Die Meisterschaft in der A1-Staffel scheint entschieden, nachdem Spitzenreiter Beograd Stuttgart mit 4:3 gegen Türkspor (eingefärbten Link anklicken) siegte. Derweil gelang am 27. Spieltag so manchem Team im Tabellenkeller ein kleiner Befreiungsschlag.
TV 89 Zuffenhausen – SSV Zuffenhausen 3:1
Ein Derby, das es in sich hatte. Der TV 89 schlägt den SSV Zuffenhausen mit 3:1 und beendet damit eine dreiteilige Niederlagenserie. Dabei hätte die Partie durchaus anders verlaufen können, wenn, ja wenn, Dennis Klose in der 30. Minute einen Foulelfmeter nicht verschossen hätte. Und vom Pech verfolgt ging es für den SSV weiter, denn beim Führungstor des TV 89 wird Alieu Darboe vom SSV-Torwart Patrick Löchner im Rücken angeschossen, der sich dann dreht und das 1:0 besorgt.
Keine zwei Minuten später trifft Mehmet Kuzu zum 2:0. „Davon haben wir uns nicht mehr erholt“, fasst SSV-Spielertrainer Nevzat Dursun zusammen. „Unsere Köpfe hingen unten.“ Pech für den SSV, Glück für den TV 89. „Das hat uns mal richtig gut getan, dass wir mal nicht gleich hinten liegen“, sagt TV-Trainer Umut Yürük. „Wir wollten mehr und das war dann halt der Grund für den Erfolg.“ Sergio Mavinga baute die Führung in der 63. Minute aus. Das Foulelfmetertor von Dieylani Fall in der 80. Minute war dann nur noch Ergebniskosmetik.
Der TV 89 festigt durch den Sieg den sechsten Platz. Der SSV bleibt auf Rang neun. „Wir müssen die nächsten Spiele gewinnen, sonst sieht es schlecht aus“, bilanziert Nevsat Dursun für den SSV.
Tore: 1:0 Darboe (37.), 2:0 Kuzu (39.), 3:0 Mavinga (63.), 3:1 Fall (80. per Foulelfmeter)
Besonderes: Klose verschießt Foulelfmeter (SSV Zuffenhausen, 30.).
Sportvg Feuerbach – TSV Münster 3:2
Wer hätt’s gedacht: Münster bleibt mittlerweile zum fünften Mal in Serie erfolglos. Da hat auch die mit hoher Intensität geführte Partie im Feuerbacher Sportpark nichts daran ändern können. Und, eine hohe Intensität hat auch einen hohen Preis, denn gleich beide Teams mussten früh einen Verletzungsfall kompensieren. Der Feuerbacher Jacob Asubonteng humpelte bereits in der 20. Minute mit einer Sprunggelenksverletzung vom Platz. Für ihn kam Stephan Birn. Bei Münster musste Fabiano Gugjolli in der 27. Minute nach einer Schulterverletzung gehen und wurde von Mate Herceg ersetzt. „Langsam gehen uns die Spieler aus“, sagt Münsters Trainer Angelo Nigro. „Das zieht sich jetzt schon von Woche zu Woche durch, dass wir personelle Probleme haben.“ Genauso, wie sein Team Niederlagen sammelt, nun bereits schon fünf in Serie. „Scheiße am Schuh“, fasst Nigro zusammen. „Und Glück fehlt uns dann auch noch.“ Beispiel allerletzte Aktion des Spiels.
Der Ball donnert an den unteren Teil der Feuerbacher Querlatte, und Torwart Lucas Engel reagiert blitzschnell und fängt den Ball. Eine 100-prozentige Torchance löst sich in Nichts auf. Dabei agierte Feuerbach nach einer Ampelkarte von Aris Moissidis in den letzten 23 Minuten sogar in Unterzahl und kassierte sogar noch den Anschlusstreffer. „Da ist es dann schon ganz schön hektisch geworden“, sagt Feuerbachs Trainer Sven Damnig. Dafür erwischte sein Stürmer Precious Onuoha einen Sahnetag. Treffer eins und zwei für sein Team eingeleitet, Treffer drei dann selbst erledigt. „Ein Traumtor ins rechte obere Eck, mit einer langen Flugphase von Münsters Torwart Laurin Quast“, schwärmt Damnig vor.
Trotz des intensiven Spiels mit nervenaufreibender Schlussphase behalten beide Teams ihren Tabellenplatz: Feuerbach auf Rang fünf, Münster rangiert einen Platz davor.
Tore: 1:0 Stergiou (45.+3.), 2:0 Pranjic (48.), 2:1 Sorgic (56.), 3:1 Onuoha (62.), 3:2 Alkan (73.)
Besonderes: Gelb-Rot gegen Moissidis, Feuerbach (67.)
SG Weilimdorf – SG Stuttgart-West 0:2
Überraschung in Weilimdorf: Hat die SG das Hinspiel noch mit 5:0 gewonnen und überhaupt, war zuletzt mit neun Siegen in Serie unterwegs, wurden die Weilimdorfer just von der SG Stuttgart-West jäh gestoppt. „Und wir haben mit diesem 2:0-Erfolg unsere Niederlagenserie beendet“, freut sich West-Spielertrainer Benedikt Goos. Der Weg zum Sieg: „Wir haben uns gut auf den Gegner eingestellt und wenig Chancen zugelassen.“ Brenzlig wurde es Mitte der ersten Hälfte, als es große Diskussionen gab ob einer Notbremse des West-Torwarts Eric Maier an einem Weilimdorfer Stürmer. „Ich würde sagen, das war eine Fifty-Fifty-Entscheidung und wir haben Glück gehabt“, sagt Goos. Auf der anderen Seite ärgerte sich SGW-Trainer Tilmann Janik nicht nur über diesen Vorfall, sondern über insgesamt fünf Gelbe Karten, die aufgrund von Beschwerden seiner Spieler an seiner Meinung nach „glasklaren Fehlentscheidungen“ des Schiedsrichters zustande kamen. „Das ist sehr ärgerlich, soll aber keine Entschuldigung für unsere Leistung sein.“
Ein getroffener Foulelfmeter von Mario Fetsch knapp vor dem Halbzeitpfiff brachte die Westler auf die Siegesstraße, die in der Nachspielzeit von Noah Blaser noch gefestigt wurde, als er im Alleingang rund 50 Meter über den Kunstrasen am Fuße der Solitude sprintete, um dann den Ball zum 0:2 ins Netz zu dreschen.
Ja, ärgerlich sei die Niederlage seines Team, meinte Tilmann Janik, aber „auch gut für Stuttgart-West, denn die brauchen die Punkte im Abstiegskampf.“
Sein Team bleibt Tabellendritter, konnten damit die Niederlage des Tabellenzweiten Türkspor im Spitzenspiel gegen Beograd nicht nutzen. Die SG West klettert auf Rang elf.
Tore: 0:1 Fetsch (42. per Elfmeter), 0:2 Blaser (90.+3.)
Besonderes: –
TB Untertürkheim – TV Zazenhausen 1:2
Was für ein spannendes Spielende. Die Entscheidung der Partie fällt in der Nachspielzeit, die es wahrlich in sich hatte. Held des Spiels wurde Fidan Ademaj, der mit dem Siegtreffer kurz vor dem Abpfiff die Entscheidung bringt, und damit die Untertürkheimer Serie von fünf Spielen ohne Niederlage beendet.
Doch schon zuvor lief es gut für die Gäste. „Wir sind mit einer verdienten Führung in die Kabinen gegangen“, fasst Stefan Schuon vom TV Zazenhausen zusammen. „Wir waren zwar nicht deutlich besser als der TBU, hatten aber schon einige Chancen, auch wenn das 1:0 aus einer Standardsituation heraus fiel.“ Doch ärgern musste sich Schuon auch über eine Chance, bei der viel passieren muss, dass diese nicht zu einem Tor führt. Das haben Marvin Kellner und Nico Friedlein allerdings fertig gebracht. „Die sind zu zweit alleine vor dem Torwart und spielen sich den Ball hin und her, statt einer einfach abdrückt.“ Am Ende war die Kugel sichere Beute von Untertürkheims Keeper Luis Carlos Mendes Ferraz. Aber in Runde zwei verpasste es sein Team, den Deckel drauf zu machen. „Und dann wird man halt bestraft“, weiß Schuon nur all zu gut. Ein Abpraller nach einem Eckball in der 90.+1.-Minute nutzte der eingewechselte Michael Mikhaylov zum Ausgleich. „Wir wussten aber, dass dem TBU ein Unentschieden nicht weiterhilft, also stürmen wird, und haben in aller Ruhe auf eine Konterchance gewartet.“ Diese kam und sie wurde genutzt. Fidan Ademaj schnappte den Sieg in der 90.+6.-Minute und hilft damit mit, dass sein Verein auf Rang zehn klettert. Der TBU bleibt auf einem Abstiegsplatz.
Tore: 0:1 Lange (27.), 1:1 Mikhaylov (90.+1.), 1:2 Ademaj (90.+6.)
Besonderes: –
TSV Mühlhausen – SportKultur Stuttgart 8:2
Jubel beim TSV Mühlhausen. Durch den klaren und ungefährdeten 8:2-Erfolg über die bereits abgestiegene SportKultur ist das Team von Trainer Armend Mehmeti auf den zwölften Platz geklettert, der möglicherweise zum direkten Klassenverbleib reichen wird. Dabei legten die Hausherren den Grundstein bereits zur Pause – führten zu diesem Zeitpunkt mit 4:1. Bester Torschütze auf Mühlhausener Seite war Lorik Bytyci mit drei Treffern.
Tore: 1:0 Bytyci (12.), 2:0 Alothman (15.), 3:0 Krewanka (34.), 3:1 Kathirkamalingam (36.), 4:1 Bytyci (44.), 5:1 Alothman (49.), 6:1 Bytyci (52., Foulelfmeter), 7:1 Fiedler (65.), 8;1 Fidler (80.), 8:2 Sönmez (90. + 1).
Besonderes: –
TSV Uhlbach – TSV Weilimdorf II 3:2
Der Treffer von Felix Beeg in der 83. Minuten hat den Gastgeber aus Uhlbach einen gehörigen Schritt Richtung Klassenverbleib gebracht. Derweil muss der frischgebackene Bezirkspokalsieger aus Weilimdorf nach der neuerlichen Niederlage um den Klassenverbleib bangen.
Tore: 1:0 Menger (10.), 1:1 Windhager (19.), 1:2 Stagel Alberto (47.), 2:2 Wagner (74.), 3:2 Beeg (83.).
Besonderes: –
SV Prag – SC Stammheim 4:2
Es war ein hartes Stück Arbeit, aber letztlich gelang dem SV Prag gegen das bereits abgestiegene Schlusslicht der dritte Sieg in Serie. Navid Kashefipour brachte das Team von Frederik Bruder in der ersten Minute der Nachspielzeit auf die Siegerstraße, Torjäger Otis Raiser machte letztlich vier Minuten später den Deckel drauf. Die tapferen Nord-Stuttgarter mit nun 162 Gegentoren führten durch Treffer von Nikitas Skordoulis und Antonios Petridis zwischenzeitlich gar mit 2:1. Prag hat sich dadurch ein Polster nach hinten verschafft.
Tore: 1:0 Raiser (8.), 1:1 Skordoulis (45. + 2), 1:2 Petridis (56.), 2:2 Cimino (70.), 3:2 Kashefipour (90- + 1), 4:2 Raiser (90. + 5).
Besonderes: –