Das Zollfahndungsamt Essen, das unter anderem auch für den Bereich Moers zuständig ist, vermeldet Rekordzahlen und konsequentes Vorgehen gegen Organisierte Kriminalität im Jahr 2025. Die Betäubungsmittelkriminalität hat sich demnach verdoppelt. Die Fahnder, heißt es, hätten im vergangenen Jahr einen Rekordwert von mehr als 27 Tonnen Drogen sichergestellt.
„Im Jahr 2025 erzielte das Zollfahndungsamt Essen bedeutende Erfolge bei der Bekämpfung internationaler Schmuggelnetzwerke und Steuerhinterziehung und leistete damit einen wesentlichen Beitrag bei der Bekämpfung der schweren strukturellen und Organisierten Kriminalität durch die Zollverwaltung“, wird Regierungsdirektorin Carolin Müller als Vertreterin der Leitung des Zollfahndungsamts Essen zitiert.
Mehr als 11.000 eingeleitete Ermittlungsverfahren
Müller hebt die Rolle der Behörde als wichtige Ermittlungsinstanz im Kampf gegen schwere strukturelle und organisierte Finanz- und Zollkriminalität in NRW und darüber hinaus hervor: „Mit über 11.000 eingeleiteten Ermittlungsverfahren – mehr als die Hälfte aller bundesweiten Zollfahndungsverfahren – konnte die Behörde ihre Schlüsselrolle im Bereich der Bekämpfung von Betäubungsmittel- und Verbrauchsteuerkriminalität, Schmuggel und Finanzdelikten erneut unter Beweis stellen“.
Die Ermittlungen konzentrierten sich demnach auf Betäubungsmittelkriminalität, Verbrauchsteuern, Schmuggel, Produktpiraterie sowie Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Von 25 Verfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität beträfen allein 19 die Bereiche Tabak- und Rauschgiftkriminalität, heißt es.
Besonders hervorgehoben wird in diesem Zusammenhang die Sicherstellung von rund 23 Tonnen Cannabis. Trotz geänderter Rechtslage bleibe die illegale Einfuhr ein zentraler Schwerpunkt der Strafverfolgung, heißt es. Ein Großteil der Sendungen sei über internationale Post- und Frachtwege eingeführt worden. Auch bei synthetischen Drogen wurden vom Zollfahndungsamt erhebliche Mengen festgestellt, darunter Amphetamin, Methamphetamin sowie neue psychoaktive Stoffe in deutlich gestiegenem Umfang.
Schlag gegen organisierte Steuerkriminalität
Im Deliktsbereich Verbrauchsteuern seien die Ermittlungszahlen zum Vorjahr konstant geblieben, heißt es. Die Menge der sichergestellten Zigaretten habe sich jedoch mehr als verdoppelt. Hintergrund sei die Aushebung eines illegalen Zigarettenherstellungsbetriebs im März 2025 in Düsseldorf. Die Anlage von industriellem Ausmaß umfasste Lager- und Produktionsstrukturen. Dort wurden 32 Millionen Zigaretten sichergestellt. Der Steuerschaden wird auf etwa 54 Millionen Euro geschätzt. Parallel dazu gewinnt laut der Fahnder die Bekämpfung von Steuerverstößen im Zusammenhang mit E-Zigaretten und sogenannten Substituten weiter an Bedeutung. Die Zahl entsprechender Ermittlungsverfahren sei deutlich angestiegen, heißt es.
Zölle und Wirtschaftskriminalität: Fokus auf Antidumping
Derweil blieb die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität im Zusammenhang mit Antidumpingmaßnahmen der Europäischen Union auf konstant hohem Niveau. Deutlich angestiegen sei die Zahl der Ermittlungen wegen Waffenkriminalität Mehr als 47.000 sichergestellte pyrotechnische Gegenstände, heißt es. Insbesondere der internationale Onlinehandel trage zur Verfügbarkeit verbotener oder erlaubnispflichtiger Produkte bei.
Und: Trotz des Trends zu bargeldlosen Zahlungen bleibe Bargeld ein zentrales Mittel krimineller Gruppen, sagt der Zoll: 2025 hätten fast neun Millionen Euro im Rahmen von 221 Geldwäscheverfahren gesichert werden können. Zusätzlich konnten im Rahmen der Vermögensabschöpfung rund zehn Millionen Euro eingezogen werden.