Nach dem Abpfiff: Emotionen pur im Wildpark. Und – viele Tränen. Nicht nur bei denen, die verabschiedet wurden. Die Fans rollten ein Riesenbanner aus: „Bis zu 1 000 Grad und es wird noch heißer – wir sagen: Danke Christian Eichner.“  

Die KSC-Anhänger und die Spieler bereiteten Cheftrainer Christian Eichner einen tollen, einen bewegenden Abschied aus dem Wildpark. Als Eichner, auf Drängen der Fans, eine Ehrenrunde lief, gab´s tosenden Applaus. Allerdings auch begleitet von Kopfschütteln, darüber, dass der beliebte, bodenständige und erfolgreiche Coach nach sechs Jahren von den KSC-Bossen geschasst wird.

Spiel von Abschieddsstimmung geprägt

Dass der KSC gegen Bochum mit 1:2 verlor, war nur wenig störend. Die gute Stimmung am letzten Spieltag einer Saison, in der die Blau-Weißen nie einen Abstiegsrang belegten, nie in echte Abstiegsgefahr gerieten – überwog. Aber es gab enorm viel Abschiedsstimmung im Karlsruher Wildpark. Es wird wohl mehr als ein halbes Dutzend Profis aus dem aktuellen Kader sein, das in der kommenden Saison nicht mehr das Trikot der Karlsruher trägt.

Kämpferisch war dem KSC keinen Vorwurf zu machen.

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Kämpferisch war dem KSC keinen Vorwurf zu machen.
Foto: Michaela Anderer

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Kämpferisch war dem KSC keinen Vorwurf zu machen.
Foto: Michaela Anderer

Bemerkenswert: Viele ehemalige Profis des KSC (Lukas Fröde, Jerome Gondorf, Marco Thiede, Lars Stindl, Igor Matanovic, Paul Nebel, Budu Zivzivadze und und…) hatten im Vorfeld ihr Kommen angekündigt, hatten zum Teil einen geplanten Urlaub verschoben. Sie wollten sich für Eichners Arbeit bedanken, wohl wissend, dass er etlichen von Ihnen zu einer Top-Karriere verhalf.

„KSC war meine Familie“

Mit ihrer Anwesenheit wollten sie Eichner gegenüber ihre Wertschätzung und ihren Respekt ausdrücken. All das machte Eichner den ungewollten Abschied enorm schwer. Seine Verabschiedungsrede wurde immer wieder von laustarkem Beifall unterbrochen. Emotionen pur!! „Ich habe mein halbes Leben beim KSC verbracht. Natürlich fällt mir das sehr, sehr schwer“, bekannte Eichner, der sechs Jahre Chefcoach im Wildpark war und nun in Liga eins wechseln könnte. „Der KSC war meine Familie, mein Zuhause!“

Bei bestem Frühlingswetter fehlte den Badenern das Glück.

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Bei bestem Frühlingswetter fehlte den Badenern das Glück.
Foto: Michaela Anderer

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Bei bestem Frühlingswetter fehlte den Badenern das Glück.
Foto: Michaela Anderer

Die Partie der Badener beim Saisonfinale gegen den VfL Bochum war fast Nebensache. Das Spiel rückte gegenüber den Abschiedsemotionen in den Hintergrund. Doch die Gäste waren vom Anpfiff an aggressiv. Der Lohn: Die frühe Führung durch Kjell Wätjen, der die Unordnung in der KSC Abwehr nutzte (4.). Die Bochumer waren spielbestimmend. Erste KSC-Torgefahr nach einer Hereingabe von Marvin Wanitzek. Doch Fabian Schleuseners Schuss flog am Gästegehäuse vorbei. Insgesamt war das Spiel des KSC etwas zu umständlich angelegt und es ging zu langsam nach vorne. Als es einmal schnell ging, scheiterte Shio Fukuda knapp.

Mehr Ballbesitz, wenig Durchschlagskraft

Die Karlsruher erhöhten den Druck. Nach Tohuwabohu im Gästestrafraum war Fukuda zur Stelle. 1:1 (19.).
Jetzt waren die Badener die Chefs im Ring. „Schleuse“ hatte Pech, dass sein Schuss ans Außennetz klatschte. Kurz vor der Halbzeit hatten die Blau-Weißen 66 Prozent Ballbesitz. Die Eichner-Elf agierte phasenweise souverän.

Der Eichner-Abschied bewegte viele Fans zu Tränen.

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Der Eichner-Abschied bewegte viele Fans zu Tränen.
Foto: Michaela Anderer

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Der Eichner-Abschied bewegte viele Fans zu Tränen.
Foto: Michaela Anderer

Nach dem Seitenwechsel waren es anfangs wieder die Bochumer, die den Vorwärtsgang eingeschaltet hatten. Die Karlsruher waren in ihrem Offensivspiel zu ungenau. Pech, dass Schleusener nach einer schönen Kombination die Kugel freistehend nicht richtig traf. In der 70. Minute eine Nachlässigkeit von Torhüter Hans Christian Bernat, der ließ einen Schuss von Moritz Kwarteng aus rund 18 Metern passieren – 1:2  (70.). Die Fächerstädter hatten gute Gelegenheiten, vergaben diese aber teilweise leichtfertig. Gegen Ende hieß das Motto: Alles oder nichts! 

Abwehrchef selbstkritisch

Abwehrchef Marcel Franke war ins Sturmzentrum gerückt und hatte eine Großchance, doch sein Kopfball landete nicht im Netz. So blieb es beim 1:2. Franke zur seiner Chance: „Den muss man machen, den sollte man machen, den hätte ich gerne gemacht. Auch weil wir Eiche einen Sieg schenken wollten, dass der nicht reinging, das tat echt weh. Den nehme ich mit in die Pause“, sagte der Abwehrchef und ergänzte: „Mit null Toren aus einer Saison zu gehen, daran muss ich arbeiten.“

Bochum agierte kaltschnäuzig und zog mit dem Sieg in der Tabelle am KSC vorbei.

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Bochum agierte kaltschnäuzig und zog mit dem Sieg in der Tabelle am KSC vorbei.
Foto: Michaela Anderer

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Bochum agierte kaltschnäuzig und zog mit dem Sieg in der Tabelle am KSC vorbei.
Foto: Michaela Anderer

Kapitän Marvin Wanitzek sah man die Emotionen wegen des Eichner Abschieds an: „Es war kein einfacher Moment, wenn man neun Jahre zusammengearbeitet hat. Wir werden ihn vermissen. Wir wollten ihm einen Sieg schenken. Es war ein gutes Spiel von uns, aber wir sind mit leeren Händen rausgegangen.“ Die Einschätzung von Gästetrainer Uwe Rösler zum Spiel? Seine Analyse? Die gab es nicht. Kein Wort zum Spiel, nur Lob für Eichner, für die Arbeit des KSC Trainers. „Was er hier  geleistet hat – überragend. Das war meine Spielanalyse.“