Die großen Fahnen an der Zufahrt zur Schrofmühle verunsichern ein wenig. „Heute Mühlentag“, wird darauf verkündet, obwohl der nächste beliebte Mühlentag erst am Pfingstsonntag ist. „Das ist eine Notlösung“, erklärt Ferdinand Schmitz in seiner Funktion als Vorsitzender des Förder- und Museumsverein Schrofmühle. Die Fahne soll darauf hinweisen, dass die Mühle an diesem Tag geöffnet ist. Anlässlich des internationalen Museumstags beteiligen sich 20 Museen im Kreis Heinsberg, darunter die Schrofmühle. Der Tag sei eine wichtige Geschichte. „Es ist für uns selbstverständlich, mitzumachen“, sagt Schmitz. „Wir bekommen so viel Förderung und Unterstützung, da zeigen wir gerne, was die Schrofmühle ist und was die Schrofmühle macht.“
Geboten wird von Schmitz und seinen Mitstreitern des Fördervereins an diesem Museumstag das „übliche Programm“. In der besterhaltenen Wassermühle des Rheinlands wird in Form von Führungen sowohl Leinöl gepresst, als auch Korn gemahlen. Außerdem sind Mitglieder des Rheinischen Mühlenverbands anwesend, die Interessenten im Archiv des Verbands und in der Bibliothek im Obergeschoss begrüßen. Einen großen Besucherandrang erwartete Schmitz nicht. „Die Fahrradfahrer fallen wohl aus“, meint er mit Verweis auf das kühle Wetter mit Nieselregen. „Da bleibt mehr Zeit, sich zu unterhalten und längere Gespräche zu führen“, so Schmitz, der sich ein wenig darüber wundert, dass es selbst in der Stadt Wegberg immer noch Menschen gibt, die die Schrofmühle nicht sonderlich gut kennen. Ihnen stehen die Mitglieder des Fördervereins ebenso zur Seite wie den Gästen von auswärts, die anlässlich des Museumstags einen Abstecher zu den Museen im Kreisgebiet machen. Immer wieder finden neue Besucher den Weg nach Rickelrath. „Sie erwarten Handwerk, Kultur und Ökologie in der Schrofmühle.“ Zu einer besonderen Attraktion ist eine Neuheit geworden: die im letzten Jahr fertiggestellte Fischtreppe, die es Fischen ermöglicht, „aufwärts“ vom Mühlenbach in den großen Teich zu schwimmen. „Früher stauten sich die Fische vor dem Wasserrad und konnten nicht in den See gelangen.“ Das hat sich dank der Investition des Schwalmverbands geändert. „Bei jeder Führung müssen wir Besuchern das Prinzip erklären“, berichtete Schmitz. „Sie sind erstaunt, dass Fisch aufwärts schwimmen können.“ Die einzelnen Stufen machen es möglich.
Bei der „Generalprobe“ für den großen Mühlentag kommt der Förderverein mit einer kleinen Mannschaft aus, zumal der Grill nicht angeworfen wird. Der Vorteil für die Besucher: Sie können in aller Ruhe zuschauen und Fragen stellen – und sind vielleicht auf den Geschmack gekommen, die Schrofmühle noch einmal zu besuchen bei einem Mühlentag oder bei einer der kulturellen Veranstaltungen im idyllischen Innenhof.