen der Tanzgruppe des Tanzclubs Blau-Gelb Hungen von Trainerin Larissa Uljuschew dann auch.
Den von der Stadt und dem Partnerschaftsverein organisierten Eröffnungsabend hatten die Präsidentinnen der Partnerschaftskomitees, Dorothea Fago (Hungen) und Florence Sapin (Saint Bonnet de Mure) mit einem Dialog eröffnet, in dem sie an die seit 1988 bestehende Partnerschaft erinnerten und dazu ganz besonders den ehemaligen Hungener Bürgermeister Wilfried Schmied, der seinerzeit die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet hatte, unter den Gästen begrüßten. Im Dialog sprachen beide von einer wichtigen Veranstaltung, und mit Griechenland stehe die Wiege der Demokratie im Mittelpunkt der Europawoche. In den zurückliegenden zwölf Monaten wurde die Freundschaft weiter durch Jugend- und Sportprojekte wie Postkartenaustausch, Schülerfahrten, deutsch-französische Schulprojekte sowie Tischtennis- und Handballbegegnungen vertieft. Das Wiederaufleben der Tischtennisbegegnungen finde durch die Teilnahme von elf Tischtennisspielern und -spielerinnen zur Fortführung in diesem Jahr in der Sporthalle Utphe. Ziel sei es, die europäische Freundschaft durch persönliche Begegnungen, Kultur und gemeinsame Aktivitäten lebendig zu halten. Wengorsch betonte, dass Europa zeige, wie aus ehemaligen Gegnern enge Partner und Freunde werden können.
Griechenland sei für viele Deutsche auch ein Sehnsuchtsort, schätze man doch die griechische Lebensart. Die Schäferstadt setze hier ein starkes Momentum, ein Zeichen für Frieden und Vielfalt. Begegnungen zwischen Gästen aus Deutschland, Frankreich und Griechenland machen den europäischen Gedanken lebendig. Mit einem Dank an alle Organisatoren und Gäste erklärte er die Europawoche offiziell für eröffnet. Bürgermeister Dubuis betonte die enge und seit 38 Jahren bestehende Städtepartnerschaft und hob hervor, dass diese Freundschaft für Dialog, Frieden, Solidarität und gegenseitiges Verständnis steht und über die Jahre starke menschliche Verbindungen zwischen den Bürgern entstanden sind. In Zeiten von Unsicherheit und Spaltung sei die Zusammenarbeit ein wichtiges Zeichen für Zusammenhalt und eine gemeinsame europäische Zukunft. Dubuis erklärte, dass die europäische Offenheit fest zur Identität seiner Gemeinde gehöre und von den Einwohnern aktiv getragen werde. Als neuer Bürgermeister versprach er, die Partnerschaft weiter zu stärken, besonders durch Begegnungen junger Menschen, die den europäischen Gedanken in Zukunft weitertragen sollen. Erster Kreisbeigeordneter Christopher Lipp (CDU) betonte in seiner Rede die Bedeutung der Europawoche als Zeichen für kulturellen Austausch, Vielfalt und gelebte europäische Gemeinschaft.
Mit Blick auf aktuelle Krisen und die europäische Geschichte erinnerte er daran, wie wichtig die Europäische Union als Friedensprojekt ist. Besonders verwies er auf das Jahr 2026 als 75. Jahrestag der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, die den Grundstein für ein vereintes Europa legte. Konflikte sollten durch Dialog statt durch Waffen gelöst werden. Abschließend betonte er, dass die Wahl Griechenlands als Gastland hervorragend zum europäischen Gedanken passe.
Mit einem gemeinsamen Tanz unter Einbindung der Gäste leitete die Tanzgruppe zum geselligen Teil über, zu dem der Partnerschaftsverein mit kleinen kulinarischen Köstlichkeiten mit Fladenbrot, Zaziki, gefüllten Weinblättern, Rot- und Weißweinen und anderen Getränken sorgte.
Bis zum Pfingstsonntag (25. Mai) dauert die Europawoche, in deren Rahmen am Samstag der Seniorenbeirat zu einem Erlebnisnachmittag unter dem Motto „Wald und Wasser“ an den „Drei Teichen“ mit Informationen von Förster i.R. Jungblut und dem ASV Hungen eingeladen hatte. Am gestrigen Sonntag eröffnete im „Pferdestall“ des Hungener Schlosses der Freundeskreis Schloss Hungen die Ausstellung „Assemblage – Kulturwelten in Collagen“ mit Werken von Christa Charlotte Knoll.