Unter dem Motto „Perspektive Eigentum“ fand der Landesverbandstag von Haus & Grund in der Halle Kiel 400 vor 350 Mitgliedern statt. Eine kleine Gruppe von Haus & Grund Büsum wurde vor der Halle begrüßt. Der Journalist Christopher Scheffelmeier moderierte den politischen Talk. Landtagspräsidentin Kristina Herbst strebe gute Politik in Schleswig-Holstein an. Im Wahlkampf komme auch ein bisschen von der Berliner Luft an, man solle sich an die eigene Nase fassen und im Guten miteinander reden. Knackige Botschaften kommen an, Kompromisse sollten im Vordergrund stehen.
Geschäftsführer Sönke Bergemann wünscht sich kurze Wege und offene Türen bei Bauvorhaben in Kiel. Private sollten nicht als Störenfried angesehen werden. Haus & Grund sei ein Schlüsselöffner. Die Belastungsquote Einkommen zu Mieten sei gleichgeblieben. Die sozial geförderte Miete liege bei 6,80 Euro, die Nebenkosten erreichen 3 Euro pro Quadratmeter. Oberbürgermeister Dr. Samet Yilmaz sieht die Bauaufsicht als Flaschenhals. Seine Themen waren: Prozesse verschlanken, Schwerpunkt auf den Wohnungsbau legen, Wohnungsbedarf in Kiel, man wolle schneller und besser werden und private Investoren und Baugenossenschaften an einen Tisch bringen.
Staatssekretär für Inneres Dr. Fredrik Hogrefe sprach die Klimaneutralität an, ebenso den verschiedenen Bau-Turbo in Land und Bund. Verbandsvorsitzender Alexander Blazek sieht den Vermieter als pragmatisch denkend. Die Heizung zu tauschen sei nicht immer gut, man bleibe beim alten Plan. Wärmepumpe, Heizöl oder Gas werden unabhängig entschieden. Der Bau-Turbo nütze beim Denkmal-, Umwelt- und Brandschutz nichts. Zudem könnten Rentner im Alter die Miete nicht mehr bezahlen, Eigentum könne man sich heute nicht mehr leisten und die Belastungen für Häuslebauer seien zu hoch.
Präsident von Haus & Grund, Dr. Kai Warnecke, betont: Der Vermieter soll zahlen, nicht der Mieter, für Kosten, die er nicht veranlasst hat. CO₂-Abgaben und Netzentgelte solle der Vermieter zahlen, das sei verkehrte Energiepolitik. Als Mitglied des Europäischen Parlaments sieht Dr. Marie-Agnes Straack-Zimmermann, dass die Qualitätsansprüche vor Ort entschieden werden müssen, nicht in Brüssel oder Straßburg. Spionage sei ein riesiges Thema und Bürger sollten dankbar sein, in Europa leben zu dürfen. Der Ukrainekrieg habe auch Auswirkungen auf die Sicherheit, der Druck auf die Seewege werde immer stärker. Die Regulierungswut des Staates sei zu groß, die bürgerliche Freiheit nebst Rechten müsse erhalten bleiben. Nach einem gemeinsamen Essen schloss sich die Gruppe von Haus & Grund Büsum dem Rahmenprogramm Hafenrundfahrt durch die Kieler Förde mit der Fähre „Förde-Adler“ an.