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Teile der Mainbrücke, über die die Autobahn 671 verläuft, haben statische Defizite. © Adrian Kaske
Brücke, Stromleitung und Deich werden parallel saniert. Die Stadt stellt am 10. Juni das Verkehrskonzept für die Baumaßnahmen vor.
Hochheim – Gleich drei Großbauprojekte stehen ab dem kommenden Jahr in der näheren Umgebung der Mainvorlandbrücke auf dem Plan. Die Infrastrukturmaßnahmen überlappen sich sogar zwischenzeitlich. Dies nimmt Stadtverordnetenvorsteher Stefan Fuhrmann (Grüne) zum Anlass, zu einer Bürgerversammlung einzuladen, bei der diese Projekte vorgestellt werden. Der Titel des Abends lautet: „Baumaßnahmen Südstadt – Vorhabenträger stellen ihre Verkehrskonzepte vor“. Interessierte können sich dafür am Mittwoch, 10. Juni, um 19 Uhr in der Sport- und Kulturhalle, Untergasse 17, ohne vorherige Anmeldung einfinden. Das teilt die Stadt mit – man freue sich über reges Interesse aus der Bürgerschaft.
A671 Brücke Autobahn Hochheim © Adrian Kaske
Zu diesem Komplex an Bauvorhaben gehört zum einen der geplante Ersatzneubau der bestehenden Vorlandbrücke, dem nördlich vorgelagerten Streckenabschnitt der Mainbrücke. Dieser Teil der Brücke, auf der die Autobahn 671 verläuft, weist nach Angaben der zuständigen Autobahn GmbH statische Defizite auf. Grund dafür sei laut der Straßenverwaltung des Bundes unter anderem ein stark zunehmender Güterverkehr und eine ansteigende Zahl genehmigter Schwertransporte, welche in den vergangenen Jahren zu höheren Belastungen der Traglast geführt hätten. Anfang 2024 musste die Brücke laut der Autobahn GmbH bereits entlastet werden, seitdem gelten Einschränkungen für den Schwerlastverkehr. So sei nun für die täglich von 67.000 Fahrzeugen befahrene Brücke ein Ersatzneubau notwendig. Schäden an der Brückenkonstruktion waren ebenfalls der Grund für die Verlängerung der Vollsperrung, die nach derzeitigem Stand noch bis Anfang Juni dauern soll.
Dafür sollen die drei hintereinander liegenden Teilbaubewerke der Brücke zunächst abgerissen und an denselben Stellen durch einen Neubau ersetzt werden. Während der Baumaßnahmen, die ab 2027 vorbereitet werden sollen, wird zunächst nur eine Hälfte der Brücke befahrbar sein: Je zwei verengte Fahrstreifen pro Fahrtrichtung sollen auf einer Brückenhälfte in Betrieb sein, während die andere Hälfte des Bauwerkes abgebrochen und neu gebaut wird. Es werde so weit wie möglich immer „unter Verkehr“ gebaut, gibt die Autobahn GmbH an.
Parallel zu dem Neubau der Brücke führt der Übertragungsnetzbetreiber Amprion im Rahmen des Netzausbauprojekts Rhein-Main-Link die Querung des Bauwerks mit einer Höchstspannungsleitung aus. Die Unterquerung der Mainbrücke erfolgt mittels eines Horizontalspülbohrverfahrens (Horizontal Directional Drilling, HDD).
Dabei werden nach Angaben von Amprion unterirdische Rohrleitungen verlegt, ohne aber dafür einen Graben ausheben zu müssen. Demnach braucht es lediglich dort Baustellenflächen, wo der Bohrkopf angesetzt wird und am Endpunkt der Bohrung. So sollen Eingriffe in die bestehende Infrastruktur sowie in sensible Bereiche minimiert werden, heißt es seitens des Netzbetreibers.
Eingebettet ist diese Baumaßnahme an der Mainbrücke in das Großprojekt Rhein-Main-Link, mit dem im Rahmen der Energiewende große Mengen Strom vom Norden Deutschlands in den Süden und Westen transportiert werden sollen.
Damit aber nicht genug. Denn zeitgleich beginnt die Stadt Hochheim mit der grundhaften Sanierung des Main-Deichbauwerks. Da sich die drei Bauvorhaben sowohl räumlich als auch zeitlich überschneiden, befänden sich die Verantwortlichen seit mehreren Monaten in enger Abstimmung mit den Vorhabenträgern, wie die Stadt mitteilt.
Zu entwickeln sei ein Verkehrskonzept, bei dem die jeweiligen Bauphasen, Bauabläufe sowie die verkehrliche Leistungsfähigkeit der betroffenen Knotenpunkte und Streckenabschnitte berücksichtigt werden sollen. Dieses Konzept soll bei der Bürgerversammlung am 10. Juni vorgestellt werden, auch Fragen zu den Bauvorhaben und der Verkehrsführung werden beantwortet, wie die Stadt mitteilt.