TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Malediven – Die riskante Mission der Spezialtaucher bringt einen ersten Erfolg, aber auch traurige Gewissheit: Am Montag wurden die Leichen von vier vermissten italienischen Tauchern in einer Unterwasserhöhle auf den Malediven lokalisiert. Das teilten die maledivischen Streitkräfte (MNDF) auf X mit.
Demnach seien die Körper „bei einer gemeinsamen Such- und Bergungsoperation“ von Küstenwache, Polizei und einem von der italienischen Regierung organisierten Spezialteam entdeckt worden. Die Leichen befänden sich noch in der Höhle. „In den kommenden Tagen sollen weitere Tauchgänge durchgeführt werden, um die Körper zu bergen“, hieß es weiter.

Das Vaavu-Atoll auf den Malediven
Foto: picture alliance/Amazing Aerial Agency
Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, wurden die vier Toten im dritten Abschnitt der Höhle nahe des Vaavu-Atolls lokalisiert. Die Bergung gilt als extrem gefährlich. Erst am Samstag war ein Militärtaucher der maledivischen Streitkräfte bei einem Rettungseinsatz ums Leben gekommen.
Finnische Spezialtaucher im Einsatz
Am Montagmorgen war ein Spezialteam des Divers Alert Network Europe (DAN Europe) zu einem neuen Tauchgang aufgebrochen. Zu dem Team gehören die finnischen Höhlentaucher Sami Paakkarinen, Jenni Westerlund und Patrik Grönqvist. Sie gelten als Experten für Bergungen in großer Tiefe und unter schwierigsten Bedingungen.

Einer der drei finnischen Spezialtaucher, die nach den Körpern der italienischen Taucher suchten
Foto: Patrik Grönqvist/Facebook
Fünf italienische Taucher gestorben
Die fünf Italiener waren am Donnerstag bei einem Tauchgang in den mehr als 260 Meter langen Unterwasserhöhlen am Vaavu-Atoll verschwunden. Die Gruppe wollte in Tiefen von bis zu 60 Metern tauchen. Bereits am Freitag war die Leiche von Tauchlehrer Gianluca Benedetti geborgen worden.
Zu den Todesopfern gehört Monica Montefalcone (51), angesehene Ökologie-Professorin an der Universität in Genua (Italien). Sie hatte am Donnerstag die mehr als 260 Meter langen Unterwasserhöhlen in einer Tiefe von 50 bis 60 Metern auf dem Vaavu-Atoll erkunden wollen. Begleitet wurde sie von ihrer Tochter, der Studentin Giorgia Sommacal (22), sowie der Wissenschaftlerin Muriel Oddenino (31), dem Meeresbiologen Federico Gualtieri (31) und Tauchlehrer Gianluca Benedetti. Bislang wurde nur die Leiche des Tauchlehrers geborgen – sie war am Eingang der Höhle gefunden worden.

Unter den fünf Tauchern waren auch Monica Montefalcone (l.) und ihre Tochter Giorgia Sommacal (vierte v. l.)
Foto: ROPI; picture alliance/ROPI; Privat
Sondergenehmigung galt nicht für alle
Auf den Malediven sind Freizeit-Tauchgänge eigentlich nur bis zu einer Tiefe von maximal 30 Metern erlaubt. Für den Tauchgang der italienischen Gruppe soll es laut ANSA zwar eine Sondergenehmigung gegeben haben – nach Angaben eines maledivischen Regierungssprechers allerdings nur für drei der fünf Teilnehmer.