Flughafen Bremen. Archivfoto: Sebastian

Lufthansa stellt die Verbindung zwischen Frankfurt (FRA) und Bremen (BRE) in wenigen Wochen ein. Oder doch nicht? Nach Protesten des Landes Bremen kommt nun nochmals Bewegung in die Angelegenheit. Lufthansa und Bremen suchen nach einer für beide Seiten tragbaren Lösung.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Lufthansa und Bremen suchen nach einer Lösung für den Erhalt der Strecke Frankfurt–Bremen.
📉 Wirtschaftlichkeit bleibt das zentrale Problem nach dem Aus der Lufthansa Cityline.
🏛️ Politik und Wirtschaft könnten mit Gebührenrabatten oder Zuschüssen eingreifen.

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Der Aufschrei in Wirtschaft, Politik und Medien im Norden der Republik war groß, als Lufthansa das Aus der Flugstrecke Frankfurt – Bremen vor wenigen Tagen verkündete. Die Entwicklung war absehbar. Lufthansa konzentriert die sekundären Flughäfen immer mehr auf einen ihrer Hubs. Doch für Bremen kam die Nachricht dennoch überraschend, dass die Hansestadt ab Juli 2026 nur noch an das Lufthansa-Drehkreuz München angebunden sein soll.

Flüge zwischen Bremen und Frankfurt sollen erhalten bleiben

Jetzt schaltete sich sogar Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) ein und telefonierte mit Lufthansa-Vorstandsvorsitzendem Carsten Spohr. Ziel des Gesprächs war es laut butenunbinnen.de, Bremen auch weiterhin an das Lufthansa-Hub Frankfurt anzubinden.

Zwar konnte in dem ersten Gespräch zwischen Bovenschulte und Spohr noch keine Einigung erzielt werden, doch die Situation scheint nicht ganz ausweglos. Beide Seiten haben sich wohl darauf verständigt, nach einer für beide Seiten wirtschaftlichen Lösung zu suchen. Weiterführende Gespräche sollen folgen.

Doch wie könnte solch eine wirtschaftlich tragfähige Lösung aussehen? Lufthansa hat gerade ihre Regionalflugtochter Cityline aufgegeben. Damit ist auch die Flotte der kleinsten Flugzeuge des Konzerns weggefallen. Wenn Lufthansa weiterhin zwischen Frankfurt und Bremen fliegen will, braucht es also eine gute Auslastung auf Mittelstreckenflugzeugen wie der Airbus-A320-Familie.

Welche Lösungen sind in Sicht?

Eine bessere Nachfrage und damit höhere Auslastung könnte durch eine gemeinsame Marketing-Kampagne erzeugt werden. Marketing-Kosten, die vermutlich zulasten der klammen Kassen des Bundeslandes Bremen und vielleicht noch des Nachbarn Niedersachsen gehen.

Eher wahrscheinlich ist noch eine Reduzierung der Flughafengebühren. Der Bremen Airport könnte Rabatte auf Start- und Landegebühren gewähren oder aber die Abfertigungs- und Passagiergebühren reduzieren. Bei den Verlusten, die der Flughafen Bremen schreibt, ist dies jedoch eine Herausforderung. Und wahrscheinlich bleibt das Pissoir in der Gepäckhalle dann noch zwei Jahre außer Betrieb.

Am Flughafen Paderborn (PAD) hat sich die Wirtschaft zusammengerottet und eine eigene Fluggesellschaft auf die Beine gestellt. Dazu soll es im Fall Bremen nicht kommen. Möglicherweise springt jedoch die Wirtschaftsförderung Bremen ein und unterstützt mit Zuschüssen.

Bremen kämpft um Lufthansa-Verbindung nach Frankfurt | Frankfurtflyer Kommentar

Achtung, liebe Bayern. Wenn der amtierende Bürgermeister des Landes Bremen zum Telefonhörer greift, könnte es für euch teuer werden. Bundesweit ist das Land Bremen dafür bekannt, eine desaströse Wirtschaftspolitik zu betreiben und über den Länderfinanzausgleich völlig irre Maßnahmen zu finanzieren.

Zwar ist eine Flugverbindung zwischen Bremen und Frankfurt nicht annähernd so irre wie die Bremer Freikarte, welche jedes Bremer Kind jährlich erhält, aber dennoch sollte die Politik sich nicht einmischen. Wenn ein Unternehmen entscheidet, dass eine Verbindung wirtschaftlich nicht relevant ist, dann ist das so. Und falls es das nur als Druckmittel nutzt, sollte sich die Politik besonders nicht darauf einlassen.

Was denkt Ihr darüber, dass der Bremer Bürgermeister sich jetzt einschaltet? Kommentiert gerne unter diesem Beitrag.

Quelle: butenunbinnen.de