An den Wänden im Eingangsbereich hängen großformatig, in kräftigen Farben gemalt, teils gegenständlich, teils abstrakt, fragmentarisch anmutende Frauendarstellungen. Die Frau als Urkraft und Schöpferin des Lebens steht im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung von Duško-Zeja Jovanović, der vergangenen Samstag seine Ausstellung „Im Angesicht der ewigen Zeit“ in der Schwarzbach-Galerie eröffnet hat.

Der in Serbien geborene und seit 1970 in Wuppertal lebende Künstler ist nicht nur Maler, sondern auch Dichter, Grafiker, Bildhauer und Performance-Künstler. Im Laufe seiner Karriere betrieb er mehrere Ateliers, präsentierte seine Werke in mehr als 250 Ausstellungen und eröffnete in seiner Geburtsstadt Veliko Gradiste den Tempel der Künste, einen Pilgerort, wo er seine Kunst ausstellt und seine Philosophie lehrt. Seine Kunst bewegt sich stets im Bereich des Spirituellen und Naturgöttlichen. Jovanović betitelt sich selbst als „Kunstpriester“ und als Mittler, der „mit Hilfe der Energie der Frau Liebe verteilen und Negatives in Positives“ wandeln möchte. „Das Matriarchat hat 6000 Jahre vor Christus mit der Vogelfrau, der Ur-Göttin, begonnen und ist der Ursprung einer friedlichen Welt“, erklärt der Künstler seine Philosophie. Die Verehrung vom Weiblichen „als das Göttliche auf Erden“ spiegelt sich auch in der Gestaltung seiner aktuellen Ausstellung wider. Zentral im Ausstellungsraum ist ein Altar aufgebaut, der der Frau gewidmet ist. Davor steht auf einem Sockel eine in Bienenwachs gegossene Schale, in der Fotos von Frauen eingebettet sind, die stellvertretend für die Göttin stehen. „Die Biene ist das Vorbild des Matriarchats“, so der Künstler, und symbolisiere Frieden. Der harmonischen Ordnung des rituellen Objekts wird ein in den Sockel eingelassenes Schwert entgegengesetzt, das den Mann repräsentiert, der Zerstörung und Krieg mit sich bringt.

Die Polarität vom weiblichen und männlichen Prinzip kommt auch in Jovanović Gemälden zum Ausdruck. Die Bilder von Jovanović sind intensiv sinnlich und symbolträchtig. Der Künstler spielt mit Formen und Proportionen, stellt Gegenständliches neben Abstraktes. Zum Einsatz kommen Farbflächen, starke Konturen, Symbole und kyrillische Schriftzeichen, die dem Künstler zufolge die Sprache des Matriarchats darstellen. Im Fokus steht dabei stets die Frau und der weibliche Körper, den der Künstler mit Fruchtbarkeit und Erschaffung von Leben assoziiert. Jovanović arbeitet mit kräftigen, starken Farben, wobei Rot dominiert. „Der Mund der Frau ist rot“, erklärt der Künstler. Die Farbe steht für Liebe und Sinnlichkeit, aber auch für Blut und Gewalt. Positives und Negatives sind stets miteinander verbunden.

In seiner Malerei verwendet Jovanović nicht nur Pinsel und Farben, vielmehr nennt er sein Atelier „eine ganze Apotheke“. Unterschiedlichste Materialien von Sand über Pflanzen, Kaffeesatz, Düfte bis hin zu Metall kommen in seinen Arbeiten zum Einsatz. So bestehen seine Gemälde aus bis zu drei Schichten, von denen die Betrachter oftmals nur die oberste sehen können. Die Werke haben damit etwas unerklärlich-mystisches und gehen über die sichtbare Welt hinaus. „Ich verstecke Geheimnisse in meinen Bildern, die Geschichten dahinter kann man nicht immer lesen“, erzählt Jovanović. Doch auch wenn sich seine Arbeiten dem Betrachter nicht auf den ersten Blick offenbaren, so „strahlt die weibliche Energie immer durch.“

Die Inspirationen für seine Werke schöpft Jovanović aus seinen Träumen. Der Traum ist für Jovanović ein Ort, wo die unsterbliche spirituelle Seele nach dem Tod weiterlebt und somit als Präsenz niemals verschwindet. Seine Arbeiten öffnen dem Betrachter einen Blick in Jovanović mystische, symbolhafte Traumwelten und ermöglichen so einen faszinierenden Zugang in die Gedanken- und Bildwelt des Künstlers.

Die Ausstellung kann am morgigen Mittwoch, am Freitag, 22. Mai, und am 26. Mai jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 16 bis 19 Uhr besichtigt werden. Nähere Informationen finden sich auf der Website der Galerie: