Wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda hat die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (CDC) für den gesamten afrikanischen Kontinent den Notstand ausgerufen.
In einer am späten Montagabend veröffentlichten Erklärung begründete die Behörde den Schritt zudem unter anderem mit dem „hohen Risiko einer regionalen Ausbreitung“. Das Risiko bestehe unter anderem wegen des „intensiven grenzüberschreitenden Personenverkehrs“ und der „Mobilität im Zusammenhang mit Bergbauaktivitäten“.
Zudem führte die Behörde in ihrer Erklärung die unsichere Lage in den betroffenen Gebieten, unzureichende Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle sowie die räumliche Nähe der betroffenen Gebiete zu Ruanda und dem Südsudan an. Die Behörde arbeitet nach eigenen Angaben eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen, um die Koordinierung der Maßnahmen zu stärken.
Die WHO prüft, ob existierende Impfstoffe oder Medikamente bei der Eindämmung helfen könnten. „Auf internationaler Ebene schauen wir, welcher Impfstoff-Kandidat oder welche Behandlung verfügbar sind und ob irgendwelche davon bei diesem Ausbruch von Nutzen sein könnten“, sagte die WHO-Repräsentantin für die DR Kongo, Anne Ancia.
Deutschland liefert Schutzanzüge
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) mahnte schnelles Handeln an, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. „Die Lage ist extrem ernst“, erklärte die Ministerin am Dienstag.
„In diesem Moment zahlt sich aus, dass wir mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit schon seit vielen Jahren in die Pandemievorsorge in Zentralafrika investieren“, erklärte Alabali Radovan. Sie verwies auf den Aufbau von Frühwarnsystemen, Trainings von medizinischen Fachleuten sowie Labore, in denen Tests vorgenommen würden.
Mit Partnern vor Ort sollten kommende Woche 500 Schutzanzüge für medizinisches Personal ausgeliefert werden, erklärte die Ministerin weiter. Zudem seien Schulungen zum sicheren Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen in Vorbereitung.
Epidemie von seltener Bundibugyo-Variante verursacht
Die gegenwärtige Ebola-Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Wie der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba in der Nacht zum Dienstag informierte, werden mittlerweile 131 Todesfälle und 513 Erkrankungen mit dem Ebola-Ausbruch in Verbindung gebracht. Die Sterblichkeitsrate liegt bei der Bundibugyo-Variante bei 30 bis 50 Prozent.
Die existierenden Ebola-Impfstoffe schützen vor der häufigeren Zaire-Variante des Virus. Nach derzeitigem Stand gehen Experten davon aus, dass diese Impfstoffe nicht zur Eindämmung des gegenwärtigen Ebola-Ausbruchs eingesetzt werden können. „Natürlich sind dazu noch mehr Studien nötig“, fügte die WHO-Vertreterin hinzu. Die technische Beratungsgruppe der WHO werde am Dienstag tagen, „um weitere Empfehlungen abzugeben“, welchem Impfstoff Priorität eingeräumt werden solle.
Das Epizentrum der gegenwärtigen Ebola-Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der DR Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt.
Epidemie könnte einige Zeit dauern
Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Epidemie am Wochenende eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte sich am Dienstag in Genf „zutiefst besorgt“ über das „Ausmaß und die Geschwindigkeit“ der Ebola-Ausbreitung.
Die Ebola-Epidemie könnte nach Einschätzung der WHO noch einige Zeit dauern. „Ich glaube nicht, dass diese Epidemie in zwei Monaten vorbei sein wird“, sagte Anne Ancia am Dienstag. Zugleich erinnerte sie daran, dass die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo 2018 bis 2020 zwei Jahre gedauert habe. Das Ausmaß der Epidemie werde abhängen „von der Schnelligkeit unserer Reaktion, unserer Fähigkeit, schnell die Übertragung zu stoppen“, mahnte Ancia.
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Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. (AFP/dpa)