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Spezial-Support für europäische KI-Kunden soll Datensouveränität sicherstellen

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Europäische Kunden sind durchaus sensibel für Fragen der digitalen Souveränität. An der praktischen Umsetzung hapert es allerdings oft genug. Red Hat kommt nun Kunden aus der Europäischen Union, die mehr für dieses Thema tun wollen, durch einen Service entgegen.

Anwender sind sich der Problematik der Datensouveränität durchaus bewusst, haben aber oft keine durchdachte Lösung. Das ergab eine Studie von Red Hat.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay) Anwender sind sich der Problematik der Datensouveränität durchaus bewusst, haben aber oft keine durchdachte Lösung. Das ergab eine Studie von Red Hat.

Ende März führte Red Hat in Europa in Zusammenarbeit mit dem Sozialforschungsinstitut Censuswide eine Umfrage unter 500 europäischen IT-Entscheidungsträgern mit breiter Branchen- und Größenverteilung durch. 100 der befragten Personen kamen aus Deutschland, weiter gab es Teilnehmer aus England, Frankreich, den Niederlanden und Italien.

Befragt wurden ausschließlich IT-Entscheider über 25 Jahren. Im Mittelpunkt der Umfrage, die lediglich fünf Fragen umfasste, stand das Thema digitale Souveränität. Red Hat wollte Erkenntnisse darüber gewinnen, wie gut Unternehmen auf Probleme in diesem Bereich vorbereitet sind und wie sie das Thema einschätzen.

Der KI-Hunger sprengt alle Prognosen: Rechenzentren absorbieren immer größere Anteile der globalen IT-Budgets und reißen eine wachsende Kluft zwischen KI-Infrastruktur und klassischer IT auf. (Bild: KI-generiert) Exit-Strategie: Nur die Hälfte hat eine

Die Ergebnisse dazu sind interessant. So befasste sich die erste Frage damit, ob die befragten Firmen, sollte ihr Hauptanbieter für KI-Dienste seine Services plötzlich nicht mehr bereitstellen, eine sinnvolle Exit-Strategie vorbereitet hätten. 57 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer konnten das bejahen, wobei die Auswirkungen unterschiedlich beurteilt wurden. Immerhin neun Prozent gaben an, dass ein Exit respektive Wechsel zu einem anderen Anbieter sie schwerer beeinträchtigen würde.

34 Prozent hatten keinerlei Exit-Strategie definiert, wobei die Schwere der durch einen Anbieterwechsel verursachten Beeinträchtigungen unterschiedlich eingeschätzt wurde. Neun Prozent konnten hierzu keine Angaben machen.

Damit sind deutsche Unternehmen, verglichen mit ihren europäischen Nachbarn, eher im Hintertreffen. Ganz vorn dran ist hier Italien: Von den dortigen ebenfalls 100 Befragten gaben 71 Prozent an, eine Exit-Strategie definiert zu haben.

Souveräne KI: Nationale Regulierung und geopolitische Interessen könnten den globalen Markt für KI-Systeme zunehmend in regionale Technologieökosysteme aufteilen. (Bild: © Cheewynn - stock.adobe.com) KI-Governance: Eher streng ist angesagt

Auf die zweite Frage, ob es für agentische Systeme eine eher strenge oder eher laxe Governance gebe, antworteten 59 Prozent der deutschen Befragten, es gebe hier relativ strikte Regeln. Am ausgeprägtesten war der Hang zur strengen Governance bei der Gruppe der 35- bis 45-Jährigen mit rund 74 Prozent.

Mittlere Unternehmensgrößen (50 bis 99 Beschäftigte) haben den höchsten Anteil an strenger Governance mit mehr als 81 Prozent, bei den Branchen bringen es Finanzen, Architektur und Engineering sowie IT und Telekommunikation auf rund achtzig Prozent. In den Bereichen Recht und Gesundheit haben erstaunlicherweise nur rund ein Drittel eine strenge Governance für KI-Agenten implementiert, obwohl sie zu denen mit der strengsten KI-Regulierung gehören.

Auch bei diesem Thema gehört Deutschland nicht zu den Spitzenreitern. Führend ist Großbritannien, wo in 68 Prozent der Firmen strenge Regeln für KI-Agenten-Governance definiert wurden.

Der Autor: Carsten Fiegler ist Vice President Business Communications bei VIER (Bild: VIER GmbH) Wo sind meine Daten?

Frage drei befasst sich mit einer Selbstverständlichkeit: Ist offensichtlich und kontrollierbar, wo die eigenen Daten gespeichert sind – eine der Grundanforderungen der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung), zumindest was personenbezogene Daten angeht. Wenig verwunderlich, antworteten 97 Prozent der Befragten, dies wäre der Fall, und mit diesem Wert gehören die deutschen Befragten auch einmal zu den Spitzenreitern.

Die beiden letzten Fragen befassten sich mit Red Hats Lieblingsthema Open Source. Die vierte Frage erforschte, welche Vorteile sich Anwender für den Aufbau von Vertrauen in ihre KI-Strategie vom Einsatz von Open-Source-Lösungen innerhalb der nächsten drei Jahre versprechen.

Open Source für mehr Kontrolle

Jeweils eine überwiegende Mehrheit von etwa zwei Dritteln nannte als Gewinn aus Open-Source-Einsatz mehr Kontrolle darüber, wie KI-Lösungen aufgebaut sind und wo sie laufen, weniger unerwünschte Bindung an einen Hersteller, kundenspezifischere Anpassungsmöglichkeiten entsprechend den geschäftlichen und regulatorischen Anforderungen, mehr Transparenz und einfachere Auditierbarkeit sowie mehr Vertrauen aufgrund der und durch die Open-Source-Community.

Hier zeigten sich interessante Unterschiede zu den übrigen europäischen Teilnehmern. So sahen britische Befragte teils noch erheblich deutlichere Vorteile. Beispielsweise nannten 87 Prozent mehr Transparenz und einfachere Auditierbarkeit als wichtigsten Vorteil. Das gilt auch für Frankreich (80 %) und Italien (82 %). Die Niederländer hielten mehr kundenspezifische Anpassung für den wichtigsten Vorteil (78 %).

Dr. Konstantin Wemhöner ist Mitgründer der Kemb GmbH und Experte für Business Intelligence, Datenarchitekturen und datenbasierte Unternehmenssteuerung. (Bild: Kemb GmbH) Regulierung soll Open-Source-Prinzipien promoten

In der letzten Frage ging es um europäische Politik: Die Marktforscher wollten wissen, ob Politik und Regulierung sich aktiv für Open-Source-Prinzipien aussprechen sollten, damit Organisationen beim Thema KI größere Souveränität erhalten. Mit Prinzipien waren insbesondere Transparenz, Auditierbarkeit und Open-Source-Lizenzierung, also freier Zugriff auf den Quellcode, gemeint.

Stand: 08.12.2025

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Hier sagten 72 Prozent der deutschen Befragten ja. Am höchsten fiel die Zustimmung für die Aussage mit 89 Prozent in Großbritannien aus. Dann folgten Italien (78 %), die Niederlande (76 %) und das Schlusslicht bildete Frankreich mit nur 70 Prozent Zustimmung.

Red Hat mit Open Source bestens gerüstet

„Die Ansätze in Projekten ändern sich, Kunden wollen mehr Kontrolle und Flexibilität“, Jan Wildeboer, EMEA Evangelist für KI-Themen bei Red Hat. (Bild:  Red Hat) „Die Ansätze in Projekten ändern sich, Kunden wollen mehr Kontrolle und Flexibilität“, Jan Wildeboer, EMEA Evangelist für KI-Themen bei Red Hat.

(Bild: Red Hat)

Red Hat sieht sich angesichts dieser Ergebnisse bestens für die KI-Zukunft gerüstet. Und das trotz der Tatsache, dass das Unternehmen in letzter Instanz zu IBM und damit zu einer US-amerikanischen Firma gehört, die im Zweifel auf Befehl von oben auch Kundendaten herausrücken muss.

„Unsere rechtliche Konstruktion besitzt mehrere europäische Ebenen, bevor die USA und damit IBM ins Spiel kommen“, betonte Jan Wildeboer, bei Red Hat EMEA Evangelist für KI-Themen. Außerdem habe man als Infrastrukturdienstleister in keinem Fall Zugriff auf die Daten der Kunden.

Sicherer Spezialsupport für Europa-Kunden

Für seine europäischen Kunden hat sich Red Hat etwas Besonderes ausgedacht. Sie können bei ihren Projekten von einem speziellen Supportangebot (Red Hat Confirmed Sovereign Support for EU) profitieren. Dieses wird ausschließlich von EU-Bürgern oder Personen mit Wohnsitz in der EU erbracht, die rechtlich zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit in der EU berechtigt und tatsächlich dort tätig sind.

Generell ginge der Trend, wie Red Hat schon seit Jahren propagiert, weg von generalisierten zu spezialisierten Modellen, die an die Gegebenheiten der einzelnen Kunden und deren fachspezifische Bedürfnisse angepasst sind.

Nvidia-Dominanz nicht für die Ewigkeit

Dominic Schmitt, Director Ecosystem Central, North, East Europe, Red Hat: „Selbst wenn wir wegfielen, hätte der Kunde Zugriff auf die Codebasis und könnte zusammen mit seinem Partner weitermachen.“(Bild:  Red Hat) Dominic Schmitt, Director Ecosystem Central, North, East Europe, Red Hat: „Selbst wenn wir wegfielen, hätte der Kunde Zugriff auf die Codebasis und könnte zusammen mit seinem Partner weitermachen.“

(Bild: Red Hat)

Auch die Dominanz von Nvidia sei nicht in Stein gemeißelt und werde sich abschwächen. „Es gibt inzwischen wirklich gute Alternativen auf dem Markt, etwa von AMD“, sagte Wildeboer.

Red Hat profitiere gerade im KI-Markt von seinem Netz an fachlich hoch qualifizierten Partnern. Kunden begännen zwar ihre KI-Reise häufig mit Experimenten auf eigene Faust. Viele würden aber schnell erkennen, dass sie damit aufgrund der extrem schnellen Weiterentwicklung zum Beispiel bei den Modellen, nicht weit kommen. Dominic Schmitt, Director Ecosystem Central, North, East Europe und damit für die europäische Partnerlandschaft verantwortlich: „Unsere Partner ermöglichen den Kunden Projekte mit guter Kontrolle und Transparenz. Selbst wenn wir wegfielen, hätte der Kunde Zugriff auf die Codebasis und könnte zusammen mit seinem Partner weitermachen.“

Croz rät zu vortrainierten Modellen

Einer dieser Partner ist die kroatisch-deutsche Croz. Das Beratungshaus hat inzwischen mehr als 400 Beschäftigte.

Peter Blenninger, einer der Geschäftsführer der Croz DACH GmbH, rät gerade mittelständischen Kunden eher zur Nutzung vortrainierter Modelle, um den Aufwand gering zu halten. Allerdings seien für das Gelingen von betrieblichen KI-Projekten weiche Faktoren mindestens genauso wichtig wie die richtige Technik. Blenninger: „Dazu gehört es, die Mitarbeiter für KI zu begeistern und ihr Wissen verfügbar zu machen und die Probleme auszuwählen, die sich am ehesten für eine Lösung mithilfe von KI eignen.“

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