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Sie hat Jahrzehnte im Scheinwerferlicht verbracht und sieht die Zukunft des Schlagers mit echter Sorge. Ihre Worte treffen einen wunden Punkt der Branche.
Berlin – Wenn eine Frau, die schon mit 15 Jahren die US-Charts gestürmt hat, so deutliche Worte findet, sollte man genau hinhören. Mit „Mit 17 hat man noch Träume“ wurde sie in Deutschland zur Ikone und steht heute, mehr als sechs Jahrzehnte später, noch immer auf der Bühne.
Peggy March hält große Stücke auf „Immer wieder sonntags“. © IMAGO
Peggy March (78) hat die Schlagerbranche in all ihren Höhen und Tiefen erlebt. Angefangen bei rauschenden Orchesterauftritten, die damals alle live waren, bis hin zur heutigen Playback-Kultur, die sie in einem Interview mit „t-online“ offen beklagt. Dass die Branche sich in dieser Zeit nicht nur musikalisch, sondern auch strukturell tiefgreifend verändert hat, beobachtet sie mit wachsender Unruhe.
Peggy March sieht den Schlager im Fernsehen auf dem Abstellgleis
Das Aus von „Immer wieder sonntags“, einer der letzten großen Schlagerbühnen im deutschen Fernsehen, trifft die Sängerin hart. „Für Nachwuchskünstler gibt es im Fernsehen kaum noch Sendungen, in denen sie auftreten können“, sagte sie gegenüber „t-online“. Ihr Urteil fällt unmissverständlich aus: „Deutschland schießt sich diesbezüglich selbst ins Knie.“
Was March besonders beschäftigt, ist die Frage nach der Wertschätzung eines ganzen Genres. Der Schlager werde ohnehin oft belächelt und wenn die wenigen verbliebenen TV-Plattformen wegbrächen, sehe sie schwarz für all jene, die gerade dabei sind, sich eine Karriere aufzubauen. Noch dazu drohe ein weiterer Einschnitt: Mit dem Vormarsch der Künstlichen Intelligenz wächst für sie eine zusätzliche Bedrohung heran.
So heißen diese berühmten Schlagerstars mit echtem Namen
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Stefan Mross (50) hat sich im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ erstmals zum Aus der Sendung geäußert. „Ich wollte mich dazu ja nicht äußern, und ich darf es auch nicht“, erklärte Mross zunächst zurückhaltend. Dennoch fand er anschließend bewegende Worte: „Ich habe wirklich eine tolle Zeit gehabt und wir haben jetzt noch 13 Sendungen vor uns. Es werden wieder Millionen Leute begeistert sein und wir werden eine saugeile Staffel hinlegen wie jedes Jahr.“ Verwendete Quellen: t-online.de, sueddeutsche.de