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Die Letzten werden die Ersten sein! Diese alte Bibel-Weisheit wurde bei Zweitligist Dynamo Dresden zur Realität. Als Schlusslicht in die Rückrunde gestartet, räumte der Ostklub das Feld von hinten auf und schloss die Tabelle quasi als Erster der ernsten Abstiegskandidaten ab. In der Rückrunde lagen die Schwarz-Gelben mit Rang vier vor Bundesliga-Aufsteiger Elversberg. In BILD erklärt Trainer Thomas Stamm (43) die Gründe fürs Dynamo-Wunder.
„Vor dem Winter-Trainingslager habe ich gespürt, wir können es schaffen. Es gab in diesem gesamten Zeitraum viele Gespräche, die Neuzugänge und dann kam die Vorbereitung im Camp dazu“, sagt der Schweizer. „In der Phase hat man gemerkt, dass erstmals, seitdem ich hier bin, es in eine gemeinsame Richtung ging und nicht ein Paddel woanders hinrudert. Da nehme ich das Aufstiegsjahr auch dazu.“

Die Geschäftsführer Stephan Zimmermann und Sören Gonther sowie Trainer Thomas Stamm (v.l.) zogen an einem Strang
Foto: picture alliance/dpa
Auch wenn der Chefcoach keine Namen in den Mund nimmt, er spielt auf den Wechsel auf der Position des Sport-Geschäftsführers an. Stamm: „Zusammen in eine Richtung zu steuern, ist der Schlüssel für Erfolg. Wenn es nicht der Fall ist, dann weißt du, egal welche Spieler du holst und was im Winter passiert, es wird wohl kaum reichen. Dann stellst du die Rahmenbedingungen in Frage. Als Sören Gonther dazu kam, hat sich das gedreht.“
Mit dem Ex-Profi, der im zweiten Anlauf bei Südwest-Regionalligist Hessen Kassel losgeeist wurde und für Thomas Brendel (50) übernahm, bewies der oft gescholtene Aufsichtsrat von Dynamo Dresden in neuer Zusammensetzung ein goldenes Händchen.
Gonther schafft, was Mislintat verfehlt
„Ehrlichkeit, Direktheit, fachlicher Austausch auf Augenhöhe“, schwärmt Stamm regelrecht von Gonther. „Wir reden plus und minus vom Gleichen, haben also dieselbe Idee und die ist kein Abstiegskampffußball. Dann hätte ich gesagt, holt einen anderen, ich bin der Falsche für diese Art und Weise zu spielen. Wenn wir diese Überzeugung haben, dann ist Erfolg für mich planbar.“
Zusammen mit Finanz-Boss Stephan Zimmermann wurde intern wieder komplett an einer Seite des Strangs gezogen. Und dass die Wahl mit Gonther richtig war, bezweifelt wohl keiner, wenn man daran denkt, dass Sven Mislintat (53) ebenfalls Kandidat war. Doch der prominente BVB-Manager heuerte bei Konkurrent Fortuna Düsseldorf an, der letztlich den Klassenerhalt verpasste. Es ist symptomatisch für einen der entscheidenden Dynamo-Momente der Saison. Das zeigt ein konkretes Beispiel.

Sven Mislintat war auch in Dresden im Gespräch, konnte Fortuna Düsseldorf nicht retten
Foto: kolbert-press/Martin Agüera
Stamm: „Als Sören den Namen Thomas Keller einbrachte, sagte ich: Super, mit ihm saß ich schon mal in Freiburg an einem Tisch, hatte ihn dort damals drei bis vier Stunden erlebt. Charakterlich ein Top-Junge, er passt vom Fußball und generell hier rein.“ So schloss Dresden die dringende Lücke in der schwächelnden Defensive, die vom ersten Spieltag an gepatzt hatte.
„Das nächste Mal ab der ersten Partie da sein“
„Wir hatten ja Andi Hoti und Jonas Sterner verloren. Die Abwehr war noch nicht mal die aus der Aufstiegssaison. Das nächste Mal wollen und müssen wir ab der ersten Partie da sein“, macht der SGD-Übungsleiter klar, dass der nicht wirklich gut vorbereitete Saisonbeginn nicht vergessen werden darf.
„Zur Wahrheit gehört, dass wir in der Hinrunde nur 13 Punkte geholt hatten, obwohl wir nie von einem Gegner abgeschlachtet wurden. Das war energieraubend, wenn du investierst und drin bist, aber nicht die Spiele ziehst. Allen, die in der Rückrunde weniger gespielt haben, gehört daher trotzdem ein Anteil. Auch weil sie später Druck auf die neuen Stammkräfte gemacht haben.“ Und so bogen sie den drohenden Abstieg noch alle zusammen um…