Das Kunsthaus „Avantgarde“ in Apolda im Weimarer Land zeigt Werke des Street-Art-Künstlers Keith Haring. Der ist vor allem für seine schwarzen Strichzeichnungen von Babys, tanzenden Menschen und bellenden Hunden bekannt – sie wurden zum Markenzeichen des US-amerikanischen Künstlers.

Es ist die zweite Ausstellung des Kunsthauses in diesem Jahr. Zuvor gab es einen erfolgreichen Auftakt mit Fotografien von Günter Rössler und über 14.000 gezählten Besuchern.

Ikonisches Strahlen-Baby

Keith Harings Schaffenszeit war kurz und dennoch wurde er zu einer zentralen Figur der New Yorker Kunstszene der 1980er-Jahre. Seine Kunst hat Wiedererkennungswert. Reduziert auf klare Umrisse, ist vor allem das Baby im Strahlenkranz sehr präsent. „Das Baby ist zu meinem Logo geworden, weil es die reinste und positivste Form menschlichen Lebens darstellt“, sagte Haring in einem früheren Interview.

Das Baby ist zu meinem Logo geworden, weil es die reinste und positivste Form menschlichen Lebens darstellt.

Keith Haring

Auseinandersetzung mit Rassismus und Aids

„Haring war einer der politischsten Künstler seiner Zeit“, so Kuratorin Susanne Flesche Er habe die Kunst als gesellschaftspolitisches Medium genutzt. Seine Themen waren Rassismus, die Angst vor atomarer Zerstörung, Umweltschutz und der Kampf gegen Aids – die Krankheit, die ihn selbst das Leben kostete. „Reichweite war ihm mehr wert, als Geld“, betont die Kuratorin.

Harings Karriere begann im öffentlichen Raum. „Er nutzte leere Werbeflächen in U-Bahn-Stationen. Auf schwarzen Untergründen malte er mit Kreide Figuren, so Flesche, dabei habe er schnell sein müssen, um sich nicht erwischen zu lassen. Ab und an ist es dann doch passiert und die Polizei hat Haring mitgenommen. „Doch nie mit größeren Konsequenzen. Er hat ja nichts zerstört“, beruhigt Flesche.

Gesellschaftliches Engagement

Inspiriert wurde Keith Haring vom pulsierenden New York und seiner Punk-, Hip-Hop-, Breakdance- und Graffiti-Szene. Seine Bilder sind laut und bunt. Sie erregen Aufmerksamkeit.

Auch Kinderbildung lag dem Künstler am Herzen. Er unterstützte Projekte für benachteiligte Kinder. 1989 gründete er die Keith-Haring-Foundation, die bis heute unterprivilegierte Kinder in ihrer Ausbildung unterstützt und ein vorurteilsfreies Bewusstsein gegenüber HIV/Aids fördert.

Parallel-Ausstellung zeigt Shepard Fairey

Neben den rund 80 Künstlerpostern von Keith Haring ist im Kabinett des Kunsthauses eine kleine Ausstellung mit Werken von Shepard Fairey zu sehen. Inspiriert von Haring, entwirft auch er Plakate, die sehr politisch sind. Seine Motive sind im öffentlichen Raum weltweit zu finden. „Der Obey-Sticker und ein Wahlplakat für den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama haben Kultstatus erreicht“, sagt Kuratorin Susanne Flesche.

Die Ausstellung ist bis zum 23. August zu sehen. Danach wird das Kunsthaus in Apolda für einige Monate schließen. Es wird renoviert und ein Stück weit barriereärmer gemacht.