Negativemissionstechnologien müssen nach Einschätzung von Forschenden künftig deutlich stärker in die Energiesystemanalyse integriert werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles Impulspapier der Themengruppe „Negativemissionstechnologien“ (NET) im Forschungsnetzwerk Systemanalyse. Am Impulspapier mitgewirkt haben neben weiteren Forschenden auch PD Dr. Peter Viebahn, Co-Leiter des Forschungsbereichs Sektoren und Technologien am Wuppertal Institut, sowie Simon Block, Researcher im selben Forschungsbereich.
Das Papier richtet sich an politische Entscheidungsträger*innen und skizziert offenen Forschungsbedarf für den Einsatz von technischen Carbon Dioxide Removal (CDR)-Ansätzen. Die Forschenden betonen, dass Klimaneutralität nicht allein durch Emissionsvermeidung erreicht werden könne. Zusätzlich müsse CO2 aktiv aus der Atmosphäre entfernt und langfristig gespeichert werden.
Die Autor*innen empfehlen daher, Negativemissionstechnologien im 9. Energieforschungsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums stärker zu verankern. Neben technischen Verfahren wie Direct Air Capture sollten auch naturbasierte Ansätze, etwa Aufforstung, weiter in den Fokus genommen werden. Jedoch ist hier nach Ansicht der Autor*innen eine differenzierte Bewertung und Förderung sinnvoll. Besonderen Forschungsbedarf sehen die Forschenden bei integrierten Systemmodellen, die Negativemissionstechnologien, CO2-Infrastrukturen und Energiesysteme gemeinsam abbilden. Auch langfristige Szenarien, Risiken der Landnutzung sowie Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz seien bislang noch unzureichend erforscht.
Das Impulspapier versteht sich als Grundlage für eine künftige Forschungsagenda zu Negativemissionstechnologien in Deutschland. Zugleich verweisen die Autor*innen darauf, dass bislang noch zu wenige umfassende Analysen zur Rolle von Negativemissionstechnologien im Energiesystem vorliegen.