Für den TV Korschenbroich ging es am letzten Spieltag im Grunde nicht mehr um viel. Trotzdem erlebte die Waldsporthalle noch einmal einen echten Krimi. Und: Im letzten Spiel der beiden langjährigen TVK-Spieler Steffen Brinkhues und Max Zimmermann ging es für den Drittliga-Absteiger noch um die Vizemeisterschaft. Das gelang schließlich mit dem 36:35 gegen den HC Gelpe/Strombach.
„Ich bin unfassbar stolz auf diese Mannschaft“, sagte TVK-Coach Frank Berblinger, der in Abwesenheit von Mats Wolf und Henrik Schiffmann zum siebten Mal in dieser Saison Co-Trainer Philip Schneider in den Kader beorderte. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Über 4:4 (6.), 9:9 (13.) und 13:13 (24.) zog Korschenbroich im genau richtigen Moment an und ging mit einem 16:14-Vorsprung in den zweiten Durchgang.
Mit Wiederanpfiff kämpften sich die Gäste zurück, glichen in der 40. Minute zum 24:24 aus und gingen unmittelbar darauf sogar in Führung. In den letzten fünf Minuten bog der Tabellenzweite einen 33:35-Rückstand im Stil einer Topmannschaft noch zum 36:35 um – Dustin Franz gelang wenige Momente vor der Schlusssirene der goldene Treffer.
Trotz eines Zwischentiefs im späten Winter krönt der TVK seine Saison noch mit dem zweiten Platz. Für Trainer Berblinger ist das mit Blick auf die Umstände ein Top-Ergebnis: „Wir haben mit unserem kleinen Kader die Vizemeisterschaft einfahren können. Das ist für uns ein riesiger Erfolg“, betonte der 49-Jährige.
Nach dem Spielende wurde es emotional in der Waldsporthalle: Fritz Bitzel, Ben Büscher, Steffen Brinkhues und Max Zimmermann wurden verabschiedet. Ein Präsent erhielt auch Ben Köß, der während der Saison für den verletzten Felix Krüger einsprang.
Die Torschützen des TV Korschenbroich: Zimmermann (11/3), Franz (8), Hartz (4), Krantzen, König, Büscher (je 3), Eugler (2), Brinkhues und Bitzel.
Bei Borussia Mönchengladbach ging es am letzten Spieltag ebenfalls nicht mehr um viel – das ist für sich genommen indes eine gute Nachricht. Der Aufsteiger hatte mit dem 35:32-Derbysieg über den TV Korschenbroich in der Vorwoche bereits den Klassenerhalt fix gemacht. Bei der abschließenden 26:35-Auswärtsniederlage gegen die HSG Refrath/Hand war entsprechend weniger Zug drin. „Es war für uns das erwartete Spiel. Durch den Klassenerhalt vergangene Woche konnte man sehen, dass zehn bis 15 Prozent gefehlt haben“, sagte Borussia-Trainer Ronny Rogwaska.
Dabei hielten die Gäste aus Gladbach bis zur Pause gut mit, stellten in der 22. Minute auf 9:11 und waren auch mit dem 13:17-Rückstand nach 30 Minuten noch im Spiel. In der Phase nach dem Seitenwechsel zog Refrath/Hand dann aber davon. „Von meiner Seite war es so angedacht, dass auch Spieler zum Einsatz kommen, die zuletzt nicht so viel gespielt haben. Und dann muss man auch sagen, dass wir über die ganzen 60 Minuten keinen Zugriff bekommen haben“, sagte Rogwaska. Sein Team ließ den Rückstand nach dem 18:29 (49.) immerhin nicht noch größer werden – nach 60 Minuten hieß es 26:35.
„Ich habe Verständnis dafür, dass etwas die Luft raus war. Manchmal spürt man, dass der Kopf etwas sagt, der Körper aber etwas anderes macht“, sagte der Cheftrainer der Borussia. Es ist eine Niederlage, die der Tabellenelfte der Endabrechnung sehr gut verkraften kann. Mit dem Klassenerhalt hat der Oberliga-Meister der Vorsaison sein Saisonziel erreicht.
„Der Klassenerhalt ist sehr hoch einzuordnen, das ist keine Selbstverständlichkeit in dieser starken Liga. Es war deutlich schwieriger als der Aufstieg“, erklärte Rogwaska, der nach dem Saisonabschluss den Blick bereits auf die kommende Spielzeit richtete: „Jetzt geht es darum, in der Entwicklung vielleicht einen kleinen Schritt weiterzugehen. Das Thema wird kommen, wenn wir die Ziele für die kommende Saison festlegen.“
Bevor es ab Herbst wieder im Ligabetrieb ernst wird, steht für die Mannschaft in der kommenden Woche die Abschlussfahrt nach Mallorca auf dem Programm. Im Anschluss bittet Rogwaska bis Mitte Juni noch zu lockeren Trainingseinheiten, danach verabschiedet sich der Regionalligist bis August in die ausgiebige Sommerpause.
Die Torschützen von Borussia Mönchengladbach: Lipok (6), Weis (5/4), Roth (4), Bremges (3), Nix, Westhofen (je 2), Prinz, Jennes, Semrau und Weisz.