Das Chemnitzer Rathaus plant wegen stark gestiegener Kosten für Personal, Energie und Fahrzeuge erhebliche Kürzungen im Angebot der CVAG, um jährlich bis zu 2,9 Millionen Euro einzusparen. Der Stadtrat stimmt Ende Mai über dieses Maßnahmenpaket ab, dessen Umsetzung für das Jahresende vorgesehen ist.
Die Kostenexplosion zwingt die Stadtverwaltung laut einem Bericht von tag24.de zu drastischen Einschnitten in der Infrastruktur des öffentlichen Personennahverkehrs. Besonders der Abend- und Nachtverkehr ist von den Umstrukturierungen betroffen, wobei das Nachtnetz bereits um 22.45 Uhr und damit eine Stunde früher als bisher starten soll.
Gleichzeitig sieht das Konzept Anpassungen am Wochenende vor. Der Nachtverkehr am Samstagmorgen wird bis 5.45 Uhr verlängert, während er an Sonn- und Feiertagen bis 7.45 Uhr andauern soll.

Ein weiterer Einschnitt betrifft die vollständige Streichung der Buslinie 73 zwischen dem TU-Campus und Altchemnitz. Laut der Beschlussvorlage steht die Verkehrsleistung in keinem angemessenen Verhältnis zur geringen Nachfrage, weshalb der reguläre ÖPNV zwischen dem Sportforum und dem Bahnhof Reichenhain entfällt und dort künftig nur noch die Schülerlinie S91 verkehrt.
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Auch im Ortsteil Euba wird das Angebot reduziert. Die im Jahr 2020 nach einer Petition eingeführte Taktverdichtung auf 30 Minuten wird zurückgenommen, da die Verwaltung von einer Überbedienung und Bevorzugung spricht. Die Linie 83 wird daher künftig wieder im Stundentakt betrieben.
Zusätzlich fallen auf verschiedenen Linien vereinzelte Früh- und Spätfahrten weg. Ab dem kommenden Jahr soll der Sommerferienplan zudem auch auf die Samstage ausgeweitet werden.

Die finanzielle Entlastung verteilt sich auf mehrere Bereiche des Liniennetzes. Die Vorverlegung des Nachtnetzes bringt mit rund 687.000 Euro die größte Einsparung, gefolgt von der Reduzierung einzelner Fahrten in Schwachlastzeiten mit etwa 748.000 Euro. Die Verlängerung des Nachtverkehrs am Sonntag kostet beziehungsweise spart strukturell 313.000 Euro, am Samstag 119.000 Euro. Die Streichung der Linie 73 entlastet den Haushalt um 164.000 Euro, die Rücknahme des Taktes in Euba bringt 216.000 Euro und die Anpassung des Sommerferienfahrplans am Samstag rund 51.000 Euro.
Die politische Führung verteidigt das Vorgehen trotz der Einschränkungen für die Fahrgäste.
„Nach vorliegenden Erkenntnissen ist die Nachfrage insgesamt gering“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Verantwortlichen betonen jedoch, dass die wichtigsten Verbindungen für Pendler von den Kürzungen unberührt bleiben.
„Betroffene wird es immer geben“, räumte Baubürgermeister Thomas Kütter ein.
Der parteilose Dezernent fügte bezüglich der Ausgestaltung der Pläne hinzu:

„Wir sind aber sehr ausgewogen vorgegangen.“
Das Kernnetz im Berufsverkehr bleibt laut der Stadtverwaltung komplett erhalten.
Auch für die Belegschaft der Verkehrsbetriebe gibt es bereits konkrete Signale aus der Führungsetage.

„Es wird aus jetziger Sicht im Zuge der Maßnahmen keinen Personalabbau geben müssen“, betonte CVAG-Vorstand Jens Meiwald.
Die finale Entscheidung über die Umsetzung der Sparmaßnahmen liegt nun beim Chemnitzer Stadtrat.