Der Blitzermarathon im April 2026 hatte es in sich: Allein in Bayern wurden mehr als 10.800 Geschwindigkeitsverstöße registriert, teilte das bayerische Innenministerium mit. Das waren fast 1000 Temposünder mehr als im vergangenen Jahr. In Baden-Württemberg wurden sogar mehr als 14.800 Verstöße festgestellt, informierte das dortige Innenministerium.
Bei der Blitzaktion im Frühjahr bleibt es dieses Jahr jedoch nicht. Auch im Sommer müssen sich Autofahrerinnen und Autofahrer auf verstärkte Geschwindigkeitskontrollen einstellen. Bundesweit werden vielerorts wieder vermehrt Blitzer im Einsatz sein. Doch wann genau finden die Kontrollen statt und welche Bundesländer machen bei der Speedweek im Sommer 2026 mit?
Speedweek 2026: Wann findet der Termin im Sommer statt?
Geschwindigkeitskontrollen finden täglich auf deutschen Straßen statt. Besonders intensiv wird allerdings an zwei Wochen im Jahr kontrolliert. Organisiert werden die Blitzaktionen vom europäischen Polizeinetzwerk Roadpol.
Bereits während der sogenannten Speedweek vom 13. bis 19. April 2026 mussten Fahrerinnen und Fahrer genau auf ihr Tempolimit achten. Insbesondere am eigentlichen Blitzermarathon-Tag am 15. April wurde intensiv geblitzt. Im Sommer 2026 folgt nun die nächste Blitzaktion. Nach Angaben von Roadpol ist die zweite Speedweek vom 3. bis 9. August 2026 geplant. Verkehrsteilnehmende sollten in diesem Zeitraum also erneut mit intensiven Geschwindigkeitskontrollen rechnen.
Ziel der europaweiten Blitzaktion ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Denn die Zahl schwerer Unfälle bleibt hoch. Wie aus der Unfallbilanz 2025 des Statistischen Bundesamts hervorgeht, kamen in Deutschland bei mehr als 2,5 Millionen Verkehrsunfällen insgesamt 2814 Menschen ums Leben – ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Als eine der Hauptursachen gilt weiterhin überhöhte Geschwindigkeit. Das baden-württembergische Innenministerium erklärte dazu, Raserei sei für „ein Drittel aller im Straßenverkehr Getöteten“ verantwortlich.
Speedweek in Deutschland: Welche Bundesländer machen im Sommer 2026 mit?
Die Speedweek im Sommer wird durch Roadpol europaweit durchgeführt. Auch in Deutschland beteiligen sich zahlreiche Bundesländer an der Aktionswoche. Ob und in welchem Umfang ein Bundesland teilnimmt, entscheiden laut ADAC die jeweiligen Länder selbst.
Für 2026 ist die Speedweek im Zeitraum vom 3. bis 9. August angesetzt. Doch wo wird in dieser Woche auf deutschen Straßen verstärkt geblitzt? Unsere Redaktion hat dazu bei den jeweiligen Innenministerien und Polizeibehörden nachgefragt. An der Speedweeek im Sommer beteiligen sich demnach folgende Bundesländer:
- Baden-Württemberg
- Berlin
- Brandenburg (voraussichtlich)
- Bremen
- Hamburg (voraussichtlich)
- Hessen (voraussichtlich)
- Mecklenburg-Vorpommern
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen (voraussichtlich)
- Rheinland-Pfalz
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
Die Blitzaktion findet jedoch nicht in allen Bundesländern statt. Bayern, Sachsen und das Saarland verzichten nach Angaben der jeweiligen Innenministerien oder Polizeisprecher auf eine Teilnahme an der Speedweek im Sommer.
Stattdessen setzen die Länder auf eigene Schwerpunkte zur Verkehrssicherheit. In Sachsen plane die Polizei im August zusätzliche Verkehrssicherheitsmaßnahmen unter dem Motto „Die Schule hat begonnen“. Diese finden vom 17. August bis 4. September 2026 statt. Im Saarland hingegen würden Verkehrskontrollen laut Polizeisprecher grundsätzlich das ganze Jahr über erfolgen. Eine gezielte Konzentration auf einzelne Aktionswochen wie die Speedweek oder den Blitzermarathon sei deshalb nicht vorgesehen.
Messstellen zur Speedweek 2026: Wo wird geblitzt?
Wo genau bei der Speedweek geblitzt wird, wird in einigen Bundesländern bereits im Vorfeld bekannt gegeben. So veröffentlichten etwa Bayern und Thüringen zum Blitzermarathon im April 2026 konkrete Messstellen.
Andere Länder verzichten bewusst darauf – und das aus gutem Grund. Nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart sei das Veröffentlichen der Kontrollstellen in Baden-Württemberg nicht im Sinne des „generalpräventiven Charakters der Maßnahme“. Ziel sei es vielmehr, „dass sich die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer flächendeckend und nicht nur punktuell an die geltenden Tempolimits halten“, betonte eine Sprecherin des Ministeriums.
Auch das Innenministerium in Rheinland-Pfalz teilte mit, man sehe von einer Vorabveröffentlichung der Messstellen ab, „um die präventive Wirkung der Kontrollen nicht zu beeinträchtigen“. „Überall und zu jeder Zeit“ sollten Autofahrerinnen und Autofahrer auch in Nordrhein-Westfalen mit Kontrollen zur Speedweek rechnen, sagte uns ein Sprecher des Innenministeriums. Zusätzlich werde dort auf ein „verkehrsdidaktisches Gespräch“ gesetzt, bei dem Polizeikräfte mit Geschwindigkeitsüberschreitenden direkt ins Gespräch gehen.
Ob die Messstellen zur Speedweek im Sommer 2026 veröffentlicht werden, entscheidet also jedes Bundesland selbst. Verkehrsteilnehmende sollten daher besonders aufmerksam fahren und Tempolimits einhalten – andernfalls könnten empfindliche Bußgelder drohen.