Bereits zum vierten Mal kommen Forschende von MONID zusammen – dieses Jahr wieder in der Leopoldina. Foto: Universitätsmedizin Halle.

Mit Mathematik gegen Infektionskrankheiten 

Halle/UMH. Infektionskrankheiten zählen weltweit zu den größten Herausforderungen. Wissenschaftliche Modelle können dazu beitragen, ihre Verbreitung vorherzusagen, Risiken besser einzuschätzen und geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Um die Kompetenzen in diesem Bereich weiter auszubauen, fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) erneut das von der Universitätsmedizin Halle koordinierte Modellierungsnetz für schwere Infektionskrankheiten (MONID). In der zweiten Förderphase stehen dafür bis Ende 2029 rund 17 Millionen Euro bereit. Über neueste Erkenntnisse in diesem Bereich diskutieren vom 20. bis 22. Mai mehr als 150 internationale Forschende auf einer wissenschaftlichen Tagung in der Leopoldina.

Spätestens die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Modellierungen sind, um Infektionskrankheiten besser bewerten und überwachen zu können. Vor diesem Hintergrund wurde MONID im Jahr 2022 ins Leben gerufen.

Vom Niesen bis zum Zeckenbiss

Das Netzwerk befindet sich seit 2026 in seiner zweiten Förderphase. In sieben neuen Forschungsverbünden sollen Fragestellungen rund um die Diagnose, Modellierung, Behandlung und Prävention von verschiedenen Erkrankungen erforscht werden. Während sich die Arbeit bislang vor allem auf Atemwegserkrankungen wie das Coronavirus konzentrierte, wird das Forschungsspektrum nun erweitert. Künftig befassen sich die geförderten Verbünde auch mit vektorübertragenen Infektionskrankheiten, die beispielsweise durch Zecken oder Mücken verbreitet werden.

MONID ist auch eine Anlaufstelle für die Beratung von Politik, Gesundheitsbehörden und der Öffentlichkeit. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei erneut die Universitätsmedizin Halle, an der eines der Projekte sowie die Koordinierungsstelle angesiedelt sind. Sie organisiert den wissenschaftlichen Austausch zwischen den beteiligten Forschungseinrichtungen, unterstützt gemeinsame Infrastruktur- und Lehrangebote und stärkt die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftler:innen im Bereich der Infektionsmodellierung.

Internationale Konferenz in Halle (Saale)

Zum Auftakt des neuen Abschnitts findet die inzwischen vierte MONID-Jahrestagung statt. Expert:innen aus den finanzierten Verbünden als auch aus dem Ausland tauschen sich dann in der Leopoldina zum aktuellen Stand der Modellierung von Infektionskrankheiten, mit dem Ziel, die weltweite Gesundheitslage zu fördern.