Japans Reisverbrauch pro Kopf ist im Geschäftsjahr 2025 um 6,1 Prozent auf durchschnittlich 4.435 Gramm pro Monat gefallen. Als Grund werden schlechte Ernten, Lieferengpässe und stark gestiegene Preise angesehen, die viele Verbraucher dazu gebracht haben, auf Nudeln, Brot und Pasta auszuweichen.

Der Wert markiert den niedrigsten Stand seit dem Geschäftsjahr 2018, als der monatliche Durchschnitt bei 4.426 Gramm lag. Gegenüber dem Geschäftsjahr 2024 sank der Verbrauch um 287 Gramm pro Person. Nach Angaben der Rice Stable Supply Support Organization entspricht das etwa 4,4 Schalen. Besonders deutlich fiel der Rückgang in normalen Haushalten aus, die rund 66 Prozent aller erfassten Haushalte ausmachten. Dort sank der monatliche Verbrauch um 8,2 Prozent auf 2.929 Gramm.

Schlechte Ernten haben die Reispreise in Japan stark steigen lassen

Die Preisentwicklung begann im Sommer 2024, nachdem durch extreme Hitze die Reisernte des Vorjahres deutlich gesunken war. Das japanische Landwirtschaftsministerium hatte damals erklärt, dass hohe Temperaturen in mehreren wichtigen Anbaugebieten sowohl die Menge als auch die Qualität des geernteten Reises belastet hätten.

In vielen Regionen Japans kam es zu Lieferengpässen und Supermärkte verkauften zeitweise nur begrenzte Mengen oder meldeten leere Regale. Der Durchschnittspreis für fünf Kilogramm Reis stieg nach Branchenangaben von rund 2.000 Yen (ca. 11 Euro) auf mehr als 4.000 Yen (ca. 23 Euro). Reis gehörte zeitweise zu den Lebensmitteln mit den stärksten Preissteigerungen in Japan. Viele Verbraucher wechselten deshalb auf günstigere Alternativen oder reduzierten ihren Konsum.

Die japanische Regierung begann Anfang 2025 damit, Teile der staatlichen Reisreserven freizugeben, um die Versorgung zu stabilisieren. Japan hält solche Reserven normalerweise für Naturkatastrophen oder schwere Ernteausfälle vor.

Langfristiger Rückgang verändert den Markt

Die aktuellen Zahlen gelten nicht als kurzfristige Ausnahme. Der Reiskonsum in Japan sinkt seit Jahrzehnten. Gründe dafür sind veränderte Essgewohnheiten, kleinere Haushalte und ein höherer Konsum von Brot- und Nudelgerichten.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums lag der jährliche Reisverbrauch pro Kopf in Japan in den 1960er Jahren noch deutlich höher. Seitdem gehen die Mengen fast kontinuierlich zurück und beschleunigten sich durch den Preisanstieg der letzten Jahre.

Die Entwicklung trifft auch viele landwirtschaftliche Betriebe. Zahlreiche Reisbauern kämpfen seit Jahren mit steigenden Produktionskosten, sinkender Nachfrage und fehlenden Nachfolgern. Gleichzeitig begrenzte Japan die Reisproduktion über lange Zeit politisch, um Überproduktion und Preisverfall zu verhindern. Die Kombination aus geringeren Lagerbeständen und schwächerer Ernte verschärfte die Lage zusätzlich.

Auch die Bevölkerungsentwicklung beeinflusst den Markt. In Japan steigt der Anteil älterer Menschen weiter an, während Familienhaushalte zurückgehen. Kleinere Haushalte und Einzelpersonen kaufen und kochen im Durchschnitt weniger Reis.

Lebensmittelbranche sucht neue Absatzwege

Mehrere Lebensmittelunternehmen versuchen inzwischen, den stagnierenden Inlandsmarkt mit neuen Produkten auszugleichen. Dazu gehören tiefgekühlte Reisgerichte, Snacks und stärker auf den Export ausgerichtete Produkte.

Zusätzlich profitierte der japanische Reisexport 2025 vom schwachen Yen, weil japanische Lebensmittel im Ausland günstiger wurden. Der Exportmarkt bleibt allerdings deutlich kleiner als der Inlandsmarkt.

Mit der größeren Erntemenge im Jahr 2025 entspannte sich die Versorgungslage wieder. Branchenvertreter gehen davon aus, dass die Preise weiter fallen werden, sobald die Ernte von 2026 vollständig im Handel angekommen ist.

Ein Vertreter eines Großhändlers erklärte jedoch, dass allein sinkende Reispreise vermutlich nicht ausreichen werden, um Verbraucher zurückzubringen. Wörtlich sagte er: „Da auch die Preise anderer Lebensmittel steigen, ist es schwer vorstellbar, dass das Interesse der Verbraucher am Kauf von Reis allein dadurch wieder zunimmt.“