Angesichts der vom Iran blockierten wichtigen Schifffahrtsstraße von Hormus verwies Merz auf die Abhängigkeit Deutschlands und der Schweiz von Exporten. Beide Länder lebten daher „von offenen Handelswegen und niedrigen Zöllen auf der Welt“. Die iranische Blockade sei deswegen für beide Länder „ein großer Schaden“, sagte Merz. Die Durchfahrt der Seewege müsse „so schnell wie möglich“ wiederhergestellt werden.
Wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt seien, werde Deutschland auch bereitstehen, „sich mit militärischen Fähigkeiten dafür zu engagieren“. Dafür müsse aber der Iran „an den Verhandlungstisch kommen“.
Iran kritisiert USA: Ernsthaftes Hindernis für die Diplomatie
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat das Verhalten der USA als „widersprüchlich und übertrieben“ bezeichnet. Es sei ein ernsthaftes Hindernis für die Diplomatie, zitiert „Al Jazeera“ die iranische Nachrichtenagentur ISNA.
Bei einem Treffen mit dem pakistanischen Innenminister Mohsin Naqvi führte Araghtschi demnach frühere Wortbrüche als Grund für Irans tiefes Misstrauen gegenüber den Führungspersonen der USA an. Teherans Eintritt in diplomatische Gespräche zur Beendigung des Konflikts beruhe ausschließlich auf einer „verantwortungsvollen Haltung“.
Trump: Habe für morgen geplanten Angriff auf Iran abgesagt
Donald Trump behauptet, einen für morgen geplanten Militärangriff auf den Iran vorerst abgesagt zu haben. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb der US-Präsident, der Emir von Katar sowie die Staatschefs Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate hätten ihn gebeten, den Angriff auszusetzen. Der Grund seien ernsthafte Verhandlungen über ein Abkommen, das den Iran am Besitz von Atomwaffen hindern solle.
Trumps Darstellung ließ sich zunächst nicht unabhängig belegen. Der Präsident hatte in den vergangenen Wochen wiederholt erklärt, es gebe Gespräche und Fortschritte im Konflikt mit Teheran. Iranische Vertreter wiesen solche Aussagen mehrfach zurück und bestritten, dass es entsprechende Verhandlungen mit den USA gab.
Zugleich drohte Trump erneut mit militärischer Gewalt. Das US-Militär solle bereitstehen, Iran bei einem Scheitern der Gespräche „binnen kürzester Zeit“ großflächig anzugreifen. Damit bleibt unklar, ob Trumps Ankündigung tatsächliche Diplomatie beschreibt – oder vor allem Teil seiner öffentlichen Drohkulisse ist.