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Berlin – 12 Punkte und Platz 23 für Sarah Engels und Deutschland – der ESC wurde erneut zur herben Enttäuschung. Wieder einmal stellt sich die Frage: Hat Deutschland beim Eurovision Song Contest überhaupt noch eine Chance oder sollten wir uns das Spektakel im nächsten Jahr in Bulgarien lieber sparen? Für die BILD-Leser ist die Antwort jedenfalls ziemlich eindeutig!

Bis auf vereinzelte Ausnahmen war Deutschland beim Eurovision Song Contest immer dabei. Seit der Einführung der sogenannten „Big Five“ sind wir automatisch für das ESC-Finale qualifiziert, zusammen mit Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Als einer der größten finanziellen Beitragszahler der European Broadcasting Union trägt das Land somit maßgeblich zum Wettbewerb bei, und dennoch dümpeln wir Jahr für Jahr auf den hinteren Rängen herum.

Die Gesichter von Sarah Engels und ihrem Team sprechen Bände! Wenn Deutschland am kommenden ESC 2027 nicht teilnimmt, wäre es seit 1996 das erste Mal ohne Teilnahme

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Foto: EPA

Soll Deutschland den ESC 2027 ausfallen lassen?

Also, warum weiterhin am Wettbewerb teilnehmen, wenn der Sieg fast chancenlos erscheint? Wenn es nach den BILD-Lesern geht, dann könnte Deutschland getrost auf eine Teilnahme verzichten. In einer BILD-Debatte stimmten 93 Prozent der rund 20.000 teilnehmenden Leser für Ja ab. (Stand: 17. Mai, 19 Uhr)

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Seit Jahren beherrschen taktisches Punkteschieben zwischen Nachbarländern und politische Sympathien oder Antipathien den Wettbewerb. Das bemängeln auch die Leser, so heißt es u. a. in den Kommentaren: „Jedes Jahr, wirklich jedes Jahr dieselbe Diskussion. Jedes Jahr zeigt das Abstimmungsergebnis skurrile Ergebnisse. Manchmal möchte man glauben, dass das Ergebnis gefakt wurde, oder werden einige Länder wirklich politisch abgestraft? Egal, Punkte wurden schon immer zugeschoben und weggeschoben, aber es wird jedes Jahr auffälliger.“ Oder: „Seit Jahren habe ich den Eindruck, dass beim ESC nicht die Leistung der Teilnehmenden, sondern andere/politische Gründe im Vordergrund stehen. Das ist nicht fair gegenüber den Künstlern und Künstlerinnen von allen teilnehmenden Ländern.“

Foto: BILD Visual

Ein weiterer Kommentar lautet: „Natürlich, wir sind nur noch Geldgeber, mehr nicht. Ich habe mir jetzt nur mal unser Lied angesehen. Kann man denken, was man will, aber das die restlichen so viel besser sein sollen, glaube ich jetzt nicht.“

Die Bulgarin Dara (27) konnte mit ihrem Song „Bangaranga“ überraschend den Sieg für ihr Heimatland einheimsen

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Foto: picture alliance/dpa

Dennoch: Es gibt auch weiterhin große Fans des ESCs. „Es geht doch um die Musik und nicht um die Platzierung. Bei dem weltgrößten Musik-Event nicht mitzumachen, nur weil man nicht ausreichend gewürdigt wird? Wäre schon etwas kleinlich. Wer hier mit Kosten argumentiert, sollte sich mal fragen, was der ÖRR für Geld in andere Formate steckt. Wenn es um die Platzierung geht, kann man auch WM, EM oder Olympia in vielen Sportarten infrage stellen. Platz 23?“ Oder: „Ich schaue die Show gerne und amüsiere mich auch mal über skurrile Auftritte. Mich begeistert die technische Entwicklung und der Mut mancher Teilnehmer. Die Aussage, früher war alles anders, kann man sich schenken. Sogar das Voting fand ich gestern sehr vielfältig. Europa hat bei den Jurypunkten gezeigt, wie unterschiedlich der Geschmack ist. Sarah hat solide geliefert. Aber Titel und Performance hätten aus meiner Sicht eher den Zeitgeist von vor 10 Jahren getroffen“, lauten die Stimmen von Befürwortern für eine weitere Teilnahme.