• Künstlerin Alexandra Strasse verarbeitet in der Ausstellung „Zwischen Trauer und Liebe“ persönliche Verlusterfahrungen in hoffnungsvollen Malereien.
  • Gemeinsam mit ihrem zwölfjährigen Sohn Béla präsentiert sie in der Helios Klinik Attendorn Werke, die Trauer, Hoffnung und Neuanfang zeigen.
  • Die Ausstellung lädt Besucher ein, sich mit eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen, und zeigt, dass Trauer und Liebe viele Facetten haben.

Die Künstlerin „Bellamanda“, alias Alexandra Strasse (43), verarbeitet in ihren Bildern tiefe Trauer- und Verlusterfahrungen. Was zunächst nach Düsterkeit und Tristesse klingt, verwandelt sich in ihren Händen in licht- und hoffnungsvolle Malereien. Gemeinsam mit ihrem Sohn Béla stellt sie bis zum 30. Juni kostenlos in der Helios Klinik Attendorn aus, teilt das Krankenhaus mit. Der Ursprung der Werkreihe „Zwischen Trauer und Liebe“ ist zutiefst persönlich. Nach dem Verlust ihres Mannes beginnt Alexandra Strasse, die Malerei bewusst als Mittel zur Bewältigung ihrer Trauer zu nutzen. Aus einem inneren Bedürfnis heraus entsteht eine Bilderserie, die bis heute wächst.

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Scheinen Schmerz und Trauer zunächst lähmend und ausweglos, eröffnet das gemeinsame Malen mit Béla ihr die Möglichkeit, das Erlebte nach und nach zu verarbeiten und einen Weg zurück ins Leben zu finden. „Zwischen Trauer und Liebe“ ist jedoch keine reine Auseinandersetzung mit dem Verlust eines Menschen. Die Arbeiten erzählen ebenso von der leisen Rückkehr der Hoffnung. Denn inmitten der Trauerphase begegnet sie zufällig einem Menschen, der heute an ihrer Seite mit ihr und ihrem Sohn lebt und die Familie wieder komplettiert.

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„Gerade diese positive Wendung ist Leben und im Werk von Frau Strasse hat uns dazu bewogen, sie unbedingt als Ausstellerin für die Helios Klinik zu gewinnen“, sagt Klinikgeschäftsführerin Dr. Oksana Prajzel. Viele Menschen im Krankenhaus hätten ähnlich schmerzhafte Erfahrungen gemacht und den Glauben an eine Wende zum Guten verloren, so Dr. Prajzel. „Frau Strasse ist jedoch eine echte Mutmacherin. Ihr Schicksal beweist, dass es aus schwärzester Dunkelheit noch immer einen Ausweg geben kann – auch und gerade dann, wenn man nicht mehr damit rechnet.“

Malerei stärkt das Band zwischen Mutter und Sohn

Alexandra Strasse verbindet in ihrer Arbeit verschiedene Materialien zu ausdrucksstarken Mixed-Media-Werken. Gold- und Silberakzente durchziehen viele ihrer Arbeiten. Eine besondere Bedeutung erhält die Ausstellung durch die Beteiligung ihres Sohnes Béla D. Der Zwölfjährige besucht die Sekundarschule in Olpe und zeigt eigene Arbeiten unter dem Titel „Zusammen sind wir bunt“. Seine Werke bringen eine unmittelbare, unverstellte Sichtweise auf Kreativität und Ausdruck in die Ausstellung – farbenreich, intuitiv und erfrischend frei.

Gerade im Zusammenspiel der beiden Positionen entfaltet die Ausstellung ihre besondere Wirkung. Während Alexandra Strasse existenzielle Themen wie Trauer, Transformation und Neubeginn verarbeitet, stehen die Arbeiten ihres Sohnes für Offenheit, Vielfalt und Zukunft. „Unsere Werke laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, innezuhalten und sich mit der eigenen Gefühlswelt auseinanderzusetzen“, beschreibt die Künstlerin ihre Intention. Gerade in der Zusammenschau der beiden Perspektiven entfalte sich erst ein vollständiges Bild, dass Trauer und Tod nicht das Ende sein müssen, so Alexandra Strasse, und fügt an: „Trauer muss nicht immer schwarz sein. Liebe nicht immer bunt. Trauer kann leuchten. Liebe kann still sein.“