Angetrieben von Lösungen in China sind "Dark Factories" gerade wieder in aller Munde: Fabriken, die kein Licht mehr brauchen, weil sie menschenleer sind. Humanoide Roboter sollen hier die Lücken zur Vollautomatisierung schließen. Visualisierung: KI ChatGPT, Prompt: Heiko WeckbrodtAngetrieben von Lösungen in China sind „Dark Factories“ gerade wieder in aller Munde: Fabriken, die kein Licht mehr brauchen, weil sie menschenleer sind. Humanoide Roboter sollen hier die Lücken zur Vollautomatisierung schließen. Visualisierung: KI ChatGPT, Prompt: Heiko Weckbrodt

Neuer Tech-Studiengang soll im kommenden Jahr starten

Dresden, 19.05.26. Die Uni Dresden startet im Herbst 2027 einen Studiengang für „Mobile Robotik“. Das hat Prof. Frank Fitzek vom Dresdner Exzellenzzentrum „Ceti“, das sich mit der taktilen Verbindung von Mensch und Maschine beschäftigt, angekündigt.

Humanoide und Drohnenschwärme im Fokus

Im Fokus sollen dabei unter anderem fliegende Drohnenschwärme, die in Echtzeit und ohne Verzögerungen interagieren. Auch Feldschwärme, zu denen sich landwirtschaftliche Roboter während der Ernte zusammen tun, könnten eine Rolle spielen. Ein weiterer Schwerpunkt sollen aber auf jeden Fall humanoide Roboter sein, die nicht nur menschenähnlich aussehen und sich wie Menschen bewegen, sondern dank eingepflanzter „Künstlicher Intelligenz“ (KI) auch ähnlich komplexe Aufgaben wie ein Mensch ausführen können. Diese Humanoiden gelten weltweit als Megatrend für Robotik, Lagerhaltung, Automobilbau, Rüstungsindustrie und weitere Branchen, in denen letzte Lücken hin zur Maximalautomatisierung geschlossen oder ernste menschliche Arbeitskräfteengpässe die Entwicklung ausbremsen.

China macht es in „Dark Factories“ bereits vor

Insbesondere in den dunklen, hochautomatisierten Fabriken („Dark factories“) in China sollen angeblich mobile Roboter und insbesondere auch Humanoide eine wichtige Rolle spielen. Die Industrienation Deutschland, die Konzepte wie „Industrie 4.0“ und „Manufacturing X“ ursprünglich erdacht hatte, droht hier den Anschluss zu verlieren.

Humanoid geformte Roboterin am Ceti Dresden für Mimik- und Gestikexperimente. Foto (freigestellt): Heiko WeckbrodtHumanoid geformte Roboterin am Ceti Dresden für Mimik- und Gestikexperimente. Foto (freigestellt): Heiko Weckbrodt

Für das neue Studium in Dresden wollen die Uni-Professoren auch geeignete Hardware anschaffen: „Wir erwägen, einen humanoiden Roboter zu kaufen“, verrät Fitzek. Zwar hat das Ceti bereits eine humanoid geformte Roboterin. Die kann aber nicht laufen, sondern ist in erster Linie für Mimik- und Gestikexperimente gedacht.

Der Elwobot soll künftig helfen, Obst- und Weingärten zu besprühen und zu mulchen. Der Roboter ist extrem wendig und kann sich auch seitwärts bewegen. Die Visualisierung zeigt ihn mit möglichen Aufbauten. Visualisierung: TUD-Juniorprefessur für technisches DesignDer Elwobot-Roboter soll helfen, Obst- und Weingärten zu besprühen und zu mulchen. Visualisierung: TUD-Juniorprefessur für technisches Design

Ein Hintergrund: Das sächsische Wirtschaftsministerium erwägt eine Robotik-Offensive, um nach Mikroelektronik und Biotech eine weitere Zukunftsbranche im Freistaat zu etablieren. Dabei sollen auch Humanoide eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus gibt es in Dresden und ganz Sachsen mehrere Entwicklungsprojekte für Gärter-, Schreit– und Ernteroboter.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Auskünfte Frank Fitzek/TUD, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt