TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Endlich Basketball-Playoffs! Doch irgendwie hat sich das nicht bis zu Alba Berlin rumgesprochen. Die Berliner präsentieren sich müde, unaufmerksam. Vechta dagegen hellwach und dynamisch. Und so schafft der Underdog im ersten Viertelfinale die Überraschung, gewinnt in Berlin mit 103:89 (37:50).

Foto: BILD

Vechta entführt Spiel eins in Berlin – und die Playoff-Misere von Alba-Coach Pedro Calles (42) geht weiter: Unfassbare 16 Spiele in Folge hat der Spanier mittlerweile verloren. Und gegen sein Ex-Team (2015 – 2020) war es nicht mal knapp! Spiel zwei: Dienstag (18.30 Uhr/ live auf Dyn) in Berlin. „Oh, wie ist das schön“, singen die 200 Gäste-Fans. Albas Martin Hermannsson (17 Punkte, 11 Assists) ehrlich: „Wir können viel verbessern. Sie hatten auf alles eine Antwort. Wir wollten von Beginn an das Spiel kontrollieren. Und das Gegenteil war der Fall.“

Der Aufreger des Spiels im dritten Viertel: 51:66, Vechtas Luc van Slooten prallt an Albas J‘wan Roberts ab, fasst sich dramatisch an den Kopf und geht zu Boden. Die Schiris unterbrechen das Spiel, schauen sich die Szene nochmal auf Video an. Verdacht: Act of Violence vom Berliner. Auch auf dem Videowürfel wird die Szene wiederholt. Und alle Zuschauer sehen sofort: Van Slooten ist einfach nur ein schlechter Schauspieler, der für seine Aktion die Goldene Himbeere verdient hätte. Freispruch für Roberts. Doch van Slooten hätte dafür eigentlich ein Flopping-Foul (Schwalbe) bekommen müssen. Kriegt er aber nicht.

Alba-Blamage gegen Vechta: 89:103! Nächste Playoff-Pleite für Pedro Calles

Der Reihe nach: Alba geht als ausgeruhter Favorit in das Spiel. Muss allerdings überraschend auf Malte Delow (25) verzichten. Der hatte sich im Training eine Gehirnerschütterung zugezogen. Wie lange er ausfällt – unklar. Während die Berliner sieben Tage freihatten, musste Vechta in den Play-Ins am Dienstag gegen Trier (111:83) ran. Die Bilanz in der regulären Saison? Zwei knappe Alba-Siege. In der ganzen ersten Hälfte führt Alba nur einmal (7:6). Bis Mitte des zweiten Viertels ist es ein enger Fight vor 8300 Zuschauern in der Uber Arena. Doch neun Punkte in Folge sorgen für einen deutlichen 11-Punkte-Vorsprung (37:26) der Gäste. Dem läuft Alba, vor den Augen der Ex-Berliner Yanni Wetzell (29) und Elias Rapieque (22) bis zur Pause (37:50) hinterher.

Grund: Zu viele Ballverluste (9), nur 42 Prozent der Zweier gegen rein, miese Freiwürfe (59%). Dagegen trifft Vechta vor allem die Dreier wie am Fließband. Allerdings kommt die Gäste, allen voran Kuhse (3/5) und Bamba (2/2) meist unbedrängt zum Wurf. 53 Prozent der Dreier segeln in der ersten Hälfte rein (Alba 36%). Endlich Pause. Jetzt eine Kabinenpredigt? Fehlanzeige. Und besser wird es in der zweiten Hälfte dann auch nicht. Vechta, baut den Vorsprung aus, führt teilweise mit 21 Punkten. Alba ist chancenlos, Vechta spielt das Ding souverän runter, kann am Ende sogar etwas Kräfte schonen. Alba ist jetzt schon gewaltig unter Druck, muss eigentlich am Dienstag gewinnen, um nicht mit einem 0:2-Rückstand nach Vechta zu fahren. Doch nach diesem Auftritt fehlt vielen Augenzeugen der Glaube an baldige Besserung.

Beste Spieler: Moses Wood (Alba/ 20Punkte), Tevin Brown (Vechta/ 30 Punkte).