Das Staatliche Museum für Archäologie in Chemnitz erinnert ab Freitag mit einer kleinen Ausstellung in seinem Foyer an die Wiedergründung der jüdischen Gemeinde Chemnitz nach 1945.

Unter dem Titel »Jetzt erst recht!« sind im Foyer des Museums von Freitag an Fotos, Karten und Dokumente zu sehen. Erinnert werde an Menschen, die sich nach 1945 in Chemnitz für ihr Recht auf Ausübung ihres Glaubens einsetzten, teilte das Museum mit.

Die Ausstellung stellt Frauen und Männer vor, die trotz Verfolgung, Verlust und Zerstörung einen Neuanfang wagten. Sie erzählt von einer neuen jüdischen Gemeinschaft, die von Solidarität, Glauben und dem Wunsch nach einem sicheren Zuhause getragen wurde.

Neugründung kurz nach der Schoa

18 jüdische Überlebende versammelten sich am 7. September 1945 in einer Chemnitzer Wohnung und gründeten nur wenige Monate nach der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Schoa eine jüdische Gemeinde. Damit hätten sie ein »kraftvolles Zeichen des Neuanfangs« gesetzt, hieß es. Unter den Mitbegründern war auch Justin Sonder (1925–2020), der das Vernichtungslager Auschwitz überlebt hatte.

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Die Ausstellung ist bis zum 9. August zu sehen und ein Beitrag zum »Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026«. Im gleichen Museum ist zudem die große Sonderausstellung »Threads« zu sehen. Sie macht die Verbindungen zwischen 25 jüdischen Familien sichtbar, die einst in Chemnitz lebten. Ihre Lebenswege werden miteinander verknüpft und bislang vergessene Geschichten wieder ans Licht gebracht. epd