Bielefeld. Die Getreuen hatten bei ihrem Fanmarsch aufs Stadion den Westen der Stadt erbeben lassen, sie hatten mit Inbrunst die Arminia-Hymne geschmettert und sie hatten die Schüco-Arena mit der wohl höchsten Dezibel-Zahl der gesamten Spielzeit beschallt. Bielefeld tat alles, um dem Abstiegsteufel frech ins Gesicht zu lachen. Und tatsächlich sprang der DSC Arminia Bielefeld mit einem 6:1-Erfolg gegen Hertha BSC Luzifer im allerletzten Moment von der Schippe. Am Ende landen die Ostwestfalen auf Tabellenplatz 13. Doch ohne Drama verlief auch der letzte Akt nicht.

Darauf dürfte der Gegner auch nicht gefasst gewesen sein: DSC-Coach Mitch Kniat änderte seine Startelf auf gleich fünf Positionen. Es war, als hole der Trainer das so erfolgreiche Vorjahr noch einmal auf den Rasen der Schüco-Arena zurück. Sam Schreck, einer der DFB-Pokalhelden, tauchte wieder im Anfangskader auf. Eine Minute hatte der 27-Jährige Ende April gegen Preußen Münster auf dem Platz gestanden. Davor war er seit dem 8. November nicht berücksichtigt worden.

Zudem rückten Maximilian Großer, der genesene Arne Sicker, Christopher Lannert und Joel Grodowski in die erste Formation. Es seien die Akteure, von denen er wisse, dass er ihnen vertrauen könne, sagte Kniat. Und er ergänzte, dass ganz viel Offensiv-Power noch von der Bank kommen könne.

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DSC Arminia Bielefeld

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Greuther Fürth legt im Fernduell vor

Ein Überraschungscoup oder der Mut der Verzweiflung? Im Kampf der kleinen psychologischen Vorteile stand es jedenfalls schnell unentschieden, denn die Berliner spielten nach der Seitenwahl zuerst auf die Gästetribüne zu – üblicherweise Arminias Start-Richtung. Nach wenigen Sekunden kam der junge Janne Berner auch zu einer ersten Halbchance, traf den Ball links vorm Tor aber nicht richtig.

Danach meldeten sich die Arminen an, Wörl schoss aus 22 Metern Hertha-Torwart Ernst in die Arme (5.). Was die verbissen kämpfenden Bielefelder zu dem Zeitpunkt nicht wussten: Greuther Fürth war gegen Düsseldorf bereits in Führung gegangen, sodass der DSC in der Blitztabelle die Abstiegszone verlassen hatte, bei einem Rückstand aber auf den vorletzten Platz durchgerauscht wäre. Der Schicksalsspieltag startete wie erwartet.

In der 22. Minute rauschte ein flacher Schuss von Lannert am rechten Pfosten vorbei, die anschließende Ecke verpasste Corboz am zweiten Pfosten mit dem Kopf. Der beherzte Auftritt des DSC konnte nicht verbergen, dass die alte Abschlussschwäche bereits wieder aufblitzte.

Rückstand nach Wörl-Großchance

Nach einer halben Stunde hatten die Arminen zwar nicht getroffen, aber sie zerrissen sich für den Klassenerhalt. Das merkten die Fans und quittierten jeden gewonnenen Zweikampf, jede Balleroberung mit Applaus und Jubel. In der 35. war der Funke Hoffnung auf dem Weg, zur Flamme zu werden, als Kapitän Corboz den Ball zentral annahm und auf Wörl durchsteckte. Der 22-Jährige hatte scheinbar alle Zeit der Welt, scheiterte aber an Ernst.

Dem kleinen Schock in der 35. Minute folgte zwei Zeigerumdrehungen später der große: Fast im Gegenzug servierte Eitschberger in den Bielefelder Strafraum, wo Gechter unbedrängt einköpfte. Arminia purzelte im Live-Ranking auf den direkten Abstiegsplatz. Die Zuschauer blieben optimistisch, skandierten zum Halbzeitpfiff Durchhalteparolen.

Mit einem Punkt, das war zur Pause auch klar, würde Mitch Kniats Team bis auf Platz 14 katapultiert. Maximilian Großer erreichte einen Eckball mit dem Kopf. Reese und der Pfosten retteten. Doch eine Minute später war Joel Grodowski per Direktabnahme im Sechzehner zur Stelle – 1:1.

Kersken hält das Remis zwischenzeitlich fest

Jonas Kersken sicherte kurz danach mit einer Glanzparade gegen einen Eitschberger-Kopfball (53.) den hauchdünnen Vorsprung in der Tabelle. Arminia führte zu diesem Zeitpunkt mit dem besten Torverhältnis eine Gruppe von vier punktgleichen Teams an.

Zehn Minuten nach dem Ausgleich bebte die Alm dann richtig: Arne Sicker, der Linksfuß, zirkelte einen Freistoß von rechts direkt vors Tor, wo Grodowski die Kugel per Kopf zur 2:1-Führung in die Maschen beförderte. Plötzlich wurde die Partie zu Arminia-Festspielen. Grodowski schob in der 65. zum links mitlaufenden Corboz, der, statt es selbst zu versuchen, scharf nach innen gab, wo Thaddäus Momuluh per Grätschschritt auf 3:1 stellte.

Als hätte es einer Absicherung bedurft – immerhin war der DSC vor dem Spieltag auf Schützenhilfe angewiesen – staubte Stefano Russo in der 74. Minute zum 4:1 ab. Da lag Kaiserslautern gerade gegen Magdeburg vorne und Arminia schob sich sogar auf Platz 13.  

Schlusspunkt durch Uldrikis

Der eingewechselte Noah Sarenren Bazee hätte in der 83. noch zum 5:1 einnetzen können, doch er lupfte im Eins-gegen-eins den Ball über Keeper Ernst aber auch am Tor vorbei. „Scheißegal“ sangen die nach einer holprigen Saison längst versöhnten Fans. Es klingelte doch noch einmal: Semir Telalovic, der in der 72. für Grodowski gekommen war, verwerte, gerade als die Nachspielzeit angebrochen war, eine Ecke zum 5:1.

Ende? Mitnichten. Roberts Uldrikis durfte auch noch einmal. Der Lette schob gegen völlig resignierte Berliner aus kurzer Entfernung zum 6:1 ein. Angestoßen wurde danach nicht mehr. Der erste Fangesang: „Nie mehr dritte Liga!“ Der Abstiegsteufel dürfte es gehört haben.

Der Liveticker zum Nachlesen: