Die Stadt Halle (Saale) verliert in den kommenden Jahren massiv Einwohner. Das geht aus einer Untersuchung der Stadtverwaltung hervor. Deshalb brauche es eine konsequente wirtschaftliche Entwicklungsstrategie, fordert die Stadtratsfraktion Hauptsache Halle. Insbesondere die Aussagen der Stadtverwaltung zur notwendigen „wirtschaftlichen Offensive“ und zur Bedeutung zusätzlicher Arbeitsplätze für die künftige Bevölkerungsentwicklung müssten jetzt mit konkretem politischen Handeln untersetzt werden.
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Nach Auffassung der Fraktion führt deshalb an der Entwicklung eines großen Gewerbe- und Industriestandortes in Halle-Tornau langfristig kein Weg vorbei. Die vorgelegte Prognose mache deutlich, dass Halle ohne zusätzliche wirtschaftliche Dynamik und ohne neue Arbeitsplätze künftig erhebliche Einwohnerverluste zu erwarten habe. Gerade der Rückgang junger Menschen und Familien werde die Stadt in vielen Bereichen vor enorme Herausforderungen stellen.
Andreas Wels, Fraktionsvorsitzender von Hauptsache Halle, erklärt dazu: „Die Prognose ist ein Weckruf für die gesamte Stadtpolitik. Wenn Halle in den kommenden Jahren nicht an wirtschaftlicher Stärke gewinnt, verliert die Stadt schrittweise ihre eigene Zukunftskraft. Einwohnerzahlen entstehen nicht im Rathaus, sondern dort, wo Arbeitsplätze, Perspektiven und wirtschaftliche Zuversicht geschaffen werden. Wer heute keine neuen großen Entwicklungsflächen schaffen will, darf sich morgen über sinkende Einwohnerzahlen, weniger Familien, steigende Leerstände und finanzielle Engpässe nicht wundern. Halle braucht jetzt den Mut, wirtschaftspolitisch größer zu denken.“
Die Fraktion verweist darauf, dass die Stadtverwaltung selbst in ihrer Analyse den Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, Zuwanderung und Bevölkerungsstabilität deutlich herausarbeitet. Zusätzliche Arbeitsplätze könnten den prognostizierten Bevölkerungsrückgang erheblich abschwächen. Genau daraus leite sich die besondere Bedeutung des Standortes Halle-Tornau ab.
Der planungspolitische Sprecher der Fraktion Hauptsache Halle, Mario Kerzel, betont: „Tornau ist aus unserer Sicht prädestiniert für die Entwicklung eines leistungsfähigen Industrie- und Gewerbeparks. Dort müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, um produzierendes Gewerbe, industrielle Wertschöpfung und zukunftsfähige Unternehmen anzusiedeln. Es geht dabei nicht nur um Gewerbesteuereinnahmen, sondern um die grundsätzliche Frage, wie Halle seine Bevölkerungsentwicklung stabilisieren will. Jede größere Unternehmensansiedlung bedeutet am Ende auch Arbeitsplätze, Kaufkraft, Familien, Kinder in unseren Schulen und eine stärkere wirtschaftliche Basis für die gesamte Stadt.“
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Die Fraktion fordert deshalb, die wirtschaftliche Entwicklung Halles künftig deutlich offensiver voranzutreiben und die notwendigen planerischen Voraussetzungen entschlossen zu schaffen. Dazu gehöre auch, neue Flächenpotenziale frühzeitig zu sichern und Entwicklungshemmnisse konsequent abzubauen.
„Wir werden uns viele Dinge, die für eine moderne und lebenswerte Stadt wichtig sind, nur leisten können, wenn Halle wirtschaftlich stark bleibt und Menschen in der Stadt hält beziehungsweise neu gewinnt“, so Andreas Wels weiter. „Der Kampf gegen den Bevölkerungsrückgang entscheidet sich deshalb nicht allein in statistischen Prognosen, sondern vor allem bei der Frage, ob Halle den Anspruch hat, ein starker Wirtschafts- und Industriestandort in Mitteldeutschland zu sein.“
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