Bei Sarah Engels‘ Auftritt
ESC-Kommentator Thorsten Schorn: „Jetzt gehen die Spritpreise wieder hoch”
von teleschau
18.05.2026, 06:26 Uhr
18. Mai 2026 um 06:26 Uhr
Erschien in Kooperation mit
2026 Getty Images/Christian Bruna
Bei den deutschen ESC-Zuschauern hat wieder Kommentator Thorsten Schorn für Stimmung gesorgt. Selbst die deutsche Politik-Prominenz war vor seinen Sprüchen nicht sicher.
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Es ist gute Tradition, dass sich die deutschen Kommentatoren des ESC pointiert zu den Künstlern aus aller Welt äußern. Das war bei Peter Urban so und auch sein Nachfolger Thorsten Schorn pflegt eine feine spitze Zunge. Das gefällt nicht allen, da gibt’s aus dem Internet auch mal Gegenwind. Aber den gibt’s ja beim ESC auch – und sei es durch die Windmaschinen auf der Bühne.
Souveräner Sieg! Bulgariens Dara siegte mit ihrem Titel „Bangaranga“ mit 516 Punkten und damit 173 Punkten Vorsprung vor Israel. 2026 Getty Images/Christian Bruna
Null Rückenwind gab es beim ESC einmal mehr auch für die Vertreterin aus deutschen Landen. Sarah Engels brachte mit „Fire“ zwar den Saal mit den 10.000 Fans zum Kochen. Aber weder die Jurys noch die Fans in den 34 anderen Teilnehmerländern erwärmte ihr Vortrag. Im Jury-Voting gab es 30-mal null Punkte. Nur Bulgarien (2), Belgien (2), Portugal (4) und Italien (4) verschenkten Punkte nach Deutschland. Bedeutete Platz 22. Noch enttäuschender das Publikums-Voting: Da gab es keinen einzigen Punkt. Dadurch fiel Engels auf den 23. und somit drittletzten Platz zurück. Nur Österreich und Großbritannien bekamen noch weniger Punkte. Das gesamte ESC-Ranking gibt es hier im Überblick.
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Sarah Engels funkelnden Auftritt beim ESC seht ihr oben im Video
Thorsten Schorn führte zum dritten Mal als spitzzüngiger Kommentator durchs ARD-Programm. Er nahm etliche Künstler und auch einen Politiker aufs Korn. NDR/Morris Mac Matzen
Am anderen Ende des Tableaus: Bulgarien mit Dara. Deren turbulentes „Bangaranga“ heimste die meisten Jury-Punkte (204) und die meisten Publikums-Punkte (312) ein und siegte mit 516 Punkten souverän vor Israel (343). Dritter wurde Alexandra Căpitănescu für Rumänien (296) vor der favorisierten Australierin Delta Goodrem (287). Der Favorit der Buchmacher, Finnland (279), wurde hinter Italien (281) „nur“ Sechster.
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Dass die Schwedin Felicia mit Maske auftrat, erinnerte Thorsten Schorn an CDU-Politiker Jens Spahn. Die Maske nützte Schweden nichts, Felicia landete auf Platz 20. EBU/Alma Bengtsson ESC-Kommentator Thorsten Schorn: „Jens Spahn kennt da jemanden …”
Thorsten Schorn war von Anfang an gut drauf. Nach der fraglos heißen Show von Sarah Engels mit reichlich Pyro-Einsatz konstatierte er nicht nur eine „unfassbare Freude“, mit der Engels aufgetreten sei, sondern auch Energieverschwendung: „Jetzt gehen die Spritpreise wieder hoch.“ Als die Briten mit einer merkwürdigen Nummer mit deutschem Titel („Eins, zwei, drei“) antraten, meinte Schorn so ironisch wie prophetisch, dass sich der Titel durchaus auch auf die Anzahl der späteren Punkte beziehen können. Es gab letztlich nur einen einzigen Punkt für die Briten.
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Auch Schweden, immerhin schon siebenmal ESC-Sieger, bekleckerte sich nicht mit Ruhm. Die Nummer „My System“ von Felicia konnte weder Jurys noch Fans überzeugen und landete letztlich auf Rang 20. Schorns Blick fiel auf eine Besonderheit am Outfit der Künstlerin. Die trägt nämlich in der Öffentlichkeit immer Sonnenbrille oder eine Maske. In Wien hatte sie eine Maske gewählt. „Die Maske der Schwedin war leicht zu besorgen“, meinte Schorn und fügte dann hinzu: „Jens Spahn kennt da jemanden …“ Damit setzte Schorn einen Seitenhieb in Richtung des CDU-Fraktionsvorsitzenden und ehemaligen Bundesminister für Gesundheit, unter dessen Zuständigkeit es zur sogenannten „Maskenaffäre“ gekommen war. Und da sage noch einer, der ESC sei nicht politisch …
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Das merkte man auch kurz, als Noam Bettan für Israel beim Aufaddieren der Publikumsstimmen dank 220 Fan-Punkten kurzfristig in Führung ging. Während es bei Noams Auftritt keinerlei Störaktionen gab, waren nun im weiten Rund der Wiener Stadthalle deutliche Buh-Rufe zu hören. Als es zur finalen Entscheidung zwischen Israel und Bulgarien kam, gab es „Bulgarien“-Sprechchöre.
Victoria Swarovski und Michael Ostrowski führten vielsprachig und launig durch die ESC-Jubiläumsveranstaltung. 2026 Getty Images/Christian Bruna Sarah Engels hat trotz ESC-Niederlage „so viel Spaß” gehabt
Und sonst? Österreich und die Schweiz gaben keinerlei Punkte an Deutschland. Die deutschen Fans wenigstens fünf an Österreich. Für die Schweiz konnte man nicht voten, die hatten sich nicht fürs Finale qualifiziert.
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Alle nahmen Sarah Engels in Schutz. „Natürlich haben Leute für sie angerufen und sie hat die Menschen begeistert“, sagte Schorn ohne jede Ironie. Auch Barbara Schöneberger, die die ESC-Fans mit ihrem Look begeisterte, und Thomas Hermanns konstatierten hinterher: „Es lag nicht an Sarah, es lag am Lied.“ Und Engels selbst sagte, sie habe „so viel Spaß“ gehabt. „Ich bleibe, wie ich bin – positiv“, sagte sie.
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Die Moderatoren Victoria Swarovski, die mit Schmuck im Wert von 4,5 Millionen Euro glänzte, und Michael Ostrowski machten einen guten Job und überzeugten mit perfektem Englisch und Französisch und mit (ein bisschen einstudiert wirkenden) Gags. Die Produzenten brachten – von Lordi bis Max Mutzke – etliche Stars der ESC-Geschichte auf die Bühne. Da war ein großes, buntes Treiben auf der Bühne, als die Gäste große ESC-Hits wie „Volare“ oder „Waterloo“ und „Dschinghis Khan“ anstimmten. Das brachte auch Thorsten Schorn zum seligen, ironischen Schwärmen: „Wenn jetzt noch Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner um die Ecke kommen, dann ist’s wie Silvester am Brandenburger Tor“, meinte er und stichelte damit sanft gegen die Silvester-Show des ZDF.
Noam Bettan holte mit „Michelle“ Platz zwei für Israel. Als er kurzzeitig in Führung ging, gab es deutliche Buh-Rufe in der Wiener Stadthalle. 2026 Getty Images/Christian Bruna
