Die USA, Japan und die Philippinen versenkten ein Kriegsschiff zum Test. Die Übung nahe Taiwan zeigt, wie ernsthaft sich die Verbündeten auf einen möglichen China-Konflikt vorbereiten.

In der strategisch sehr wichtigen Luzonstraße (südlich von Taiwan, im Südchinesischen Meer) haben amerikanische, japanische und philippinische Streitkräfte in einer Übung ein ausgemustertes Kriegsschiff versenkt. Laut dem Portal „twz.com” handelte es sich um die ehemalige philippinische Korvette BRP Quezon, ein früheres US-Minenräumschiff aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Ziel lag rund 50 Meilen vor der Küste und war Teil der Großübung namens „Balikatan”.

ANZEIGEArtillerierakete kann 80 Kilometer weit feuern

Die Live-Feuer-Übung startete am Mittwoch gegen 10 Uhr Ortszeit mit einem präzisen Raketen­einschlag von hochmodernen Abschusssystemen. Die GMLRS-Artillerierakete beispielsweise ist eine hochpräzise Waffe mit hoher Reichweite, die Ziele in einer Entfernung von rund 80 Kilometern angreifen kann, was ihrer maximalen Reichweite entspricht. 

Anschließend folgten kombinierte Angriffe mit Anti-Schiffs-Raketen. Japan setzte erstmals einen sogenannten Typ-88-Anti-Schiffs-Flugkörper außerhalb des eigenen Gebietes ein, meldet „twz.com”.

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Die japanischen Raketen trafen den Rumpf des Schiffes gegen 10.30 Uhr. Das Zielschiff sank so schnell, dass vorbereitete philippinische Kampfflugzeuge nicht mehr eingreifen konnten.

Details zum Test-Versenken des Kriegsschiffs BRP Quezon 

  • In den 1960er Jahren wurde die Korvette in den Dienst gestellt. 2021 wurde sie außer Dienst gestellt.
  • Ursprünglich war das Boot ein amerikanisches Minensuchboot und wurde dann an die Philippinen übergeben.
  • Insgesamt über 77 Dienstjahre
  • Standardverdrängung von 890 Tonnen
  • Länge: 221,67 Fuß (67,57 Meter)

Die Luzonstraße verbindet Südchinesisches Meer und Pazifik und gilt als Hauptroute für Handelsschiffe und chinesische Marineverbände. Hier operieren auch Chinas Atom-U-Boote, die für die nukleare Schlagfähigkeit des Landes wichtig sind. Für die USA wiederum ist die Passage das Zugangstor in das Südchinesische Meer und ein mögliches Gefechtsfeld im Taiwan-Konflikt.

Parallel zu dem oben beschriebenen Sinktest testete die US-Armee auf den Philippinen einen sogenannten Typhon-Werfer mit einem Tomahawk-Marschflugkörper über rund 370 Meilen Distanz. Das System kann auch Raketen verschießen und erweitert die Reichweite der US-Streitkräfte tief in Chinas Einflussbereich.