Krokodil, Koralle, Kofferinhalt
Wer am Flughafen Leipzig Fracht kontrolliert, erlebt mitunter eine Art Wildtierkunde in Kurzform. Knapp 1.500 Exemplare artgeschützter Tiere, Pflanzen und daraus hergestellter Waren beschlagnahmte der Zoll 2025 – vor allem bei Luftfrachtkontrollen. Auf der Liste: Erzeugnisse aus Krokodil- und Schlangenleder, Produkte aus Adlerholz und Steinkorallen. Was klingt wie der Lagerraum eines dubbiosen Souvenirladens, ist in Wirklichkeit ein ernstes Geschäft. Und für die betroffenen Arten oft eine Frage des Überlebens.
Eine Zahl, die aussieht wie ein Tippfehler – ist aber keiner
Wer die Statistik aufmerksam liest, reibt sich an einer Stelle die Augen: Der Vollstreckungsdienst trieb 2025 insgesamt 193 Millionen Euro ein, im Vorjahr waren es noch 44 Millionen. Kein Druckfehler, kein Versehen – sondern der Abschluss eines einzelnen Großverfahrens, das die Jahresbilanz ordentlich aufpoliert. Ähnliches gilt für die Tabaksteuer, die von 432.000 auf 151 Millionen Euro hochschnellte. Auch hier schlagen Verfahrensabschlüsse und Einzelfälle durch. Steuereinnahmen verliefen eben nie in gleichmäßigen Bahnen, erklärt das Hauptzollamt – was klingt wie ein Satz aus einem Lehrbuch, aber in diesem Fall schlicht stimmt.
Schwarzarbeit blieb ein Dauerbrenner: Über 3.500 Strafverfahren wurden eingeleitet, die Schadenssumme lag bei knapp 14 Millionen Euro. Amtsleiter Franz Horak zog am Ende dennoch ein zufriedenes Fazit – seine Kolleginnen und Kollegen seien „auch 2025 mit viel Engagement und Fachkompetenz im Einsatz“ gewesen. Angesichts von 2,8 Milliarden Euro, zehn Millionen Zigaretten auf einem einzigen LKW und fast drei Tonnen sichergestellter Drogen klingt das fast schon untertrieben.