Wegen eines Brückenschadens kam es am Dienstag auf der Bahnstrecke zwischen dem Düsseldorfer Hauptbahnhof und Düsseldorf-Benrath zu Verspätungen und Teilausfällen. Wie eine Sprecherin der Polizei auf Anfrage unserer Redaktion sagte, war in Eller ein Lkw unter einer Brücke gegen einen der Träger gefahren. Daher musste die Statik des Bauwerks geprüft werden.

Die Arbeiten waren gegen 13.30 Uhr abgeschlossen. In Kürze würden die Züge auf dem Streckenabschnitt wieder ohne Einschränkungen, fahren, teilte die Bahn mit. In der Folge könne es noch vereinzelt zu Verspätungen und zu Teilausfällen kommen.

Sowohl die Brücke als auch die Darmstädter Straße im Bereich der Sturmstraße waren am Morgen und am Vormittag komplett gesperrt. Auch Fußgänger durften den Weg unter der Brücke nicht nutzen. Der Unfall ereignete sich um kurz vor 8 Uhr.

Ein Sprecher der Bahn sagte auf Anfrage, die Stabilität der Brücke habe nach dem Unfall überprüft werden müssen. Das sei ein Standard-Prozedere. „Experten von DB InfraGO sind vor Ort und nehmen die Brücke in Augenschein“, sagte der Sprecher am Morgen. Außerdem bereitete ein betroffenes Straßenschild Probleme, das an der Brücke hängt. Vibrationen bei einer Zugfahrt hätten es auf die Straße stürzen lassen können. Am Morgen war zunächst unklar, wie lange die Überprüfung der Brücke dauert.

Wie der Bahn-Sprecher sagte, fiel während der Sperrung im Fernverkehr der Halt Düsseldorf Hauptbahnhof bei einigen Verbindungen durch weiträumige Umleitungen von ICE-Zügen aus. Betroffen waren auch Linien im Nahverkehr. Die Züge der Linie S6 aus Richtung Essen endeten bereits am Düsseldorfer Hauptbahnhof, aus Richtung Köln-Worringen in Düsseldorf-Reisholz. Auf der gesperrten Strecke waren Busse als Schienenersatzverkehr im Einsatz.

Auch die Linien RE1 (RRX) und RE5 (RRX) waren von der Störung betroffen. Einen Schienenersatzverkehr gab es hier nicht, die Bahn ergriff für jede Zugfahrt kurzfristig Einzelmaßnahmen.

Der Frust bei den betroffenen Reisenden war groß. „Statt 20 Minuten brauche ich nun eine Stunde“, sagte eine genervte Pendlerin, die von Düsseldorf nach Hilden fahren wollte, unserem Reporter vor Ort. Seit 37 Jahren pendle sie auf dieser Strecke. Mittlerweile sei die S-Bahn so unzuverlässig, dass die 59-Jährige morgens zur Arbeit in Düsseldorf mit dem Bus fahre. Zurück versucht die Hildenerin, die S-Bahn zu nehmen – an diesem Tag vergeblich. „Wenn ich eine Stelle in Hilden bekommen würde, dann würde ich wahrscheinlich wechseln“, sagte sie.

Eine andere Pendlerin aus Hilden hat das Fahren mit der S-Bahn schon völlig aufgegeben. „Es ist eine Katastrophe“, sagte sie resigniert. Zum Glück könne sie zwei Mal in der Woche im Homeoffice arbeiten, die anderen Tage fahre sie mit dem Bus nach Düsseldorf. „Das dauert aber leider auch ewig, weil auf der A46 und im Innenstadtbereich immer Stau ist.“ Die S-Bahn komme für sie jedoch definitiv nicht infrage.